Abgas-Skandal: Volkswagen muss eine Milliarde Euro Bußgeld zahlen

14. Juni 2018
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Aktuelles

Gerade noch hätte man wegen des Zwangsrückrufs von 774.000 Autos denken können, dass nun mit Mercedes Benz eine andere deutsche Automarke ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit geraten würde. Doch der „Ground Zero“ des Abgas-Skandals Volkswagen scheint den Behörden nicht und nicht von der Schippe springen zu können.

Nachdem die Wolfsburger schon in den USA zig Milliarden Dollar Strafe zahlen mussten, belegte nun auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig den VW-Konzern mit einem Bußgeld: Eine Milliarde Euro werden fällig. Die Begründung: „Aufsichtspflichtverletzungen“. Formel ist das allerdings bloß eine Ordnungswidrigkeit. Dennoch verzichtete der Autobauer bereits auf Rechtsmittel (ganz im Gegensatz zu Mercedes Benz) und wird die Strafe anstandslos zahlen. Dies hat nun innerhalb von sechs Wochen zu erfolgen. Adressat des unverhofften Geldsegens: das Land Niedersachsen, das wiederum 20 Prozent an den VW-Stimmrechtsaktien hält.

Was mit dem Geld passieren soll, ist noch nicht entschieden. Die Staatskanzlei meinte in einer passenden Erklärung:

„Zur Verwendung der Mittel wird die Landesregierung im zeitlichen Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen einen Vorschlag unterbreiten.“

Ungelegen kommt das Geld jedenfalls sicher nicht – vor allem so knapp vor der Haushaltsklausur der deutschen Regierung am 24. und 25. Juni.

4 Kommentare

  1. Und was haben die Endkunden davon?!

  2. Die haben eh ein Softwareupdate bekommen. 😉

  3. Vom SW-Update abgesehen (das ja auch nix bringt …) hat der Endkunde genau nichts davon!
    Läge der Politik wirklich daran Gerechtigkeit walten zu lassen, müsste der Konzern dafür verdonnert werden ALLE Schummeldiesel HW seitig auf Euro 6d umzurüsten oder gegen aktuelle Modelle einzutauschen!
    Abschreckung ist so eine Geldstrafe in Wirklichkeit auch nicht – so ein Szenario wurde sicher schon im Vorfeld einkalkuliert …
    VW ist auch nach der Geldstrafe nicht bankrott – ganz im Gegenteil, sie weisen eines der umsatzstärksten Jahre auf …
    Schweinerei dabei ist, dass es einige „Bauernopfer“ gibt und noch größere Schweinerei, dass deren Bestrafung in keiner Relation zu anderen Strafen wie vorsätzliche Körperverletzung, Vergewaltigung oder Mord steht!

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