General Motors gefällt das nicht
Keine GM-Werbung mehr auf Facebook. Die magere Reichweite ist aber nicht der einzige Grund
Spart Milliarden: Künftig wird die kreative Arbeit bei GM gebündelt.
Ausgerechnet kurz vor dem Börsengang von Facebook verkündet GM, seine Werbe-Einschaltungen auf dieser Plattform mit sofortiger Wirkung stoppen zu wollen. Ein herber Schlag für die größte Social media-Seite im Netz, denn abgesehen vom denkbar ungünstigsten Zeitpunkt verlieren sie mit General Motors auch noch den größten Werbetreibenden der USA. Eine Aktion mit Signalwirkung, die potenzielle Investoren verschrecken könnte.
GM begründet den Rückzug übrigens damit, Anzeigen auf Facebook würden nichts bringen. Das ist mehr als eine Ausrede. Eine Statistik von Online-Consulter Wordstream belegt, dass die durschnittliche Klick-Rate, also die Zahl der Surfer, die eine Werbung anklicken, im Schnitt bei 0,1 Prozent liegt. Dieser „clickthrough“-Wert lag bei Facebook im Jahr 2010 bei nur 0,051 %. Nichts, im Vergleich zu den sensationellen 0,4 Prozent, die Google erzielt.
General Motors verspricht sich mit dem Stopp der Facebook-Kampagnen ein Einsparungspotenzial von 10 Millionen Dollar. Das sind zwar gerade mal 0,25 % ihres jährlichen Marketing-Budgets von unglaublichen 4,5 Miliarden Dollar. Allein die Werbespots zur Superbowl verschlingen jedes Jahr mehr. Doch hier geht es um mehr. Die Detroiter wollen ihr Marketing-Konzept völlig umkrempeln, im großen Stil Kohle sparen: Gemunkelt wird von zwei Milliarden in den nächsten fünf Jahren, also gut zehn Prozent ihres generellen Budgets. Vor allem sollen die Aufgaben gebündelt werden. Als ersten Schritt übergab die Geschäftsführung einer Londoner Agentur das Budget für sämtliche mediale Aktivitäten – mit drei Milliarden Dollar also immerhin der Löwenanteil. Bis jetzt beschäftigte General Motors weltweit rund fünfzig unabhängige Werbeagenturen.
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