Urban concept: So stellt sich Audi das innovative Stadtauto der Zukunft vor – so ganz neu ist das Konzept aber nicht.
Um den Audi urban concept kurz zum umreißen: Es ist ein schlanker Zweisitzer für zwei Personen, die hintereinander Platz finden. Die Räder stehen frei, der Karosseriekörper ist als Monocoque ausgelegt, also bewusst schlank gehalten und da als Material hauptsächlich CFK, kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff verwendet wird, soll sich das Gewicht bei rund 500 Kilo einpendeln. Der Einstieg erfolgt nicht über konservative Türen. Viel lieber wird über die verschiebbare Dachkuppel eingestiegen. Angetrieben wird die Studie natürlich rein elektrisch, die Reichweite beziffern die Ingolstädter mit 50 bis 60 Kilometer. Dass bis jetzt nur eine Zeichnung veröffentlich wurde, sagt über den Entwicklungsstatus rein gar nichts aus. Es gab sogar schon erste Versuchsfahrten mitten in Berlin, wie dieses Video zeigt.
Premiere feiert die Studie auf der IAA Mitte September, wobei manch böse Zunge behauptet, Audi tue dies nur, um BMW und ihrem Elektrostadtmobil i3 (1200 Kilo, 160 km Reichweite) Paroli bieten zu können. Andere munkeln, es sei einfach die Zeit reif gewesen und die Zusammenkunft der zwei Konkurrenten purer Zufall. Wie auch immer, Audi verrät in einer Presseaussendung jedenfalls, „der Audi urban concept folgt keinen Vorbildern.“, und genau darin unterscheiden sich die zwei künftigen Elektro-Kontrahenten. Denn die Idee des 1+1-Sitzers gab es auf unseren Straßen schon vor einem halben Jahrhundert.

Der Messerschmitt Kabinenroller verfügte über frei stehende Räder mit kleinen Kotflügelchen, eine aufklappbare Dachkuppel und die gleiche Sitzkonfiguration wie der innovative urban concept. Zwar verfügte das 1952 erstmals vorgestellte Wägelchen anfangs nur über drei Räder (zwei vorne zum lenken, eines hinten als Antriebsrad), das 1957 vorgestellte Sportmodell namens FMR Tg 500 konnte die unbändige Kraft von nunmehr fast 20 PS aber auf zwei Antriebsräder weiterreichen. Das reichte für 130 km/h Spitze. Viel schneller wird der urban concept, ein halbes Jahrhundert später, wohl auch nicht sein.
1961 lief der letzte Tg 500 vom Band, die Kundschaft wollte viel lieber ein vollwertiges Auto kaufen. Doch wer weiß: Vielleicht ist die Zeit ja jetzt reif für dieses Konzept.