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  • 18.01.11 von Roland Scharf
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Tuning-Lexikon, Teil 6: Flügel verleihen

In Teil sechs des ALLES AUTO-Tuning-Lexikons dreht sich alles um Karosserie-Anbauteile.

Leitwerke wie dieses schauen natürlich mächtig aus, bringen aber nicht immer Vorteile und können untypisierbar sein 

Das Angebot für Optik-Tuning war noch nie so groß wie heute: Von dezenten Spoilern über ausladendes Flügelwerk bis zu Teilen in Rennsport-Optik ist alles erhältlich. Nichts, was es nicht gibt.
Das gilt nicht nur für Formen und Materialien, sondern auch für die Art der Montage. Neben Klassikern wie Heckspoiler und Seitenschweller sind Schürzen besonders beliebt, die einfach über die originalen Stoßfänger gestülpt werden. Die Vorteile: Die Preise sind günstig, und die Montage ist einfach, da die „Hülle“ lediglich an das alte Bauteil geklebt wird. Generell werden die meisten Optik-Teile derart befestigt – dank mitgeliefertem Klebstoff kein Problem. Außerdem hat mit dieser Methode Rost keine Chance, sich an Bohrlöchern in der Karosserie einzunisten.
Vorsicht allerdings bei Billig-Produkten: Diese werden oft ohne Befestigungsmaterial geliefert, und deren Passform ist oft als abenteuerlich zu bezeichnen. Noch dazu sind sie meist nicht typisierbar und damit eigentlich illegal.


Nur legal mit entsprechenden Gutachten: Body-Kits

Worauf ist überhaupt im Detail bei einer Typisierung zu achten? Grundsätzlich gilt: Teile mit spitzen Ecken und aus zu hartem Material haben keine Chance auf Eintragung, da sich das Crashverhalten des umgebauten Autos verschlechtert und vor allem Fußgänger schwerer verletzt werden können. Seriöse Anbieter liefern ein Teilegutachten mit, in dem steht, dass das Bauteil bei einem Unfall nicht splittert. Das gilt auch für Karosserie-Teile aus Kohlefaser-Verbundstoff, selbst wenn sie der Form des Originalteils entsprechen. Hier geht es rein um die Splitterneigung des Materials.
Bei Verkleidungen für Funktions-Teile (z. B. Rückspiegel-Gehäuse oder Scheinwerfer-Teilabdeckungen – der allseits bekannte „Böse Blick“) besagt das Gutachten weiters, dass die Funktion durch den Verbau nicht beeinträchtigt wird.


Meist mit ABE erhältlich: Abdeckungen für Scheinwerfer oder Außenspiegel

Damit ist die Typisierung aber noch nicht ganz durchgestanden. Bei Schürzen und Schwellerverkleidungen kommt es darauf an, dass der Abstand der tiefsten Stelle bis zum Boden mindestens elf Zentimeter beträgt. Einzige Ausnahme sind Spoilerlippen aus weichen, verformbaren Materialien. Hier muss der als „Bodenfreiheit“ titulierte Mindestabstand zur Straße nur acht Zentimeter betragen.
Am einfachsten ist es natürlich, Teile zu montieren, die über eine allgemeine Betriebserlaubnis (EG-ABE) verfügen. Diese dürfen ohne Typisierung verbaut werden, die Bescheinigung muss man allerdings immer im Auto mitführen.
Ganz egal, für welche Form von Styling-Tricks man sich nun entschließt – eines haben sie praktisch alle gemeinsam: Einen aerodynamischen Nutzen haben diese Anbauteile für gewöhnlich allesamt nicht. Vor allem ausladendes Flügelwerk wirkt sich negativ auf den cW-Wert aus. Sprich: Es senkt die Höchstgeschwindigkeit und erhöht den Kraftstoffverbrauch. Wer Tuning also im Sinn von technischer Optimierung versteht, sollte das Thema Spoilerwerk lieber gleich ganz weg lassen.
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