Wie feinfühlig der Automarkt in Österreich ist, zeigt die Tatsache, dass mit Beginn des Iran-Kriegs und dem damit verbundenen Benzinpreis-Wahnsinn die Nachfrage nach Elektroautos rasant gestiegen ist – das gilt für Neu- wie auch für Gebraucht­wa­gen. Die Fernost-Marken des heimischen Großhandelsriesen Denzel etwa konn­ten ihre (über-)vollen Lagebestände unerwartet schnell abbauen. Dabei ist noch gar nicht klar, ob sich die Tankstellen-Tarife nicht in den nächsten Wochen und Monaten wie­der auf ein halb­wegs normales Niveau nivellieren. Und dann bekommt man womög­lich gerade ein Auto ausgeliefert, das nicht so recht zu den Lebensumständen pas­sen mag.

Vielleicht war es für viele aber auch nur der berühmte Tropfen, der das Ölfass zum Überlaufen gebracht hat. Sprich: Man hat lange mit sich gerungen, ob man den Um­stieg auf die E-Mobilität wagen soll – und jetzt eben einen Anlass gefunden, um sich einen Ruck zu geben. Eines ist klar: Das Angebot an Elektroautos ist so groß wie nie zuvor. Auch im leistbaren Bereich, wie der neue Renault Twingo zeigt, von dem wir Ihnen hier im Heft auf Seite 20/21 einen ersten Fahrbericht liefern. Die Strecke der Einzeltests ist diesmal ebenfalls stark stromlastig, ab Seite 38 fahren unter an­derem Alpine A390, Mercedes GLB und CLA Shooting Brake, Toyota Urban Cruiser und bZ4X, BYD Atto 3 Evo, Hyundai Ioniq 6 und Volvo ES90 vor.

Eines ist aber ebenfalls klar: Im Sog der hohen Spritpreise werden auch die Strom-Tarife steigen. Ein E-Auto macht also vor allem dann Sinn, wenn man daheim eine Photo­voltaik-Anlage hat – oder natürlich, wenn man das Auto als steuer­begünstigten Dienstwagen serviert bekommt. Als Privatkunde lässt sich aber selbst mit einem Ver­brenner Geld sparen, nämlich durch die Wahl eines kleineren Autos. Das Zwergen-Segment ist zwar in den letzten Jahren gehörig ausgedünnt – auch ob teils fragwür­diger EU-Regularien –, doch die Modelle der Viermeter-Klasse sind in letzter Zeit so gut ge­worden, dass sie vielen als einziges Fahrzeug im Haushalt reichen könnten.

Und es gibt auch noch richtig günstige Kleinwagen, wie unser großer Vergleichstest in dieser Ausgabe zeigt. Da stellen sich die frisch gelifteten Bestseller Dacia Sandero und Seat Ibiza einem im Wortsinn hochspannenden Herausforderer aus Chi­na: dem MG3. Bei dem rangieren nämlich durch eine aktuelle Aktion die Preise für die potente Hybrid-Version auf dem Niveau der herkömmlichen Basis-Motorisierung mit Schalt­getriebe. Welcher Wagen aus dem Trio am Ende die Nase vorne hat, lesen Sie ab Seite 10.

Enrico Falchetto

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