Elon Musk: Die Erfolgs-Pleite

20. Februar 2020
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Alles Klartext

Egal, ob Jeff Bezos, Marc Zuckerberg oder nun auch Bill Gates, der es gewagt hat, einen Porsche Taycan anzuschaffen statt eines Tesla – Elon Musk lässt an keinem der anderen New Economy-Stars ein gutes Haar. Den unheimlichen Höhenflug der Tesla-Aktie verkraftet offenbar selbst ein Kapital-Schwergewicht wie Musk nicht so leicht. Im Gegenteil – der Erfolg weckt anscheinend den kleingeistigen Provinzler in ihm. Er, der in der Schule gehänselt und sogar öfters verprügelt wurde, teilt als Erwachsener zumindest verbal mit gleicher Münze aus. Mobbing ist immer hässlich, aber die meist verschwiegene Theorie darüber lautet: Es trifft manchmal die Richtigen.

Deswegen in Frage zu stellen, dass Tesla derzeit die besten Elektroautos der Welt baut, wäre lächerlich – in Sachen Effizienz und Gesamtperformance kann dem kalifornischen E-Pionier aktuell niemand das Wasser reichen. Allerdings ist diese Bewertung etwa so essentiell wie die, wer die besten veganen Soja-Kekse herstellt. Für den Markt ist die zwei bis drei Prozent-Nische der Batterieflitzer immer noch irrelevant, so gerne ihre Fans – zusätzlich befeuert durch die absurd überbewertete Tesla-Aktie – auch anderes glauben möchten. Zum Anlass für eine fragwürdige Selbstdarstellung des Firmenchefs scheint es aber immerhin zu reichen.

Gerade Jeff Bezos, Marc Zuckerberg und Bill Gates unterscheidet vom Austeiler der Häme über sie – abgesehen von ihren besseren Manieren – vor allem eines: Sie haben das, was sie reich gemacht hat, selbst geschaffen und/oder erfunden. Musks Talent ist hingegen nur die Vermarktung von Dingen, für deren Erfindung und Entwicklung er andere bezahlt. Vielleicht muss er deswegen regelmäßig gegenüber den anderen austeilen – um einen gehörigen Minderwertigkeitskomplex zu kompensieren.

Aber natürlich: Großmäuligkeit erreicht mehr Aufmerksamkeit. Und wenn sie sonst keinen Zweck erfüllt, füttert sie zumindest die Marke Elon Musk. Und die steht in der Hierarchie ihres Inhabers offenbar noch weit über Tesla.

(Kommentar)

Foto: Tesla

1 Kommentare

  1. Die Finanzwelt verstehe wer will, ich habe da meine Probleme.
    Da meldet ein höchst erfolgreicher, gesunder Konzern XY eine Gewinnwarnung, dass der Jahresgewinn statt 2,5 nur 2 Milliarden betragen wird und seine Aktien fallen deutlich.
    Da produziert ein Batterieautohersteller viele Jahre lang permanent unter ständigen Verlusten – wie das geht bzw. woher die Verlustabdeckung kommt, ist allein schon ein Rätsel – und dessen Aktienwerte schießen in den Himmel.
    Diese Logik verstehe wer will, ich nicht.

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