Kommentar: Aufforsten statt abholzen

22. Juli 2019
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Aktuelles

Die europäische Politik hat sich den Kampf gegen den Klimawandel auf die Fahnen geheftet. Viel wird dabei den Autoherstellern aufgebürdet, indem etwa die Flotten­ver­bräuche immer weiter gesenkt werden (die Emission des Treibhausgases CO2 geht ja 1:1 mit dem Verbrauch konform). Prinzipiell in Ordnung, wenn mehr Augenmaß im Spiel wäre, denn an allem Schuld sind die Autos bei weitem nicht.

Ein üble Klimasünde ist etwa die aggressive Abholzung der Wälder auf der ganzen Welt, vor allem um Platz für Weideland zu schaffen. Da Pflanzen CO2 aufnehmen, Tiere es aber – wie auch Menschen – über ihre Atmung emittieren, sind das gleich zwei Schritte in die falsche Richtung.

Die renommierte Technische Hochschule Zürich (ETH) hat eine Studie veröffentlicht, nach der man zwei Drittel des vom Menschen verursachten CO2 binden könnte, würde man die globalen Wälder um ein Drittel aufforsten. Für diese zusätzlichen 900 Millionen Hektar (etwa die Größe der USA) gäbe es genügend Flächen, die niemanden einschränken, die Hälfte davon allein in Russland, den USA, Kanada, Australien und Brasilien.

Bäume pflanzen taugt nicht als Absolution für sämtliche Klimasünden, ein wichtiger zusätzlicher Schritt sollte es aber sein. Der Schlachtruf „Aufforsten statt abholzen!“ wäre es jedenfalls wert, von Klima-AktivistInnen ins Protest-Portfolio aufgenommen zu werden.

Foto: Stephanie Edwards / pixabay.com

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