Das war Fernando Alonsos erster Ritt im Oval

7. Mai 2017
1.417 Views
Aktuelles

Dass der McLaren Pilot zugunsten des Indy 500 Rennens auf den Traditions-GP von Monaco verzichtet, schlug hohe Wellen. Nun stieg er erstmals in den Renner des Andretti-Honda-McLaren Teams, um das „Rookie Orientation Practice“ zu absolvieren. Laut Reglement müssen alle Rookies, also auch der Spanier, dieses „Indy-Diplom“ ablegen. Das heißt, er musste zehn Runden mit minimal 205 und maximal 210 Meilen pro Stunde, 15 Runden mit einer Geschwindigkeit zwischen 210 und 215 Meilen und 15 Runden mit über 215 Meilen pro Stunde (346 Km/h) fahren. Für einen zweifachen Formel 1 Weltmeister quasi „a gmahte Wiesen“.

Michael Andretti, Sohn von Formel 1 Legende Mario Andretti, und Teamchef des gleichnamigen IndyCar-Teams ist ganz angetan von seinem neuen Fahrer. Obwohl Alonso anfangs noch kleine Probleme hatte, die Mindestgeschwindigkeit aufzubauen, fand er nach kurzer Eingewöhnungszeit sichtlich Spaß an den Runden und vor allem: an der Geschwindigkeit. Nach bestandener „Prüfung“ durfte der Formel-Flüchtling richtig pushen und fuhr eine Runde mit 219 Mp/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Dass man bei solch einer eiligen Fahrt auch mal ein paar Kleinigkeiten übersehen kann, wurde zwei Vögeln zum Verhängnis. Die wurden von Alonso erfasst und regelrecht zerfetzt.

Beobachtet wurde das Ganze von McLaren Boss Zak Brown, der auf die Frage:“Darf ich ein bisschen mehr pushen?“ mit Humor reagierte. Brown:“Das sagt er schon die letzten drei Jahre.“

Natürlich drängt sich jetzt ein Vergleich zwischen den Formel 1 und IndyCar auf, den wohl niemand besser ziehen kann, als Alonso. Der ist besonders erfreut über die kurze Startprozedur, wo die Mechaniker einfach den Motor anlassen und die Reifen montieren.

„In der Formel 1 dauert es sechs Minuten, das Auto anzuwerfen. Man muss alles doppelt checken, es gibt so viel Elektronik, die Hybrid-Systeme müssen mit dem Verbrennungsmotor verbunden sein, Brake by Wire und viele Dinge. Hier macht es mehr Spaß, weil du den Motor anschmeißt und fährst.“so der Spanier.

Das Fahrverhalten selber fühlt sich laut Alonso in der Formel 1 durch die Servolenkung und den höheren mechanischen Grip leichter an.

„Hier ist es pur, mehr Racing. Es ist schnell, aber anders. Hier geht es ein bisschen mehr darum, was der Fahrer in verschiedenen Teilen der Kurve macht.“

C-6Xf7kXUAAp1WT

Fernando Alonso hat scheinbar viel Spaß an seinem Kurzzeit-Dienstwagen.

Die Honda-Aggregate im IndyCar sind anscheinend haltbarer, bei der Leistung müssen sie allerdings Federn lassen: Während die doppelt aufgeladenen V6-Motoren des Andretti Teams rund 700 PS leisten, die Power-Units in der Formel 1 kommen teilweise auf 1000 PS.

Generell dürfte Alonso aber sehr froh über seine Entscheidung, die Indy 500 statt dem Monaco GP zu fahren, sein. Immerhin gewann das Andretti Team auch im letzten Jahr mit einem Rookie. Da darf sich der Fremdgänger aus der Formel 1 schon Hoffnungen machen, in dieser bislang desaströsen Saison einen Rennsieg zu feiern.

 

 

Sei der Erste der abstimmt.

Kommentar abgeben