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  • 16.08.10 von Roland Scharf
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Tuning-Lexikon, Teil 5: Scheibenfolien

Teil fünf des ALLES AUTO-Tuning-Lexikons klärt, was in Sachen Scheibenfolien alles möglich – und erlaubt – ist.

Klebe wohl: Klebt der Fachmann, sind Scheibenfolien erlaubt 

Zum endgültigen Look gehören dunkle Scheiben einfach dazu. Das haben die Hersteller bereits erkannt und bieten für aktuelle Modelle schon ab Werk tiefschwarze Fenster an.
Bei älteren Autos muss man aber noch selbst aktiv werden. Doch nicht alles, was erhältlich ist, darf auch verklebt werden. Mehr noch: Die bei vielen Produkten mitgelieferten deutschen TÜV-Gutachten reichen nicht aus, da der österreichische Gesetzgeber strengere Normen vorschreibt. Während bei unserem Nachbarn fünf Prozent Lichtdurchlässigkeit genügen, müssen es hierzulande 20 Prozent sein. Und selbst wenn die Folie legal ist, muss man zusätzlich einen Einbau-Bescheid vorweisen können, der den korrekten Einbau durch einen österreichischen Fachbetrieb belegt (Bescheide aus dem Ausland werden nicht akzeptiert).
Warum? Weil der Gesetzgeber sichergehen will, dass die Folien ohne Sicht behindernde Falten oder Luftblasen angebracht werden.
Theoretisch wäre es zwar möglich, den Einbau selbst durchzuführen, doch benötigt man dann die Bestätigung eines professionellen Folien-Betriebs. Eine solche ist zwar gratis, jedoch nur für perfekte Arbeit zu erhalten. Denn die Profis müssen für ihr schriftliches OK im Falle einer polizeilichen Überprüfung haften.
Und noch eine Auflage gilt es zu beachten: Die Frontscheibe und die vorderen Seitenscheiben dürfen mit nicht Tönungsfolien beklebt werden. Ausnahmen gibt es keine, auch wenn fragwürdige Anbieter damit werben.
Bei dieser Regelung handelt es sich um keine unnötige Schikane, denn erstens verschlechtern Folien die Sicht nach außen (vor allem bei Dämmerung oder in der Dunkelheit), und zweitens können andere Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrer eines rundum verklebten Autos keinen Blickkontakt aufnehmen, was beispielsweise bei bestimmten Kreuzungs-Situationen oder Fußgänger-Übergängen fatale Folgen haben kann.
Übrigens gibt es auch Folien, deren Effekt über optische Aspekte oder verbesserten Wärmeschutz (alle Folien filtern UV-Licht zu nahezu 100 Prozent) hinausgeht: Die Splitterschutz-Folie zum Beispiel ist ungetönt und darf somit auch an den vorderen Seitenscheiben angebracht werden. Im Endeffekt wirkt sie wie das Verbundglas der Frontscheibe. Einbrüche können damit effektiv verhindert werden, da die Scheibe nicht zerspringt, sondern quasi in Form bleibt.
Unabhängig davon, welche Folien man verwendet, dauert der Einbau bei professionellen Betrieben zwei bis drei Stunden. Wichtig allerdings: In der ersten Woche dürfen die beklebten Fenster weder geputzt noch geöffnet werden. Damit die Folien auch so lange halten wie das beklebte Auto.
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