ALLES AUTO März 2019

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Editorial

Die österreichische Normverbrauchsabgabe ist eine Zusatzsteuer beim Kauf eines Neuwagens, sie wird abhängig vom CO2-Ausstoß des betref­fenden Fahr­zeugs be­rechnet. Über Sinn und vor allem Unsinn dieser in Europa einzigartigen Abgabe sinniert Stefan Pabeschitz im „Letzten Wort“ auf Seite 130. Im Wahlprogramm der FPÖ zur letzten Nationalratswahl wurde eine Abschaffung der NoVA propagiert, was vielleicht den einen oder anderen dazu bewogen hat, seine Stimme den Blauen zu geben. Ver­kehrs­minister ­Norbert Hofer ließ auch Anfang dieses Jahres verlautbaren, dass er für ­eine Abschaffung sei. Doch das letzte Wort habe das schwarze bzw. türkise Finanz­mi­nis­terium – und da winkte man umgehend ab. Man wolle die NoVA ­lieber noch stärker ökologisieren, natürlich aufkommens­neutral.

An sich ist die Normverbrauchsabgabe, zumal nicht zweckgebunden, wenig ökolo­gisch, bestraft sie doch den Kauf umweltfreundlicher Neuwagen. Unabhängig davon, wie viel CO2 das betreffende Auto dann später ­tatsächlich in die Atmosphäre ent­lässt. Gerechter und ökologisch sinnvoller wäre es, die Normverbrauchsabgabe abzuschaffen und statt­dessen die Mineralöl­steuer zu er­höhen. Laut seriösen Be­rechnungen wäre das mit 4 Cent pro Liter erledigt – bei einer so niedrigen Anpas­sung ginge niemand hier zu Lande in gelben Westen auf die Straße um zu protes­tieren. Und unser Sprit wäre damit auch nach wie vor günstiger als in den Nach­bar­ländern, aus denen Tanktouristen nach Österreich kommen um unser Budget auf­zubessern.

Dass dann freilich Autofahrer, die sich nicht alle drei, vier Jahre ein neues Fahrzeug kau­fen können oder wollen, aufstöhnen, ist verständlich – zumal wenn sie be­ruflich auf einen privaten Pkw angewiesen sind. Doch die Regierung könnte ja die Pendler­pauschale anheben um die Mehrkosten abzufedern. Das wäre doch ein An­satz, wie man die geplante und im Detail noch nicht kommunizierte Steuerreform autofahrer­freundlich verkaufen könnte. Und autofahrerfreundlich ist sie ja, diese gar nicht mehr so neue Regierung, das muss man ihr lassen.

Durch und durch autofahrerfreundlich ist natürlich auch diese ­ALLES AUTO-Ausgabe – und alle, die trotz NoVA-Belastung daran denken, ein neues Fahrzeug zu kaufen, finden in der ­Heftmitte wieder unseren großen Auto-Katalog zum Herausnehmen. Auf 48 Seiten präsentieren wir Ihnen den heimischen Pkw-Markt übersichtlich nach Fahr­zeugklassen geordnet, zu ­allen Mo­dellen gibt es Preise, Bilder sowie die wichtigs­ten techni­schen Daten. Und das Ganze zum gewohnten Heftpreis – ­also ohne zusätz­li­che Katalog-Abgabe.

Enrico Falchetto

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