ALLES AUTO Mai 2017

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Editorial

Muss es ein VW sein? Fakt ist: Jeder fünfte in Österreich zuge­lassene Wagen trägt ein Volkswagen-Logo. Addiert man die Konzern-Töchter Audi, Seat und Skoda dazu, steigt der Marktanteil auf 37 Prozent. Dass es für so viele ein VW-Produkt sein muss, liegt aber natürlich auch am traditionell hohen Dienstwagen-Anteil dieser Marken.

Muss es ein VW sein? Diese Frage stellen wir uns fast jede Ausgabe, wenn es um die Kandidaten-Auswahl für einen Vergleichstest geht. Ein Produkt aus Wolfsburg & Co. ist ja meistens mit von der Partie – und die Idee dahinter klar: Meistens handelt es sich dabei um den Segment-Bestseller, an dem sich die anderen messen müs­sen. Bei uns auf dem Testgelände genauso wie im echten Leben.

Muss es ein VW sein? Das fragen uns immer wieder Leser, wenn sie ans Ende der Punktetabelle schauen – und wieder einmal ein Volkswagen vorne liegt. Unsere Ant­wort: Es muss nicht sein. Doch in Summe aller Eigenschaften sind die Produkte von VW, Audi, Seat und Skoda offenbar wie geschaffen für nüchterne Bewertungssche­men. Bö­se Zungen mögen nun meinen, ein Auto ohne Ecken und Kanten könne auch nirgends anecken. Das mag schon stimmen. Doch damit sammelt man eben Punkte. Und für Design & Emotion können wir keine vergeben, genauso wenig wie für Mar­ken- oder Händler-Sympa­thien. Fakt ist aber auch: Die Fahrzeuge des VW-Konzerns sind wirk­lich gut zu fahren. Das dür­­fen Sie uns ruhig glauben, wir bewegen sie näm­lich alle. Und auch die Mitbewerber. Das unter­scheidet uns vom durch­schnittlichen Konsumenten, darüber hinaus fehlen den meisten in der Regel die Möglichkeiten eines Test­ge­län­des. Und na­türlich die Vergleichs- und Erfah­rungswerte einer Auto-Redaktion.

Muss es ein VW sein? Nein – was den Blick aufs Sieger-Treppchen des Vergleichs­tests in dieser Ausgabe betrifft. Da entthront der neue Kia Rio den betagten Best­seller Polo kurz vor dessen Modellablöse. Und ob Sie es glauben oder nicht: Dieses Ergebnis hat in der Redaktion weder die Korken knallen noch Grabes­stimmung auf­kommen lassen. Denn uns ist es im Grunde egal, wer am Ende vorne liegt. Aus journalistischer Sicht ist es bloß spannend, wenn es einmal ein Außen­seiter ist.

Muss es ein VW sein? Bei unserem großen Test sagen wir diesmal: ja! Und schicken das ewige Lieblingsauto der Österreicher zur härtesten Prüfung des Lan­des. Auf vier Seiten testen wir die Neuauflage des Bestsellers Golf auf Herz & Nieren. Und trotz auf­­fälliger Fahrzeug-Lackierung zeigte sich dabei: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Enrico Falchetto

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