Zweimal im Jahr gibt es bei uns im Heft den großen Autokatalog, diesmal zu finden ab Seite 45. Was uns als Macher auffällt: Seit Jahren wachsen die beiden SUV-Ka­pitel – und im Gegenzug schrumpfen die zwei letzten Rubriken: Coupés & Cabrios. Immer we­niger Hersteller bespielen die einst so coolen Nischen, besonders auffällig ist das bei Audi – im Gegensatz zu den Premium-Konkurrenten BMW und Mercedes führen die Ingol­städter keinen einzigen Zweitürer mehr im Programm, weder mit noch ohne auf­mach­barem Dach.

Das zeigt sich schon beim Fahrberichte-Reigen hier im Heft ab Seite

Liegt es am mangelnden Kundeninteresse? Möglich. Ganz dringend im Verdacht haben wir aber auch die Erbsenzähler bei den großen Autoherstellern: Eine Baureihe wirft keinen Gewinn ab – weg damit! Image-Transfer? Nie gehört! Ob der coole Zwei­türer im Schauraum Kunden an­zieht, die dann vielleicht einen pro­fa­nen Kom­bi, einen trendigen SUV oder einen kitschi­gen Crossover kaufen, lässt sich halt leider nicht ab­bilden in der Konzern-Bilanz.

Im leistbaren Bereich ist die Luft noch dünner. Danke an dieser Stelle an Mazda, dass man seit mehr als drei Jahrzehnten den MX-5 anbietet – was wir hier im Heft ab Seite 98 abfeiern. Traurig: dass der Frischluft-Japaner mittlerweile konkurrenzlos ist. Ab unter 35.000 Euro ist man hier da­bei (so viel kostet übrigens auch der günstigste Mini mit Stoffdach), der nächstteurere Roadster, der BMW Z4 aus Graz, kostet schon knapp 60.000 Euro. Bei Volkswagen gibt es nur noch das T-Roc Cabriolet (aktuell ab knapp über 40.000 Euro zu haben), und das auch nicht mehr lange.

An der Coupé-Front sieht es nicht besser aus. Möchten Ladies and Gentleman mit ei­nem Zweitür-Zweireiher einen eleganten Kontrast zum SUV-Wahn zelebrieren, müssen sie vor allem eines sein: solvent. Unter 50.000 Euro spielt sich nichts mehr ab im Style-Segment. Und dafür bekommt man auch „nur“ einen 2er-BMW. Mit vier Zylindern, 156 PS und wenig Mitgift. Der große Bruder 4er ist fast zehn Tausender teurer, noch kostspieliger kommt der CLE von Mitbewerber Mer­ce­des.

Wer glaubt, im Kleinwagen-Segment finden sich noch Karosserien mit zwei Seiten­türen, der irrt. Neben dem erwähnten Mini gibt es da nur noch den Retro-Kol­legen Fiat 500 samt Abarth-Ableger – den Italo-Zwerg immerhin optional mit einem Falt­dach für einen Ansatz von Cabrio-Feeling. Kleinwagen sind generell unter Druck ge­raten in den Konzern-Zentralen – bei den heimischen Neuwagen-Käufern aber nach wie vor beliebt. Damit die den richtigen finden, gibt es bei uns hier im Heft ab Seite 10 eine große Kaufberatung mit den zehn meist verkaufen Vertretern der Klasse.

Enrico Falchetto

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