Diesel umrüsten: Was Autobesitzer tun können

6. Juli 2018
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Aktuelles

Seit Monaten hält der Abgas-Skandal um Dieselfahrzeuge das Land in Atem. Auch österreichische Besitzer sind betroffen. Doch es gibt Lösungen: So lassen sich die meisten älteren Fahrzeuge umrüsten, um den aktuellen Abgasnormen zu genügen.

Keine Fahrverbote in Österreich

Erste deutsche Städte haben Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ausgesprochen, um die Feinstaubbelastung zu senken. Für Österreich besteht diese Gefahr jedoch nicht: So sprach sich Umweltministerin Köstinger (ÖVP) gegen Dieselfahrverbote aus. Auch die Privilegien für Dieselfahrzeuge sollen erhalten bleiben. Dennoch lohnt es sich auch für österreichische Autofahrer über eine Umrüstung auf die umweltfreundlichere Norm 6 nachzudenken, wenn sie nicht von einer großen Rückrufaktion wie bei Daimler profitieren. Immerhin sind nach Angaben des ÖAMTC rund 2,44 Millionen Dieselfahrzeuge betroffen, die der Norm 6 nicht genügen und deren Wiederverkaufswert damit gen Null tendiert. Eine Umrüstung muss dagegen gar nicht teuer sein.

Diesel umrüsten: So geht es

Um ein Dieselfahrzeug umzurüsten sind bestimmte Auto-Ersatzteile erforderlich, die entweder im Internet selbst beschafft oder von der Werkstatt besorgt werden können. Kern der Umrüstung ist der SCR-Katalysator (SCR = Selective Catalytic Reduction), bei dem insbesondere die belastenden Stickoxide reduziert werden. Studien zufolge konnte der NOx-Ausstoß je nach Witterung und Umgebung um bis zu 90% außerorts und immerhin 70% innerorts gesenkt werden. Der SCT-Kat-Hersteller BlueFit wirbt sogar damit, die aktuell gültige Euro-6-Norm, die 80mg NOx pro Kilometer erlaubt, um die Hälfte zu unterbieten. Damit wären umgerüstete Dieselfahrzeuge auch dann noch sicher, wenn die Normen weiter verschärft werden.

Die Umrüstung kann jedoch nicht privat zuhause vorgenommen werden. Mit den Kosten für die Ersatzteile und die Arbeitszeit in der Werkstatt kommen auf den Dieseleigentümer beachtliche Summen zu, die je nach Fahrzeug und Aufwand durchaus 3000 bis 5000 Euro betragen können. Dies lohnt sich eigentlich nur für hochwertige Limousinen mit hohem Wiederverkaufswert, beziehungsweise die noch viele Jahre gefahren werden sollen. Autobesitzer in Deutschland verlangen bereits, dass die schummelnden Hersteller für diese Kosten aufkommen sollen, doch diese weigern sich. Ein Ende der Auseinandersetzung ist nicht abzusehen.

Lohnen sich Dieselkäufe noch?

Seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals sind die Dieselverkäufe in Österreich etwas zurück gegangen. Auch wenn nun aber von großen Einbrüchen wie etwa in Deutschland bei uns keine Rede sein kann, so dürfen Schnäppchenjäger in den kommenden Jahren vermutlich dennoch mit einem großen Angebot an extrem günstigen Gebrauchtwagen rechnen. Ob sich das Risiko eines Neuwagenkaufs angesichts des verschärften Tons gegenüber des Diesels lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um der neuen E-Mobilität eine Chance zu geben.

Bild: ©istock.com/JFsPic

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