ALLES AUTO Jänner/Februar 2019

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Editorial

Wirft man einen Blick in unsere Cover-Story, wird eines klar: 2019 werden in Sachen Elek­troauto so viele Neuvorstellungen erwartet wie nie zuvor – kaum ein Her­steller wird am Ende ohne ein Strom-Fahr­zeug im Port­folio dastehen. Wenn also der neue kompakte Tesla im Frühjahr tat­sächlich in Euro­pa auf den Markt kommt, wird er eine Vielzahl an star­ken Mitbe­werbern vorfinden. Einige Jahre haben sich die übrigen Her­steller das ameri­­ka­­nische Wunder angesehen, jetzt wird offensichtlich zurückge­schla­gen. Vor allem in einem Punkt können die alteingesessenen Autokonzerne ge­genüber dem kalifor­nischen Phäno­men auftrumpfen: mit ihrem Servicenetz.

Angesichts dessen überrascht einmal mehr der Blick auf die Wirtschaftsseiten der Medien: Im rei­­nen Aktienwert hat Tesla mittlerweile nicht nur Ford, GM und BMW überholt, son­dern auch Daimler. Und das, obwohl man ­vergleichsweise wenig Anlagevermö­gen in die Waagschale werfen kann und 2018 keine 300.000 Au­tos produziert hat – was glo­­bal gesehen fast lächerlich ist. Von den seit längerem ausbleibenden Gewinnen ganz zu schweigen. Doch Tesla-Aktio­näre scheint das nicht zu stören, wie Sekten­an­hänger folgen sie ­ihrem Guru Elon Musk bedingungs­los.

Besonders motiviert in Sachen Strom-Strategie scheint der einzige deutsche Kon­zern, der an der Börse noch mehr wert ist als Tesla: Volks­wagen. Der Global Player hat natürlich einiges an Image gut zu machen, mögen man­che meinen, Stichwort Ab­gas-Affäre. Mag sein, doch das Ablenkungsmanöver bringt 2019 immerhin neue Elek­­tro-Model­le von vier Marken: VW, Seat, Audi und Porsche. Ob sich das positiv auf den Kurs der Volkswagen-Aktie auswir­ken wird? Sagen wir so: Anleger in der Al­ten Welt sind mit Sicherheit vorsich­tiger und weniger euphorisch, um nicht zu sa­gen: weniger gutgläubig. Selbst wenn die Dividenden der Europäer Grund zum Jubeln geben.

Sollte Elon Musk 2019 nicht in zu viele Fettnäpfchen treten, wird Tesla hier also wohl wei­terhin vor Daimler bleiben – der Strom-SUV EQC, der fürs zweite Quartal ange­kün­digt ist, kann daran wahrscheinlich kaum etwas ­ändern. Mercedes hat die Elek­tro­mobilität ebenfalls voll im Visier, wir ­bleiben für Sie natürlich auch hier am Ball. Und starten jetzt einmal ganz klein: Mit dem Smart fortwo EQ fährt bei uns auf Seite 42 das klein­ste Elektro­auto zum Test ins Heft. Die größte Story ­dieser Ausgabe wid­met sich frei­lich klassi­schen Kraxlern: Wir ­haben Jeep Wrangler, Mercedes G und Suzuki Jimny zum Showdown der letzten echten Geländewagen gebeten – eine schmutzige Ange­le­gen­heit. Ganz nach alter amerikanischer Art. So wie auch der Ford Mustang Bullitt auf Seite 54.

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