Alles Auto Juni 2021

Editorial

Ernst Prost könnte man als Autofan kennen, muss man aber nicht. Bis zum Verkauf seiner Anteile 2017 war der Bayer Inhaber des Schmiermittelher­stel­lers Liqui Moly, seither ist der heute 64-Jährige „nur“ noch als Geschäftsführer tätig. Und als solcher höchst umtriebig, immer wieder macht er auf die soziale Verantwortung seines Unter­nehmens für heimische ­Arbeitsplätze aufmerksam – sogar in den Werbekampagnen seiner Firma, in denen sich der polarisierende Prost gerne selbst inszeniert. Ein Un­terneh­mer der alten Schule, keine Frage – und ein erfolgreicher noch dazu: Selbst im Pan­demie-Jahr legte der Umsatz seiner Öle und Additive deutlich zu, der heurige März war gar der umsatzstärkste in der Geschichte von Liqui Moly. Interessant: In Sa­chen Werbung setzt das Ulmer Unternehmen weniger auf online, ­sondern viel­mehr auf klassische For­mate, neben TV besonders auf Print. Und das in der Krise sogar verstärkt. Was uns einer­seits freut – und anderer­seits zeigt, wie erfolgreich diese Art des kon­ven­tionellen Marke­tings sein kann.  

Alles andere als klassisch analog scheint der Inhalt dieser Juni-Ausgabe, wieder ein­mal erwar­ten Sie jede Menge E-Autos. Neben dem Vergleich der City-SUV Mokka-e und EQA (wann hat zuletzt ein Opel einen Mercedes zum Duell gefordert?) und Fahr­berich­ten zu den spannenden Strom-New­­­­co­mern Hyundai Ioniq 5 & Ford Mustang Mach-E auf Seite 22 bzw. 24 haben wir gecheckt, was das teuerste E-Auto auf dem Markt kann: Ab Seite 60 fährt der Porsche Taycan Cross Turismo Turbo S ins Bild. Und auf derselben Platt­form, wenn auch ums halbe Geld (aber weit mehr als halb so beeindruckend) auf Seite 42 der Audi e-tron GT.

Viele können freilich mit der „heilen Welt“ der Akku-Autos wenig anfangen, obwohl Politik & Mainstream-Medien die Elektromobilität in den Himmel heben und als Allheilmittel im Kampf gegen den Klimawandel ansehen. Welche dunklen Flecken die grünen Weste der Stromer beschmutzen, beleuchtet Stefan Pabe­schitz in seiner großen Story ab Seite 16. Und hinterfragt im „Letzten Wort“ auf Seite 98 den Sinn der Siegel in Sachen Klimaneutralität. Immerhin: Wie schon zuletzt berich­tet, ­beginnt die EU schön langsam Alternativen zur Elektromobi­lität ins Auge zu fas­sen, vor allem in E-Fuels erkennt Brüssel endlich einen probaten Lö­sungsweg. Die deut­sche Politik prescht sogar vor: Das Verkehrsministerium unserer Lieb­lingsnach­barn för­dert ab sofort die Ent­wicklung von regenerativen Kraftstoffen mit 640 Mil­lio­nen Euro. Gut so! Denn damit könnten alle bestehenden Verbrenner einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Enrico Falchetto, Chefredaktion ALLES AUTO

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