Besser fahren, Teil 3: Linien ziehen
Folge drei der ALLES AUTO Fahrtechnik-Serie: Kurven sind das Salz in der Suppe des Autofahrens. Könner ziehen dabei unauffällig-saubere Linien.
Die vier Stadien des Kurven-fahrens: Abschätzen – einlenken – durchfahren – auslenken
Bei der Wahl der Kurven-Linie lässt uns der Gesetzgeber innerhalb des Fahrstreifens gewisse Freiheiten. Nur wenn es die Verkehrssicherheit erfordert, hat der Lenker eines Fahrzeuges am äußersten rechten Fahrbahnrand zu fahren, heißt es in Paragraph sieben der Straßenverkehrsordnung.
Wie nutzen wir also die uns zur Verfügung stehende Fahrbahn am besten? Der Begriff Ideallinie bezeichnet die Linie für das höchst mögliche Kurven-Tempo. Bei nicht rennmäßiger Geschwindigkeit bietet sie somit die größte Sicherheits-Reserve. Sie zeichnet sich stets durch den weitesten Radius aus und erfordert somit den geringsten Lenkeinschlag.
Im Fall einer einzelnen Kurve führt uns die Ideallinie vom Außenrand über den innen liegenden Scheitelpunkt wieder nach außen (siehe Grafik), sie beginnt bereits vor dem Anfang der eigentlichen Straßenkrümmung und zieht sich über deren Ende hinaus. Wir verlängern somit die Kurve, machen sie also weiter. Physikalisch bedeutet das eine Reduktion der Seitenkräfte durch deren Aufteilung auf eine längere Strecke.
Liegt bei konstantem Kurvenradius der Scheitelpunkt genau in der Mitte, so verschiebt er sich bei enger werdender Krümmung gegen das Ende hin. Man bleibt also länger außen und lenkt später ein. Umgekehrt liegt in weiter werdenden Kurven der Scheitelpunkt vor der Kurvenmitte und erlaubt somit früheres Einlenken.