Die Verbrauchsschere: Labor- versus Real-Verbrauch

21. November 2018
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Aktuelles

Die Verbrauchswerte von Autos sind wohl mit eines der am heißesten diskutierten Themengebiete der Branche. Das gilt jetzt, da wir den alten NEFC-Zyklus zu Gunsten der neuen WLTP hinter uns gelassen haben, mehr denn je.

Dazu passt eine interessante Untersuchung des europäischen Fuhrparkma­nagers ­Arval. Sie kam auf Basis der Verbrauchs-Auswertung von über 92.000 Fahrzeugen über einen Zeitraum von drei Jahren zu dem Schluss, dass der Realverbrauch im Schnitt um 40 Prozent höher ist als von den Herstellern angegeben.

Unter den Antriebsarten gab es bei den Benzinern die geringste Abweichung: 36 Prozent. Dafür haben die Ottomotoren mit 7,24 Litern pro 100 Kilometer ­absolut den höchsten Durchschnittverbrauch. Die höchste Differenz zwischen Herstellerangabe und Praxiswert ergab sich bei den Plug-In-Hybriden. Diejenigen mit Benzin-Motor verbrauchten im Schnitt 194 Prozent mehr als die Laborwerte erhoffen lassen, Diesel-Hybride gar 200 Prozent mehr.

Dennoch sind es gerade sie – also die Plug-­In-Hybride mit Selbstzünder, die insgesamt die niedrigsten Praxis-Verbrauchswerte erreichen konnten. Mit 4,99 Litern auf 100 Kilometern war im Schnitt keine Antriebsform in der Arval-Flotte spar­samer.

Nicht nur nach Antriebsformen, auch nach Fahrzeugklassen wurde sortiert. Hier ist wenig überraschend, dass Pick-ups und SUVs mit 9,45 Litern den höchsten Realverbrauch aufwiesen. Sehr wohl überraschend ist aber, dass die Abweichung zwischen Prospekt und Straße nicht bei ­ihnen, sondern ausgerechnet den vermeint­­lich sparsamen Klein- und Kompaktwagen am höchsten war – mehr Details zu dieser Auswertung unten in der Grafik.

Grafik

1 Kommentare

  1. Sind mittlerweile eigentlich alle Werksanagaben gemäß WLTP angegeben?

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