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  • 03.11.10 von Georg Fischer
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Besser fahren, Teil 4: Anker werfen

Folge vier der ALLES AUTO Fahrtechnik-Serie: Bremsen hemmt den Vorwärtsdrang und ist doch unvermeidbar – richtig ausgeführt manchmal sogar lebensrettend.

Wer bremst, verliert nicht immer - vor allem im Straßenverkehr 

Kein Tag vergeht ohne Meldung über Auffahrunfälle. Sie sind im dichten Verkehrsaufkommen längst Crash-Ursache Nummer eins, verlaufen zum Glück meist glimpflich – und wären zu 90 Prozent vermeidbar. Neben zu geringem Sicherheitsabstand ist dabei falsches Bremsen der Hauptfehler.
Tests in Fahrsimulatoren zeigen, dass die meisten Lenker Notbremsungen zögernd und schwach einleiten. Erst der unaufhaltsam näher rückende Vordermann lässt allmählich den Druck aufs Pedal steigen – oft zu spät. Genau da setzen übrigens Bremsassistenten an, die in einer erkennbaren Notsituation blitzartig volle Bremskraft aktivieren.
Viele Lenker scheuen sich, voll zu bremsen. Tief sitzt die Angst vor unkontrolliertem Rutschen oder gar Schleudern. Dabei sind moderne Autos dank ABS oder ESP ohnehin davor gefeit. Doch selbst ohne elektronische Hilfen stellen vier blockierte Räder den besten Kompromiss dar. Exaktes Dosieren am optimalen Schlupf wäre zweifellos ideal, ist in der Praxis aber nicht erstrebenswert. Denn zu leicht verschenkt man dabei wertvolle Meter.
Noch schwieriger sind Notbremsungen auf wechselnder Oberfläche und in Kurven. Während Elektronik-Assistenten auch dort das Auto bei Vollbremsung meist brav in der Spur halten, muss man ohne diese Hilfen die Bremse immer wieder für kurze Lenk-Korrekturen lösen. Dazwischen gilt aber wie oben: Voller Druck aufs Pedal. Damit bei gelöster Bremse die Antriebsräder frei drehen können, muss übrigens – möglichst schon bei Bremsbeginn – die Kupplung getreten werden.
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