Über 600.000 Mal wurde BMWs Kompakt-SUV gebaut, und das in Graz. Nach sieben Jahren und aufkeimender Konkurrenz ist Zeit für Nummer zwei des X3 – und die kommt aus den USA.
Wie gut der X3 beim Publikum ankam, erstaunte sogar BMW − die Münchner ziel¬ten 2004 offensichtlich in die richtige Nische und beackerten diese weitgehend ungestört. Zumindest bis vor etwa zwei Jahren Audi den Q5 und Mercedes den GLK ins fast jungfräuliche Segment rollten. Das brachte den flotten Bayern-SUV mit seinem ruppigem Fahrwerk und wenig charmantem Interieur unter Zugzwang − ein neuer X3 war fällig.
Der ist rundum größer geworden und passt jetzt gut in die Lücke zwischen X1 und X5. Vor allem die Fond-Passagiere profitieren: Knie und Köpfe haben’s dort aus¬gesprochen luftig – nur zu dritt wurde hinten etwas gemotzt. Zugelegt hat der X3 auch beim Kofferraum: Hinter der auf Wunsch elektrischen Heckklappe verschwinden beachtliche 550 Liter, bei umgelegter Fond-Lehne fast dreimal so viel. Für einen ganz ebenen Boden oder eine verschiebbare Rückbank hat’s nicht gereicht, dafür erleichtert ein glattflächiges Ladeabteil mit niedriger Kante und diverse Fächern und Netzen das Einräumen.
Und wie fährt er? Die wilden Jahre sind vorbei, mit aufwändiger Hinterachse und längerem Radstand federt der X3 jetzt viel ausgewogener. Bei unseren Fahrdy¬namik-Tests zeigt er sich aber dennoch ambitioniert wie eh und je: Er biegt flink ums Eck und lenkt präzise ein, nur beim engen Slalom heißt es fleißig kurbeln. Sein Agilitäts-Potenzial konnte der Bayer auf regennasser Fahrbahn und winter¬bereift freilich nicht ganz ausspielen, beeindruckend war aber, wie satt und sicher er auf der Straße klebt − das Heck bricht auch bei voller Beladung nie aus.
Die optionale Achtgang-Automatik schaltet sanft und flink, findet meist das optimale Drehzahl-Fenster und harmoniert bestens mit dem Zweiliter-Selbstzünder, der wohl das Gros aller in Österreich verkauften X3 befeuern wird.
Zu Recht. Er sprintet aus dem Stand munter los, dreht willig hoch und hat mit sei¬nen 184 PS den nicht gerade leichten X3 souverän im Griff. Beim Beschleunigen etwas knurrig, hält er sich im Schiebebetrieb akustisch umso mehr zurück. Wie auch beim Diesel-Durst, den ein halbwegs besonnener Gasfuß in moderaten Grenzen hält.
Weiter auf Seite 2
