VW Golf GTI - "Steigt der Durst"
Von Leser Patrick Kaltseis, Wien
Golf GTI
"Erst Fahrsicherheitstraining, dann GTI fahren“. Das sind in der VW-Werbung die Worte, mit denen Smudo von „Fanta 4“ dem Verlangen seines jungen Beifahrers, selbst ans Steuer zu dürfen, den Wind aus den Segeln nimmt. Echte Kenner wissen um die Potenz des Autos natürlich Bescheid.
Mit den ersten beiden Stufen des ÖAMTC-Fahrtechnik-Intensivkurses gerüstet, wollte ich den Nachfolger des großartigen 5er-GTI ausprobieren. Mit der Vorahnung, dass wohl kaum gravierende Unterschiede bestehen werden. Der Testwagen war mit dem famosen DSG-Getriebe ausgestattet. Im D-Modus ist es stets bemüht, die Motordrehzahl bei rund 1500 Touren und das Geräuschniveau niedrig zu halten.
Im S-Modus geht es dann flotter zu: Bei rund 3500–4000 Touren ohne viel Gas hat man stets Rennwagen-Sound und die vollen Beschleunigungsreserven parat. Mit den Schaltwippen machen ganz besonders kurvige Bergfahrten irre Freude. Der Klang kommt mir im Vergleich zum Vorgänger kerniger vor. Er lässt leider auch Polizisten aufhorchen.
Laut VW ist der Durchschnittsverbrauch auf 7,3 Liter gegenüber dem Vorgänger gesunken. Meiner Erfahrung nach ist dieser Verbrauch auf einer verregneten Autobahn bei Tempo 100–120 km/h mit Tempomat und kleinen Zwischensprints auch möglich. Im Sportmodus steigt aber der Durst locker auf 9,5 Liter und mehr.
Die Federung ist straff, aber nicht zu unkomfortabel, trotz 18 Zoll-Bereifung und Fehlens eines adaptiven Fahrwerks. Auf Autobahnen hoppelt man über Betonplatten und hört das Abrollen der Reifen. Das fällt stärker auf als das Motorgeräusch. Lenken lässt sich der GTI kinderleicht, und selbst höheres Tempo spürt man kaum, weil er so gut auf der Straße liegt. Abschließend bleibt zu sagen, dass dieses Auto ein gelungenes Preis/Leistungs-Paket liefert und gegenüber dem Vorgänger in mancherlei Hinsicht noch verbessert wurde.