Kommentar: Assistenz-Einsatz

25. April 2019
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Aktuelles

Jetzt hat die EU also reagiert – ein Abbiege-Assistent wird für alle ab 2022 neu zugelassenen Lkw Pflicht. Damit steigt die Hoffnung, dass tragische Unfälle wie der eines Neunjährigen in Wien vor ein paar Wo­chen bald für immer der Vergangenheit angehören. Der Bub war auf dem Weg zur Schu­le auf dem Zebrastreifen von einem Lkw erfasst wor­den, weil er im Toten Winkel nicht zu sehen war.

Die darauf­folgende politische Diskussion wurde von viel Emotion und Po­le­mik be­gleitet, vor allem das Ergebnis verärgerte viele – sie sahen darin ein Ein­knicken von Verkehrsminister Hofer gegenüber der heimischen Wirtschaft, die sich vehement gegen gesetzlich vor­ge­schriebene Abbiege-Assistenz­systeme gewehrt hatte.

Auch wenn es am Ende der Kunde der mit dem Lkw gelieferten Waren wird bezahlen müssen, weil solch ein elektronisches Feature natürlich den Fahrzeugpreis erhöht, beklatschenswert ist diese Aktion des Europäischen Parlaments allemal. Weil die Kosten in keiner Relation zum menschlichen Leid stehen.

Bis der Abbiege-Assistent halbwegs flächendeckend zum Einsatz kommt, wird es freilich noch etwas dauern. Also sollte man nicht ver­ges­sen, sich als Fußgänger auch selbst wieder mehr in die Verantwor­tung zu nehmen. Indem man das Handy in der (Jacken-)Tasche lässt und es dort auch nicht als Abkoppelungs-Instrument für die Ohren miss­braucht. Indem man als schwacher Verkehrsteilnehmer nicht blind auf die Assis­tenzsysteme der Autos vertraut. Und indem man seine Kinder zur Seite nimmt – sowie an die Hand, um den Schulweg zu üben und vor mögli­chen Gefah­ren­situationen zu warnen

1 Kommentare

  1. Die permanente rechtliche Besserstellung von Fußgängern und Radfahrern hat bei diesen zu einer gewissen „Überheblichkeit“ gegenüber Autofahrern geführt, die gefährlich ist. Manche meinen, sich ohnehin im Recht zu befinden und vergessen dabei, dass ihnen das herzlich wenig nutzt, wenn es zum „Feindkontakt“ kommt, weil sie eben der „Schwächere“ sind. Recht haben macht nicht unverwundbar.
    Nicht nur Handyhörer und -seher taumeln durch die Gegend, gefährlich sind auch die Fußgänger, die normal am Gehsteig in Fahrtrichtung gehen und plötzlich bei einem Fußgängerübergang wie ein verfolgter Wildhase einen Haken schlagen und ohne zu schauen die Straße überqueren beginnen. Das Gegenteil von denen, die am Rande des Zebrastreifens stehen und Debatten führen, reihenweise Autos zum Stehenbleiben nötigen, bis man bemerkt, die quatschen nur an neuralgischer Stelle und wieder langsam weiterfährt. Könnte ja trotzdem sein, dass die Debatte beendet ist und einer losstürmt. Von den sich kreuz und quer durch Autokolonnen durchschlängelnden, sich von hinten an die Kreuzung anschleichenden Radfahrern ganz zu schweigen, die dann empört losbrüllen, wenn man rechts abbiegt und sie ungewollt „schneidet“.
    In meiner Jugend im Jahre Schnee wurde uns noch eingebläut, besonders gut auf Autos aufzupassen, 3-mal vor dem Überqueren einer Straße links/rechts zu schauen, sich von reversierenden LKW´s tunlichst fern zu halten und Radwege und Nebenstraßen beim Radfahren zu nutzen.
    Bei mir wirkt es bis heute.

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