Das ist (wirklich) der neue Audi Q5 / UPDATE

30. September 2016
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Aktuelles

Ja ja, ich weiß. So wirklich neu wirkt der neue Audi Q5 nicht, auch wenn wirklich alles an diesem Modell neu kam. Aber das Design ist, sagen wir, eher konservativ ausgefallen. Aber mal ehrlich: Mit großartigen Überraschungen hat ja eh keiner gerechnet, oder? So reiht sich Q5, der Zweite, also nahtlos in die aktuelle Audi-Modellpalette: Aufwändige Technik, und kaum einer sieht’s.

Static photo, Colour: Florett silver

Audi selbst spricht von einem sportlich-straffen Auftritt und hebt den plastisch ausgeformten Singleframe-Kühlergrill hervor, der die sehr flache, weil aerodynamisch geglättete Front dominiert. Die Scheinwerfer links und rechts von ihm können auf Wunsch auch mit hochauflösendem Matrix-LED-Licht bestückt werden. Was die Ingolstädter sonst noch über die Linienführung verraten? Dass eine markant geschwungene und stark unterschnittene Schulterlinie die Seitenansicht gliedert. Oder dass die stark betonten Radhäuser auf den Allradantrieb Quattro hinweise, der natürlich auch im Q5 steckt.

 

Cool aber: Das 4,66 Meter lange, 1,89 Meter breite und 1,66 Meter hohe SUV wurde im Schnitt um 90 Kilogramm leichter als sein kleinerer und nicht so geräumiger Vorgänger. Zudem wurde weiter am Luftwiderstand gefeilt, der Wert von 0,30 gilt für ein derart großes Auto als äußerst gut – was sich natürlich positiv auf den Verbrauch und die Windgeräusche auswirkt, die übrigens für die beste Innenraumakustik in dieser Klasse sorgen soll. Ganz so schlecht ist das Q5-Design also nicht, wenn man es jetzt rein technisch sehen würde.

InteriorMan muss aber auch dazu sagen, dass es sicher nicht leicht ist, einen Bestseller neu aufzulegen. Da überlegt man es sich schon zweimal, etwas vom bewährten Erfolgskonzept abzuweichen. „Der erste Audi Q5 war über Jahre hinweg der weltweit bestverkaufte SUV in seiner Klasse. Seinen Nachfolger zu konzipieren war keine leichte Aufgabe, aber gerade deshalb sehr reizvoll“, meint dazu Rupert Stadler, Oberboss von Audi. „Mit dem neuen Q5 legen wir die Messlatte wieder ein Stück höher. Zu den großen Innovationen gehören der quattro-Antrieb mit ultra-Technologie, die hocheffizienten Motoren, die Luftfederung mit Dämpferregelung sowie das umfassende Angebot beim Infotainment und den Assistenzsystemen.“

Das müssen wir dem Herrn Stadler jetzt einmal so glauben, denn auf ausführliche technische Daten müssen wir noch ein Weilchen warten. Der Q5 kommt schließlich erst im ersten Quartal 2017 auf den Markt, die Serienreife liegt quasi in Reichweite. Was aber fix ist: Die Technik teilt er sich weitgehend mit dem Audi A4, der ebenfalls auf dem modularen Längsbauksten (MLB) basiert. Motoren folglich Diesel mit zwei Litern Hubraum und vier Zylindern, oder mit drei Litern Hubraum, verteilt auf sechs Häferln in V-Form. Benziner durchwegs mit vier Zylindern und Turboaufladung. Ob in diesem Modell auch die V6-Benziner kommen, gilt als noch offen. Der famose Fünfzylinder hat in dieser Längs-Anordnung jedenfalls keine Chance auf Verwirklichung.

UPDATE // Live-Eindrücke aus Paris:

Der erste Eindruck der Pressebilder täuscht auch in der Realität nicht: ein großer Design-Sprung ist der neue Q5 nicht. Das heißt aber nicht, dass er rein optisch nicht „funktioniert“: er wirkt breiter, stattlicher, aber nicht übertrieben sportlich. Gute, moderne Audi-Kost eben.

Quasi klassische Audi-Qualitäten beweist der Innenraum. Interieur-Design und Verarbeitung können sie in Ingolstadt halt einfach. Schlichte Eleganz, perfekte Ergonomie – alles quasi selbstverständlich. Spannend wird hingegen wie sich die wohl einzige, tatsächlich mutige Tat im Alltag bewähren wird: Der Touchscreen über dem Automatik-Wahlhebel. Im Grunde ist das nämlich eine ziemlich große Fläche, für die wir zumindest beim rund 5-minütigen Herumspielen kaum sinnvolle Verwendung gefunden haben. Damit nämlich bei Google Earth den Cursor zu bewegen, ginge mittels Touchscreen mindestens genauso schnell. Web-Browser konnten wir in der Eile keinen finden, aber selbst da würde mir persönlich nun kein Bonusnutzen eines Touchscreens einfallen. Bleibt die Möglichkeit – wie es ja schon bei vielen Autos von zB BMW, Mercedes oder auch Audi üblich ist – Buchstaben darüber zu schreiben. Nur hat das bisher schon gut auf den kleinen Flächen auf den Drehrädern funktioniert … wie dem auch sei: Wollen wir uns mal nicht an so einem kleinen Detail aufhängen.

Die großen Pflichtpunkte, nämlich Platzangebot und Design, erledigt der Q5 nämlich tadellos. Und irgendwie kann man sich auch gut vorstellen, dass der auf der MLB-Plattform stehende Ingolstädter auch gut fahren wird. Aber das muss dann eben unser Test klären – irgendwann im Jahr 2017.

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