Die überraschendsten Formel 1 Siege

29. November 2021
663 Views
Aktuelles

Im Laufe der Jahrzehnte purzelten die Formel 1-Rekorde immer öfter – die Fahrer wurden professioneller, die Motoren leistungsstärker bzw. effizienter und die Autos schneller. Über viele Jahre haben Teams wie Ferrari, McLaren und Williams, später vor allem Mercedes und Red Bull Racing Formel-1-Rekorde mit konstant schnellen Autos und den schnellsten Fahrern ihrer Zeit gebrochen.

In der Formel 1 kämpfen normalerweise die besten Fahrer in den besten Autos um den Sieg. Aber ab und zu gibt es Ereignisse, die alles auf den Kopf stellen und es kommt zu einem völlig unerwarteten Ergebnis. Das passiert nicht oft, und gerade deshalb bleiben solche speziellen Rennen in Erinnerung. Wir liefern vier markante Beispiele dafür:

2008 Italien Grand Prix, Monza – Sebastian Vettel

Im Jahr 2008 hätte niemand daran gedacht, dass der damals 21-Jährige Sebastian Vettel ein Rennen gewinnen könnte. Aber dann fing es in Monza an zu regnen. Der Toro Rosso SRT3 Vettels war im Grunde ein Red Bull RB3 mit etwas weniger ausgefeilter Aerodynamik und einem Ferrari-Motor im Heck. Trotzdem hat niemand die Monza-Überraschung wirklich kommen sehen.

Vettel belohnt alle, die mit einer Sportwette auf ihn gesetzt haben

Durch die Probleme, die viele Fahrer im Qualifying komplett durcheinander brachten, wurde Vettel der jüngste Fahrer, der sich jemals für eine Pole Position qualifizieren konnte. Trotzdem war es ein hohes Risiko, damals auf den damals noch unerfahrenen Fahrer zu setzen. Alle, die damals eine Sportwette auf Vettels Sieg abgegeben haben, haben ohne Zweifel gute Quoten für ihren Einsatz erhalten. Am Ende des Rennens hatte er zwölf Sekunden Vorsprung und während des gesamten Rennens keine Probleme, seine Spitzenposition zu verteidigen. Es war eine meisterhafte Aufführung, die uns eine Vorschau darauf gab, was in den nächsten fünf Jahren kommen sollte. Diese Tatsache ist auch gut bei der Entwicklung von Online Sportwetten zu sehen. Vettel wurde später zu einem sehr beliebten Kandidaten bei Sportwetten und viele Sportfans setzen noch heute auf den deutschen Formel-1-Star. Im Herbst seiner Karriere sind die Quoten inzwischen nämlich ähnlich hoch wie am Beginn.

1996 Monaco Grand Prix – Olivier Panis

Der Grand Prix von Monaco 1996 war wohl eines der ungewöhnlichsten Rennen aller Zeiten. Damon Hill setzte sich am Start gegen Michael Schumacher durch, als der Deutsche kurz danach ausschied, schien der Weg zum Sieg nur über Hill zu führen. Der Engländer fuhr auch einen 30-Sekunden-Vorsprung heraus, bevor sein Renault V10-Motor beim Verlassen des Tunnels in Runde 40 auf spektakuläre Weise den Geist aufgab. Aber auch die vielen anderen Fahrer, die das Rennen irgendwann einmal anführten, scheiterten bei schwierigen Bedingungen (abwechselnd Trockenheit und Regen) aus den verschiedensten Gründen, bis schließlich der Franzose Olivier Panis in Führung ging und gewann. Letztlich kamen nur drei (!) Fahrer ins Ziel, sieben wurden jedoch gewertet.

2003 Brasilien Grand Prix, Interlagos – Giancarlo Fisichella

Nicht jeder unerwartete Sieger muss eine Eintagsfliege sein. Manchmal braucht es einfach nur ein bisschen Glück, um eine Karriere so richtig zu entfachen. Genau so ein Fall war der Gewinn des Grand Prix von Brasilien im Jahr 2003, als Giancarlo Fisichella das Rennen für sich entscheiden konnte.

Nur acht Fahrer schafften es ins Ziel. Der Grund dafür waren die Wetterverhältnisse: Es war ein nasses Rennen und viele der Meisterschaftsanwärter schafften es nicht, ihr Auto ins Ziel zu bringen. Auch Michael Schumacher wurde ein Opfer der legendären Pfütze, die sich am Scheitelpunkt der dritten Kurve gebildet hatte. Nach einem schweren Crash von Fernando Alonso wurde das Rennen schließlich abgebrochen. Zunächst durfte sich Kimi Räikkönen als Sieger feiern lassen. Nach einem erfolgreichen Protest des Jordan-Teams wurde aber Fisichella vier Tage nach dem Rennen zum Sieger erklärt, Räikkönen musste sich mit Platz zwei trösten. Glück im Unglück hatte Fernando Alonso, der als Drittplatzierter gewertet wurde, obwohl er nach seinem schweren Crash ins Krankenhaus musste. „Fisico“ war bei seinem ersten Sieg bereits 30 Jahre alt, dennoch konnte er 2005 und 2006 noch zwei weitere F1-Rennen gewinnen.

2020 Italian Grand Prix, Monza – Pierre Gasly

Wieder Monza, aber diesmal ist der Himmel vollkommen klar. Lewis Hamilton ist in einer herausragenden Saison 2020 auf dem Weg zu einem weiteren Sieg. Hinter ihm fährt nach einer Renn-Unterbrechung Pierre Gasly, der seine Karriere nach mäßigen Leistungen im Team von Red Bull Racing bei AlphaTauri neu aufbaut, ein solides Rennen. Von Platz zehn gestartet, liegt er im Mittelfeld, als das Safety-Car rauskommt, weil Kevin Magnussen seinen ausgerollten Haas ungeschickt bei der Boxeneinfahrt abstellt. Leader Hamilton biegt sofort in Richtung Boxen ab, Antonio Giovinazzi auch. Doch beide haben übersehen, dass die Info „Boxengasse geschlossen“ auf dem Timing-Screen flackert. Sie kassieren hohe Zeitstrafen, das Thema Sieg hat sich für Hamilton damit erledigt.

Als das Rennen wieder startet, liegt Lance Stroll vorn. Aber dann versemmelt der Kanadier den Restart und rutscht in der ersten Runde auch noch kurz von der Strecke, der Weg ist damit frei für Gasly. Der hält gegen Rennende auch noch den wild angreifenden Carlos Sainz im McLaren in Schach und fährt seinen ersten F1-Sieg ein.

Foto: scuderiaalphatauri

Kommentar abgeben