Filmvorschau: Der Käfer war nicht immer brav und bieder. Auch er hatte seine wilde Zeit. Diese Epoche der Salzburg-Rallyekäfer zeigt die neue DVD „Käferkunde“
Böse Zungen behaupten, dass die herausragendste Eigenschaft des Käfers die enormen Stückzahlen sind. Doch die gewaltige Verbreitung ist nur ein Teil des Mythos um Wolfsburgs Millionenseller. Denn niemand, der nicht einen Bezug zum Käfer, oder zumindest irgendeine Geschichte mit dem Käfer erlebt hat.
Jeder kennt ihn, und dennoch gibt es Randnotizen der Käfergeschichte, die im allgemeinen Image des langsamen Krabblers unterzugehen drohen: Zum Beispiel die der legendären Rallye-Ära Anfang der Siebziger-Jahre, die ohne das großherzige Engagement des Österreich-Importeurs nie zustande gekommen wäre. Und wer diesen Teil der Käfergeschichte noch nicht kannte, wird verblüfft die Augenbrauen in die Höhe ziehen. Wie wenn ein altes Fotoalbum aus der wilden Zeit die eigenen Eltern als doch nicht so bieder erscheinen lässt.
Helmut Deimel, Österreicher und Motorsport-Filmemacher aus Leidenschaft, arbeitet in seinem neuen Film „Käferkunde“ diese Epoche detailverliebt auf, um den speziellen Geist dieser Zeit, den Mythos des bürgerlichen Underdogs auf Rallyepfaden, auch den Kindern der Generation-Golf näher zu bringen.
Er besuchte nicht nur all jene, die die „Salzburg-Käfer“ seinerzeit zum tanzen brachten. Es ist vor allem sein einzigartiger Mix aus altem Filmmaterial, aktuellen Interviews und aufwendig nachgedrehten Szenen, die diese Geschichte erst zum leben erweckt und den Zuschauer in eine Welt eintauchen lässt, als man aus Wasserrohren noch einen Überrollbügel zusammenzimmerte und man statt eines simplen Ölwechsels gleich den kompletten Motor austauschte – in der gleichen Zeit.
Wer bis jetzt noch keinen Bezug zum Käfer hat – nach dem Film ist das garantiert anders.
www.deimelfilm.at