Die japanischen Autohersteller haben es nicht leicht zur Zeit – mit Erdbeben, Tsunami und Akw-Desaster hinter sich und den boomenden Koreanern vor sich. Dennoch: Auf der 42. Tokyo Motor Show scheint die Stimmung unter den Söhnen Nippons wieder recht positiv – geprotzt wird zwar nirgends, doch gegen die Grabesstimmung am Salon 2009 (die japanische Messe findet nur alle zwei Jahre statt) wirkt die heurige Atmosphäre wie ein Aufbruch.
Toyota, noch größter Autohersteller der Welt, löst sich scheinbar vom Hybrid-Hype als einziges Steckenpferd und feiert mit dem GT 86 das lang erwartete Comeback im Segment der leistbaren Sportler. Kopfschütteln erntet allein die Tatsache, dass das gemeinsam mit Subaru entwickelte Coupé in der alten Welt nicht wieder Celica heißen darf – der Beinamensgeber AE86 debütierte übrigens 1983 und war auch nur in Japan ein Begriff. Am Nachbar-Stand bei Nobel-Tochter Lexus gesichtet: der neue GS. Zu uns kommt die Oberklasse-Limousine im Mai, und das nur als bulliger Hybrid 450h – zum Glück diesmal mit einem klassenüblich großen Kofferraum.

Für Mazda, die japanische Nummer-eins-Marke in Österreich, schaut die Zukunft recht rosig aus. 2012 wird nicht nur der CX-5 ins boomende Segment der Kompakt-SUVs einsteigen, auch der beliebte Mittelklassler 6 steht mit Jahresende zur Komplett-Erneuerung an – einen schönen Ausblick darauf zeigt die Salon-Studie Takeri.
Nissan setzt wie Allianz-Partner Renault 2012 voll auf die Elektro-Schiene – den Leaf, das Auto des Jahres 2011, wird es ab Jänner bei uns um rund 35.000 Euro zu kaufen geben. Am Salon in Tokyo glänzt bei Nissan am Stand vor allem dessen Plattform-Bruder Esflow – eine schnittige Studie im Stil des BMW Z4 Coupé.
Wie sieht’s bei den kleineren Japan-Marken aus? Fast verschämt stellt Honda den neuen CR-V ins letzte Eck am Stand. Verstecken braucht sich der Kompakt-SUV jedenfalls nicht, Marktstart in Österreich wird im Herbst 2012 sein – natürlich wird’s wieder den bekannten 2,2-Liter-Diesel geben.
Am fröhlichen, wenn auch eher spärlich bestückten Suzuki-Stand spürt man nichts von den Troubles mit Partner Volkswagen (VW-Chef Winterkorn wirkt am Salon auch ziemlich locker, und nicht wie im Feindesland). Highlight hier: eine grüne Leichtbau-Studie namens Regina, ein Kleinwagen mit nur 730 Kilogramm Gewicht und nur 70 Gramm CO2-Ausstoß.
Noch ein schneller Sprung zu Mitsubishi: Der in Thailand gebaute Colt-Nachfolger wirkt ein bisserl gar beliebig (Europa-Premiere Ende 2012, die Elektro-Version folgt 2013), Laune macht dafür die Vorschau auf den Outlander-Nachfolger. Der SUV soll ebenfalls Ende 2012 in die heimischen Schauräume rollen, zu den Benzin- und Diesel-Varianten wird sich etwas später auch eine Hybrid-Version (Vierzylinder-Otto plus zwei E-Motoren) gesellen.
In der folgenden Foto-Galerie haben wir für Sie die japanischen Salon-Highlights zusammengefasst.