Eine unwissenschaftliche Betr8tung des Stockmarismus

3. Juni 2016
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Liebe Leute!

Ist das was Prof. Stockmar sagt falsch? Natürlich nicht. Er kann alles wissenschaftlich belegen obwohl bei dem einen oder anderen Punkt der Eindruck entsteht, er basiere auf Daten-Antiquitäten. Wie kommt man eigentlich zu so einem wissenschaftlichen Nachweis? Wir ihr wisst, gibt es nur ganz wenige Themen, bei denen sich die Wissenschaft einig ist. So etwa, dass die Erde eine Kugel ist und dass sie sich um die Sonne dreht. Aber dann geht´s schon los. Man wird daher immer konträre Meinungen einholen können, die alle wissenschaftlich belegt sind.

Ich möchte daher einige Aussagen von Prof. Stockmar beleuchten ohne wie er Anspruch darauf zu erheben, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein:

  1. Es gibt noch keinen effizienten serientauglichen Prozess für das Recycling von Lithium-Ionen Batterien.

Hier ist die Antwort am einfachsten. Es gibt ihn noch nicht, weil es keinen Bedarf dafür gibt. Die Lebensdauer dieser Batterien ist mit zehn Jahren kalkuliert. Sollten sie in weiterer Folge als stationäre Energiespeicher verwendet werden mit zwanzig. Daraus erhellt, dass es noch Jahre dauern wird bis die ersten Batterien wiederverwertet werden müssen. Unabhängig davon wird natürlich eifrig geforscht und bis es soweit ist, wird es den von Prof. Stockmar gewünschten effizienten Prozess geben. Wer ein bisschen weiter in diese Thema eintauchen möchte, dem sei der Artikel in der DIE ZEIT mit dem Titel „Die Mär vom Sondermüll auf Rädern“ empfohlen.

  1. Trotz Energiewende werden weiterhin dreißig Prozent des Stromes aus Kohlekraftwerken gewonnen.

Woher diese Zahl stammt, bleibt leider unerwähnt. Faktum ist, dass Kohlekraftwerke Unmengen an CO2 und anderen Schadstoffen produzieren. Aus diesem Grund gibt es in Österreich eigentlich nur noch ein Kohlekraftwerk mit einer nennbaren Leistung und zwar Dürnrohr. Allerdings hat der Eigentümer Verbund bereits vor einiger Zeit die Stilllegung dieses Kraftwerks angekündigt. Der erste Block wurde bereits im April des Vorjahres geschlossen. Das Kraftwerk verfügt über einen Elektrofilter, eine Entschwefelungsanlage und eine Entstickungsanlage. Prof. Stockmar bezeichnet das als „fast ungereinigt“. Strom aus Kohlekraft hat in Österreich kaum noch Bedeutung  und wir sind weit von den 30% entfernt. Freilich hätte man das erwähnen können, aber 30% Kohlekraftwerke mit fast ungereinigten Abgasen liest sich halt so schön selbst wenn das mit dem heimischen Strommix, mit dem unsere Elektroautos aufgeladen werden, überhaupt nichts zu tun hat. Österreich liegt in Sachen CO2 Belastung aus der Stromerzeugung (samt Import) in der EU an der dritten Stelle. Eigentlich sind wir jetzt schon Erster, weil Schweden und Frankreich nur aufgrund des hohen Anteils an Atomstrom vor uns gereiht sind. Warum wird das eigentlich nie erwähnt?

  1. Die Entwicklung des Verbrennungsmotors im Vergleich zur Batterie

Bei diesem Thema muss man einfach nur darüber nachdenken, wie viel die Autoindustrie in die Entwicklung von Verbrennungsmotoren investiert hat und wie viel in die Entwicklung von Batterien. Ich behaupte einmal mindestens tausend Mal mehr in den Verbrenner. Die Autoindustrie hat kaum in die Batterietechnologie investiert und die Batteriehersteller haben nicht in Traktionsbatterien investiert weil die Autoindustrie gesagt hat man brauche sie nicht. Das ist so wie mit dem Hybrid, da hat die Autoindustrie auch zwanzig Jahre gesagt, dass man diese Technologie nicht braucht ohne Alternative zu entwickelt. Aber dieses Thema ist wenigstens vom Tisch seit auch Premiumhersteller Hybride bauen.

Abschließend noch eine Erklärung des Stockmarismus in einem Satz: „Wenn in Salzburg aufgrund der hohen Stickoxidbelastung durch Dieselmotoren ein Tempolimit verordnet wird, würde es dort durch den Umstieg auf Elektroautos zu keiner Verbesserung der Luftqualität kommen, weil in Polen ein Kohlekraftwerk steht.“

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