Das Motorsport-Update: Rückblick und Vorschau

9. August 2016
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Aktuelles

Willkommen zum Motorsport-Update bei ALLES AUTO, mit einem Rückblick auf die Motorsport-Highlights des letzten Wochenendes und einem Ausblick auf die Events, die ihr euch in Österreich in nächster Zeit nicht entgehen lassen solltet.

Rallye-EM

Nach dem Schotterlauf in Estland ging es diesmal in Polen auf Asphalt weiter. Neben Titelverteidiger Kajetan Kajetanowicz war keiner der Topleute aus der Europameisterschaft am Start. Einziger ernst zu nehmender Gegner war Bryan Bouffier im Citroen DS3 R5. Der Franzose ist bekanntlich sehr schnell, fährt aber nicht die gesamte Saison. Doch Kajetanowicz wollte sich in seiner Heimat keine Blöße geben und hielt von Beginn an voll drauf. Lediglich der Franzose konnte mithalten, doch am Ende gewann der Pole im Ford Fiesta R5 ganz deutlich. Bouffier hingegen musste um seinen zweiten Rang zittern. Ein Loch im Kühler des Citreon ließ alle Warnleuchten im Auto angehen. Sein Copilot Xavier Panseri, der ja auch über riesige Dakar-Erfahrung verfügt, konnte dieses Problem lösen – mit einem Kaugummi! McGyver im Rallyesport, so wie es sich gehört. Trotz aller Warnsignale im Auto konnten die beiden damit sogar noch drei Bestzeiten holen und Rang zwei ins Ziel bringen. Dritter wurde Grzegorz Grzyb, ebenfalls aus Polen. Mit diesem Sieg kam Kajetanowicz seiner Titelverteidigung einen Schritt näher, zumal seine Mitstreiter diesen Lauf ja ausließen. Weiter geht es in drei Wochen im tschechischen Zlin.

Rallyecross-WM

Die Stars der Rallycross-WM trafen sich diesmal in Kanada. Tolle Rennen, super Kulisse und ein Schönheitsfehler. Nach sensationellen Qualifikationsläufen wurde der für das Rallycross Team Austria startende Timur Timerzyanov nach dem Halbfinale disqulifiziert. Der Grund, er soll Topy Heikkinen angeschoben haben. Der Russe konnte es nicht glauben, versuchte auch zu erklären, dass Heikkinen zu spät auf der Bremse war, doch die Rennleitung wollte es wohl gar nicht hören, schon gar nicht den Beweis über die in allen Autos verbauten Onboardkameras ansehen. Warum bleibt wohl ein Rätsel. Böse Zungen behaupten, dass es die einzige Möglichkeit war Timmy Hansen (Peugeot) ins Finale zu bringen, in seinem Semifinale war er nämlich schlicht zu langsam und somit ausgeschieden. Durch die Disqualifikation des Russen rückte er auf, gewann anschließend sogar das Finale und bleibt damit weiter im Titelkampf. Ob das jetzt wirklich nur böse Zungen waren? Das entsprechende Onboardvideo verbreitete sich bereits auf Facebook, jeder darf sich seine Meinung bilden, doch gut 99% der Leute sind sich einig, dass Timerzyanov hier um ein Finale und einen möglichen Sieg betrogen wurde.

Um das Ergebnis zu komplettieren, zweiter wurde Andreas Bakkerud (Ford Focus RS) vor Johan Kristoffersson (VW Polo). Die Meisterschaftsführung übernahm Weltmeister Petter Solberg, der jedoch nach der Ziellinie einen seiner heftigsten Unfälle erleben musste. Hansen feierte in Kurve eins am Dach seines Peugeot den Sieg, Solberg bremste deshalb stark ab, doch der ihm nachfolgende, und mit Bremsproblemen kämpfende, Anton Marklund traf den Citroen des Weltmeisters mit voller Wucht. Ganz schön viel Arbeit für sein Team und die Physios bis zum nächsten Rennen, in dem das World Rallycross Team Austria hoffentlich wieder ganz vorne dabei ist, und vielleicht auch dann als „kleines“ Team mitstreiten darf.

WTCC

Photo Francois Flamand / DPPI.

Die Tourenwagen-WM fand den Weg nach Argentinien, in die Heimat des Weltmeisters, Jose-Maria Lopez. Und dieser drückte der Serie wieder einmal seinen Stempel auf. Er wäre auf Pole-Position gestanden, doch bei Citroen musste man den Motor des C-Elysee wechseln, was die Rückversetzung ans Ende des Feldes von Lauf 1 bedeutete. Von dort konnte er sich „nur“ auf Rang fünf vorarbeiten. Der Sieg ging an Privatier Tom Chilton (Citroen) vor Rob Huff (Honda) und Yvan Muller (Citroen). Das Hauptrennen ging dann allerdings klar an den Lokalmatador Lopez vor Tom Coronel (Chevrolet) und Huff. In der Gesamtwertung führt Lopez damit nun mit über 100 Punkten Vorsprung, der Titel ist hier also, genauso wie in der Rallye-Europameisterschaft quasi vergeben, zumindest wüsste niemand, wer oder was Lopez noch stoppen könnte.

Vorschau

Ein langes Wochenende steht bevor, doch langweilig wird es sicher nicht. Auf dem Red Bull Ring gibt es Motorrad-Action vom Feinsten. Die MotoGP ist da und alle wollen dabei sein. Die Kulisse wird entsprechend sein, über mangelnde Rennaction konnte man in der bisherigen Saison in den diversen Klassen ohnehin nicht klagen. Und KTM wird sein MotoGP-Bike für die nächste Saison offiziell präsentieren.

Wer nicht in der Steiermark ist, kann zur Baja Hungaria fahren. Dakar-Autos in Ungarn, Staub, Hitze und Bachdurchfahrten machen das zusehen zu einem Vergnügen, und das unweit des Plattensees, also optimal für ein verlängertes Wochenende mit ein bisschen Benzinduft und der Erfrischung im kühlen nass für die ganze Familie.

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