Akte X-Trail: Nissan X-Trail 2,5 16V Elegance Aut.

2. Mai 2014
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Nissan
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:165 PS
Testverbrauch:11,1 l/100km
Modelljahr:2003
Grundpreis:34.400 Euro

Im (gemäßigten) Gelände zu Hause: Nissan X-Trail – jetzt mit neuem Top-Triebwerk

Ein neues Kapitel in Nissans Akte X-Trail schreibt seit kurzem eine
frische Top-Motorisierung: Der 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner kommt in Österreich in Verbindung mit einer Vierstufen-Automatik und der höchsten Ausstattungsstufe Elegance“ zum Einsatz. Der laufruhige 16V beschert dem 1,5 Tonnen schweren SUV vernünftige Fahrleistungen, Antrieb und Fahrwerk blieben unverändert, das bedeutet leicht schwammiges Feeling auf der Straße, aber erfreuliche Offroad-Eigenschaften durch den elektronisch geregelten Allradantrieb und die passable Achsverschränkung. Zum echten Kraxler fehlen allerdings Untersetzungsgetriebe und Differenzialsperren. Den manuell schaltbaren 4WD-Lock-Modus (mit einer starren 57:43-Verteilung zwischen vorne und hinten) braucht man kaum. Komisch: Mit der 2WD-Taste kann man zwar die hintere Antriebseinheit abkoppeln, bei Bedarf schaltet die Elektronik sie aber selbsttätig wieder zu.
Leider trüben ein paar Ungereimtheiten die Freude über die feine Ausstattung: Kann man über das barocke Cockpit-Design noch streiten, bedeutet die mittige und damit nicht im Blickfeld des Fahrers liegende Armatureneinheit jedenfalls einen echten Nachteil. Auch wird die niedrige Gesamthöhe mit knapper Kopffreiheit erkauft, unbefriedigend ebenfalls die Temperatur-Regelung der Klimaautomatik – man muss bei wechselndem Wetter per Hand nachjustieren. Und warum es ausgerechnet für das stärkste Modell keine Stabilitätskontrolle gibt, bleibt ein Mysterium – und somit eine echte Frage an die Akte X-Abteilung.

Gewöhnungsbedürftig: die barock wirkende, mittig angebrachten Instrumente im X-Trail

Fahren & Fühlen
Der große Vierzylinder-Benziner erfreut durch promptes Ansprechen und gutes Drehmoment, die Fahrleistungen sind vernünftig. Automatik unauffällig, unglückliche Schaltstock-Führung – beim Losfahren wählt man leicht ungewollt Stufe 2, da kein Anschlag bei D. Lenkung: schwergängig und indifferent. Die Federung ist weich, die Dämpfung schwach, daher Neigung zu seitlichem Wanken, Fahrkomfort sonst in Ordnung. In schnell gefahrenen Kurven träge untersteuernd, nur Bremsen kann das Heck herumschwenken lassen. Die Bremsen sind gut dosierbar, bei starker Beanspruchung werden sie weich. Bis gegen 100 km/h erfreulich leise, darüber machen sich Windgeräusche bemerkbar. Guter Seitenhalt durch ordentlich konturierte Sitzlehnen, die Sitzflächen sind jedoch zu kurz.

Platz & Nutz
Kopffreiheit vorne ist knapp, am tief in den Innenraum gezogenen Armaturenträger stößt man sich beim Einsteigen leicht die Knie. Fondraum ausreichend, Kofferraumboden eben, aber kurz. Rückbank 2:1 vorklappbar, Kopfstützen müssen dabei abgenommen werden. Viele, aber teilweise schlecht nutzbare Ablagen. Guter Gag: die beiden gekühlten Fächer für Getränkedosen in der Mittelkonsole, außerdem gibt´s eine Extra-12V-Steckdose im linken Handschuhfach, positiv auch der relativ kleine Wendekreis. Schlecht abzulesen: die mittig angebrachten Instrumente.

Dran & Drin
Feine Elegance-Mitgift: Ledersitze, Klimaautomatik, vier elektrische Fensterheber, elektrisches Glas-Hub-Schiebedach, Sitzheizung, Radio mit CD-Wechsler, FB-Zentralsperre – nur für Metallic zahlt man auf. Kein Grund zur Beanstandung: die solide Verarbeitung, ebenso die Qualität des verwendeten Leders. Das Plastik am Armaturenträger, in den Türverkleidungen und im Kofferraum wirkt dagegen billig.

Sicher & Grün
Front- und vordere Seitenairbags Serie, ebenso fünf Dreipunktgurte und fünf Kopfstützen (reichen vorne bis 1,80, hinten nur bis 1,70 m), Isofix sowie ABS und Bremsassistent. Stabilitätskontrolle nicht erhältlich. Motor erfüllt Euro-IV-Abgasnorm, äußerste Lackschicht nicht auf Wasserbasis, sonst Grün-Check bestanden. Verbrauch für einen Benziner-SUV angemessen.

Preis & Wert
Preislich etwas über dem Honda CR-V und deutlich über dem (kleineren) Toyota RAV4, aber knapp unter dem Land Rover Freelander V6. Drei Jahre Fahrzeug- und Mobilitäts-Garantie, zwölf gegen Durchrosten. Service jährlich oder alle 15.000 Kilometer, dichtes Werkstatt-Netz. Als Benziner fragliche Wiederverkaufs-Chancen.

F A Z I T
Gut ausgestatteter und vernünftig motorisierter SUV mit kleinen Schwächen.

TECHNIK:
4-Zyl.-Reihe, 4-Ventil-Technik, 2488 ccm, 121 kW (165 PS) bei 6000/min, max. Drehmoment 230 Nm bei 4000/min, Viergang-Automatik, Allradantrieb, vorne: Federbeine, Dreiecksquerlenker, Schraubenfedern, Stabilisator, hinten: Parallel-Lenkerachse, Schraubenfedern, Teledämpfer, Stabilisator, Scheibenbremsen v/h (bel.), ABS, L/B/H 4510/1765/1750 mm, Radstand 2625 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,0 m, Servo, Reifendimension 215/65 R 16, Tankinhalt 60 l, Reichweite (bis Tankreserve) 510 km, Kofferraumvolumen 350-1841 l, Leergewicht 1510 kg, zul. Gesamtgewicht 2000 kg, 0-100 km/h 11,1 sec, Spitze 176 km/h, Steuer (jährl.) EUR 640,20, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 12,8/8,0/9,7 l, Testverbrauch 11,1 l ROZ 95

Basis-Preis: EUR 34.400,-

Fotos: Alois Rottensteiner „

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