Die Uhr zum Auto

10. Oktober 2017
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Aktuelles

Uhren und Autos haben viel gemein. Beide sind sie technische Meisterwerke, deren Funktionsweise fasziniert und bei guter Pflege über Jahrzehnte andauert. Uhr und Auto arbeiten jeweils mit präziser Kraftübertragung über Rotationsbewegungen und Zahnräder. Solvente Kunden können horrende Preise für besonders schöne oder seltene Stücke zahlen, sie benutzen oder zur Wertsteigerung in Garage und Schmuckkasten lassen. Es gibt hier wie da Klassiker, moderne Interpretationen, Retromodelle, komplette futuristische Übertreibungen und Standardstücke, die nie aus der Mode kommen. So überrascht es nicht, dass viele Autohersteller Uhren in ihrem Programm haben, oder Zeitmesser von namhaften Zulieferern mit ihrem Emblem versehen.

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Bugatti Chiron – Parmigiani Bugatti Type 370

 

Bugatti gilt ja allgemein als Auto-Superlative. Der Chiron, das neueste Modell der französischen Manufaktur, sprengt mit 1500 PS und einem Preis von rund 2,5 Millionen Euro jeden Rahmen. Da wundert es nicht, dass die Uhr mit Bugatti-Emblem ähnlich Extravagant ist. Die von Parmigiani Fleurier gefertigte Uhr hat ein wirklich außergewöhnliches Design, eine Hülle aus 18 Karat Gold und ein Band von Luxuszulieferer Hermès. Wer nach dem Preis fragen muss, kann sie sich nicht leisten – darum gibt der Hersteller auch keinen Preis an. In einschlägigen Foren wird jedoch über 200.000 Euro und mehr berichtet.

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Porsche 911 – PD CHRONOTIMER SERIES 1

Der Porsche 911 ist ein absoluter Klassiker, dessen zugehörige Uhr ähnlichen Prinzipien folgt: sportlich, nicht übertrieben und absolut zeitlos. Ganz Sportiv ist auch im Zifferblatt der Uhr Carbon verbaut. Porsche Design, die früher unter anderem bei Luxushersteller IWC fertigen ließen, mauserten sich in den letzten Jahren zum Produzenten absoluter Premium-Uhren. Wie auch das Auto selbst soll die Uhr in jedem Maße elegant und alltagstauglich sein. Sie ist jedoch, auch das verwundert bei einem Porschefabrikat niemanden, kein Schnäppchen. 4250 Euro möchte Porsche Design für das in der Schweiz gebaute Schmuckstück.

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Bentley Continental – Breitling B04 GMT

Bentley und Breitling – eine Zusammenarbeit, die seit dem ersten Continental, dem damals schnellsten je gebauten Bentley, besteht und beidseitig Früchte trägt. Beide Marken stehen für zeitlose Eleganz für Herrenfahrer mit dicken Brieftaschen sowie für höchste Material- und Verarbeitungsqualität. So reicht es dem britischen Autobauer nicht, einfach ein Emblem aufs Zifferblatt zu setzten: Breitling fertigt eine eigene Uhrenlinie, die eigenständig am Markt positioniert ist. Die Sahl/Saphir Uhr kostet beim Juwelier genau 11.040 Euro.

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Smart Fortwo – Swatch New Gent

Smart ist ja ein Wortspiel aus Swatch Mercedes ART – die Uhr ist genauso wie das Auto: bunt, verspielt, aus Plastik und leistbar. Die New Gent ist der Nachfolger der Gent Original, die 1983 zum Verkaufsschlager avancierte. Von der Neuen gibt es unzählige Versionen, alle mit verschiedenem, teils von namhaften Künstlern entworfenen Designs. Es gibt sie ab 65 Euro.

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Ferrari F12 – Panerai Ferrari Scuderia Rattrapante ltd.

Die italienische Uhrenmanufaktur Panerai verdankt ihre Bekanntheit weniger den militärischen Taucheruhren aus den Dreißigern als dem Schauspieler Sylvester Stallone, der sich gerne mit Panerai-Chronographen ablichten lässt. In seinen Paraderollen Rocky und Rambo gilt „Sly“ als Dampfhammer – wie auch der Ferrari F12. Leider gilt die Kooperation der beiden italienischen Edelschmieden als aufgelöst. Bei einschlägigen Händlern kann man noch ungetragene Panerai-Ferrari Zeitmesser ab etwa 3500 Euro abstauben.

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Oldtimer – Chopard V12

Die Monaco Historique-Serie von Chopard gibt es in drei Motorisierungen/Versionen: V6, V8 und V12. Alle sind wunderbare Uhren, wir schöpfen allerdings – wenn möglich – immer aus den Vollen. Mit der klassischen Optik und der Chronografenfunktion spricht die V12 in erster Linie Piloten eines Oldtimers an, die mit ihrem Schätzchen auch gerne mal an einer Rallye teilnehmen. In dieser Szene hat sich das schweizer Unternehmen schon lange einen Namen gemacht, etwa durch Sponsoring der Mille Miglia seit 1988. Das Modell V12 kostet rund 5.200 Euro. Viel Geld für eine Uhr – aber nicht für einen „echten V12“.

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Lamborghini Gallardo – Blancpain L-EVOLUTION

Ein radikales Design, viel Sichtcarbon und eine beneidenswerte Performance – die Sportwagenschmiede Lamborghini und die Uhrenmanufaktur Blancpain sind sich sehr ähnlich. Es gibt sogar eine Rennserie, die beide vereint: die Lamborghini Blancpain Super Trofeo. Nebenbei gibt der schweizer Chronografenhersteller auch den Titelsponsor der Blancpain Endurance Series und ist offizieller Zeitnehmer der GT1-Weltmeisterschaft. Diesem Engagement im Rennsport zollt Lamborghini Tribut und bringt das Sondermodell Gallardo LP 570-4 Blancpain Edition mit riesigem Heckflügel auf den Markt. Die Blancpain L-EVOLUTION gibt es, vertraut man den einschlägigen Foren, ab rund 9000 Euro.

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Aston Martin DB11 – Omega Seamaster

Der berühmteste Agent der Welt vertraut nur auf die allerfeinste Ware. Er hat eine Vorliebe für Aston Martin, küsst gerne Monica Bellucci und trägt am liebsten Omega Seamaster. Die Uhr selbst ist seit mittlerweile 22 Jahren offizielle Bond-Uhr – inklusive mehreren Bond-Sondereditionen. Fürs persönliche Geheimagenten-Feeling gibt es die Omega Seamster ab 2.600 Euro – gebraucht aber auch viel günstiger.

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Jedes Auto – TagHeuer Carrera

Ayrton Senna, Steve McQueen, Clay Regazzoni, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton, Fernando Alonso – alles aktuelle wie auch ehemalige Werbeträger der TagHeuer Carrera. Mit dem Motorsponsoring des Red Bull Formula 1 Teams kommen auch Max Verstappen und Daiel Riccardo dazu. Diese Uhr passt auf das Handgelenk eines jeden uhrenbegeisterten Autofans. Neu gibt es die legendäre Armbanduhr ab 1.400 Euro.

 

Natürlich gibt es viele Uhren, die besser, schöner und auch viel günstiger sind – diese spiegeln aber vermutlich keine so starke Verbindung zum Auto und Motorsport wider. Es ist auch klar, dass sich viele um den Preis von einigen gezeigten Uhren lieber ein Auto oder gar eine Wohnung kaufen. Dennoch zollen wir den Uhrmachern gerne Tribut für ihre Mühe, so viel Autobegeisterung in ein solch kompaktes Trumm zu stopfen, das ums Handgelenk geschnallt werden kann.

 

1 Kommentare

  1. Profilbild von Rolex

    Interessanter Artikel, Andreas. Geschmackvoll. Mal was anderes.
    Im Gegensatz zum Untersatz (zum fahrbaren) hat eine besonders teure Uhr aber auch keinen Geschwindigkeits-Vorteil („schneller geht die auch nicht…“) – wobei sich auf unseren Straßen, ob verstopft oder limitiert, das ja auch relativiert.
    Oder steht man mit einem Lambo / Bugatti / etc. etwa noch schneller im Stau?
    😉
    Rolex

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