ALLES AUTO Dezember 2016

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Editorial

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried sieht „eine große Chance für die Elektro-Mobilität“ und fördert diese mit einem massiven Maßnahmenpaket: „Stromer sollen das Image des exklusiven Zweit- und Drittfahrzeugs verlieren und müssen als alleiniges Auto für eine Familie herhalten können“. Ab März erhalten private Käufer eines elektro-betriebenen Fahrzeugs eine staatliche Prämie von satten 4000 Euro (bei Firmen sind es immerhin 3000 Euro), spezielle Nummerntafeln für E-Autos sollen lokale Privilegien in Sachen Parken ermöglichen, dazu soll es bis 2020 ein flächendeckendes Netz an Ladestationen geben.

Wir beschäftigen uns vorerst mit der aktuellen Realität. Abseits der Frage, wie umweltfreundlich Elektrofahrzeuge wirklich sind, haben wir in unserer großen Kaufberatung ab Seite 10 fünf aktuelle Strom-Anbieter versammelt. Dazu gibt’s einen Fahrbericht vom künftig günstigsten Elektroauto, dem Smart fortwo, der im Herbst 2017 in Österreich auf den Markt kommt. Eines gleich vorweg: Richtig billig sind E-Fahrzeuge nach wie vor nicht. Und halbwegs familientauglich ist eigentlich nur der Neueste auf dem Markt, Hyundais Ioniq. Abgesehen vom sauteuren Tesla Model X natürlich.

Und wie sieht es mit den Reichweiten aus? Besser als noch vor Kurzem. Trotz wenig sommerlicher Temperaturen waren im Praxis-Test fast durchgehend gute 200 Kilometer möglich. Für die täglichen Wege im urbanen Lebensbereich sollte der Aktionsradius also ausreichen – allerdings nur unter einer Voraussetzung: Daheim oder am Arbeitsplatz muss eine Ladestation vorhanden sein. Damit disqualifiziert sich das Elektroauto leider für den Großteil der Autofahrer, Förderungen hin, Privilegien her.

Die Batterie-Technologie wird jedoch permanent attraktiver, was den Preis anbelangt, aber auch die Kapazität und damit Gewicht bzw. Platzbedarf – genau das ist jedoch ein Grund, warum viele Interessenten zögern. Keiner möchte eben in zwei, drei Jahren mit veralteter Technik herumfahren. Wir bleiben für sie jedenfalls dran am spannenden Thema Elektromobilität, vergessen daneben aber auch die klassischen Antriebskonzepte nicht. Kurz vor Redaktionsschluss schockte uns noch eine Nachricht: Georg Fischer ist verstorben. Ein Nachruf auf Seite 7 erinnert an unseren langjährigen Testchef, der bis zuletzt als ALLES AUTO-Mitarbeiter tätig war. Im Anschluss lassen wir Georg noch ein letztes Mal zu Wort kommen und wiederholen eine Story aus dem Jubiläums-Heft von 2012, in dem jeder Redakteur sein persönliches Auto des Jahres gekürt hatte.

Enrico Falchetto

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