Besser fahren, Teil 2: Richtung geben
Folge zwei der ALLES AUTO Fahrtechnik-Serie: Geradeaus fahren unsere Autos von selbst. In Kurven liegt es am Fahrer, die gewünschte Richtung vorzugeben.
Umgreifen, vorgreifen, eingreifen - Jede Kurve erfordert eine eigene Lenk-Weise
Auch wenn die Werbung oft das Gegenteil suggeriert: Autos fahren ungern Kurven. Lässt man das Lenkrad los, geht’s geradeaus. Dieses Verhalten ist übrigens nicht gottgegeben, sondern von den Technikern aus Gründen der Fahrstabilität bewusst anerzogen.
Jede Richtungsänderung bedarf also eines Lenkimpulses, und zwar eines möglichst genauen, wollen wir uns nicht in Schlangenlinien fortbewegen. Für die Fahrsicherheit ist die richtige Lenkradhaltung somit ebenso bedeutend wie die korrekte Sitzposition (siehe Heft 3/05). Nur wer den Einschlag der Vorderräder kennt, kann im Notfall richtig reagieren.
Stellen wir uns das Lenkrad als Zifferblatt vor, liegen die Hände im Normalfall bei dreiviertel Drei. Diese Anordnung erlaubt rasches und kraftvolles Drehen, ohne den Oberkörper seitlich aus dem Sitz zu bewegen. Dabei übernimmt die äußere Hand die Hauptarbeit und schiebt das Steuer in Kurvenrichtung. So wird der Rücken zusätzlich in die Lehne gedrückt und präziseres Lenken erreicht als beim Ziehen mit der Innenhand.
Je nach Kurvenradius unterscheiden wir verschiedene Lenk-Techniken: In weiten Kurven bis zu einer guten Viertel-Umdrehung bleiben beide Hände in Grundstellung. Zum Rangieren und in engen Kehren muss man hingegen meist übergreifen. Der Ablauf am Beispiel einer Linkskehre: Man schlägt ein, bis nach einer Viertel-Umdrehung die linke Hand am tiefsten Punkt – bei sechs Uhr – anlangt. Dort lässt sie los, während die rechte bis neun Uhr weiter lenkt.