Angewandter Stockmarismus (Teil 2)

30. Mai 2016
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Liebe Leute!

 

In Teil 1 habe ich anhand der Zahlen von E-Control den Strommix in Österreich dargelegt. Demnach fallen bei der Erzeugung von einem Kilowatt Strom 58,03 g CO2 an.

Ich möchte nun für alle, die das Thema Elektromobilität interessiert und für die Stockmaristen, also Menschen, die vorbehaltlos alles glauben, nur weil es ein Professor sagt, einen CO2-Vergleich zwischen einem Elektroauto und einem Auto mit einem Verbrennungsmotor anstellen.

Damit die Automodelle möglichst vergleichbar sind habe ich mich für den Smart entschieden weil dieser Hersteller beide Versionen anbietet resp. angeboten hat (vom Smart ED werden bis zur Markteinführung im „neuen Kastl“ nur noch vorproduzierte Restbestände verkauft). Die Angaben über den Smart ED habe ich dem Test in einer deutschen Autozeitschrift entnommen. Zum Vergleich habe ich einen vom ADAC getesteten aktuellen Smart mit dem 71-PS Motor gewählt

Zuerst muss einmal der Energieaufwand bei der Herstellung der Smart-Batterie ermittelt werden. Ich greife dabei mangels Herstellerangaben auf die Zahlen des Instituts für Energie und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) zurück. Dort hat man berechnet, dass bei der Batterieherstellung je Kilowattstunde 125.000g CO2 anfallen. Von diesem Wert hat man den Mehraufwand bei der Herstellung eines Verbrennungsmotors im Vergleich zu einem Elektromotor abgezogen sodass letztendlich 113.500 g CO2/kWh verblieben sind. Der Smart-Energiespeicher hat eine Kapazität von 17,6 kW. Bei seiner Herstellung fallen daher 1.997.600 g CO2 zusätzlich an.

Der Smart ED hat im Test 15,1 kWh*/100 km verbraucht. Das sind anrechenbare 8,76 g CO2/km

Der Smart mit dem 71 PS Motor hat im ADAC-Test 139 g CO2/km emittiert. Das sind nach Adam Riese 130,24 g CO2 mehr je Kilometer. Stellt man diesem Wert die CO2 Mehrbelastung bei der Batterieherstellung gegenüber, errechnet sich, dass der Smart ED bereits nach 15.333 km Fahrstrecke den CO2 Malus bei der Batterieherstellung egalisiert hat.

Nicht berücksichtigt ist dabei das durch den höhere Wartungsaufwand eines Verbrennungsmotors und die sonstigen verbrauchbaren Stoffe (Motoröl etc.) anfallende CO2.

*Die 15,1 kWh wurden ohne Ladeverluste ermittelt.

1 Kommentare

  1. Liebe Leute!

    ich habe zu Vergleichszwecken einem VW Golf E einen Golf 1.0 TFSI Blue Motion gegenübergestellt.
    Beide Fahrzeuge wurden vom ADAC getestet.

    Der Golf E verbrauchte im Schnitt 18,2 kWh. Sein Energiespeicher fasst 24 kWh.
    Der 1.0 TFSI hat im Test 141 g CO2/km emittiert.

    CO2 Emission durch die Batterieherstellung zusätzlich: 2.724.222 g
    Anrechenbare CO2-Emission im Betrieb des E-Golf: 10,56 g/km

    Amortisation der höheren CO2 Belastung durch die Batterieherstellung nach 20.883 km

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