Erster Test: Neuer Peugeot 208

28. Dezember 2019
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Aktuelles

Nicht etwa Weiß ist die einzige aufpreisfreie Farbe beim neuen 208 (dafür wollen die Franzosen 200 Euro zusätzlich über den La­­dentisch wandern sehen), sondern das hier gezeigte Faro Gelb-Metallic – wir sagen: Chapeau! Das wird unser Straßenbild ­hoffentlich ein bisserl bunter ma­chen.

Der fesche Franzose baut auf einer komplett neuen Plattform, die in Bälde auch Konzern-Bruder Opel Corsa bespielen wird. Der Clou: Verbrenner- und Elektro-Varianten teilen sich ­dieselbe Bau-Basis, die Größe des Pas­sagier- und Kofferraums ist bei allen Versionen gleich. Letzterer schrumpfte übrigens im ­Vergleich zum alten 208 um 20 Liter, obwohl der kleine Löwe jetzt neun Zentimeter länger ist und damit über die Viermeter-Marke lugt. 

 

Stichwort Passagier-Platzangebot: klassenüblich gut vorne, im Fond eher weniger, die hinteren Pforten sind zudem ziemlich schmal geraten. Gebaut wird der 208 nur mehr als Fünftürer, wie beim ebenfalls recht frischen Landsmann Renault Clio ist die praktische Kombi-Version passé.

Der Arbeitsplatz setzt mar­ken­typisch Akzente, wie gehabt ist das Lenkrad ziemlich klein, darüber thront das i-Cockpit, bei den teureren Varianten mit eindrucksvoller digitaler 3D-Grafik. Topographisch mag das Armaturenbrett unruhig erscheinen, nach etwas Gewöhnung klappt die Bedienung aber ganz gut. Wobei: Die Mischung aus Kipptasten und Softtouch-Schaltern in der Mittelkonsole ist nicht ganz der Weisheit letzter Schluss, einige Knöpfe und Regler (etwa für Tempomat, Sitzheizung oder Assistenzsysteme) sind zudem nicht ideal platziert.

Als ideal in Sachen Motorisierung erwies sich bei den ersten Testfahrten der aufgeladene Dreizylinder-Benziner mit 100 bzw. 130 PS. Vor allem die stärkere Variante wirkt mit der obligaten Achtgang-Automatik höchst harmonisch, beide zeigen sich bullig und kultiviert. Der ebenfalls ruhige Diesel (null Prozent NoVA!) rechnet sich selbst für Vielfahrer kaum, der Saugbenziner ist mehr für phlegmatische Sparer gedacht.

Abgestimmt wurde der 208 eher straff, dafür weiß die Lenkung zu gefallen, dazu hebt das niedrigere Geräusch-Niveau den kleinen Gallier eine Klasse höher. Nicht ganz überzeugen konnten dagegen die (teils optionalen) Spurhalte-Hilfen, sie lassen sich freilich deaktivieren.

Testen konnten wir auch schon die Elektro-Variante, die mit 136 PS und 260 Nm für ordentlich Vortrieb sorgt, dank 50- kWh-Akku soll die Reichweite laut WLTP 340 Kilometer betragen. Nur zwei Rekuperations-Stufen stehen zur Wahl, die sind aber über den Fahrstufen-Hebel leicht anzuwählen. Niedrige Service- und Unterhaltskosten sprechen für den Strom-208er, ­dafür ist er mit knapp 32.000 Euro Startpreis kein Sonderangebot – das sind 8700 Euro mehr als für den ähnlich starken Benziner in derselben Ausstattung hinzublättern sind.

Zu bewundern und auszuprobieren ist der neue 208 bereits, die Elektro-Version wird im März nachgereicht. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der kleine Löwe natürlich etwas teurer – Schönheit hat halt ihren Preis.

Daten & Fakten

Basispreis in € 15.800,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 3/4
Hubraum in ccm 1199
PS/kW bei U/min 75/55 bei 5750
Nm bei U/min 118 bei 2750
Getriebe 5-Gang, man.
L/B/H, Radst. in mm 4055/1745/1430, 2540
Kofferraum/Tank in l 265 / 40
Leergewicht in kg 1055
0–100 km/h in sec 13,2
Spitze in km/h 164
Normverbrauch in l (Mix) 4,8/3,7/4,1
CO2-Ausstoß in g/km 94
Basispreis in € 18.600,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 3/4
Hubraum in ccm 1199
PS/kW bei U/min 101/74 bei 5500
Nm bei U/min 205 bei 1750
Getriebe 6-Gang, man. (8-Gang-Aut.)
L/B/H, Radst. in mm 4055/1745/1430, 2540
Kofferraum/Tank in l 265 / 44
Leergewicht in kg 1165
0–100 km/h in sec 9,9 (10,8)
Spitze in km/h 188
Normverbrauch in l (Mix) 5,2/3,7/4,2
CO2-Ausstoß in g/km 97 (99)

(Abweichende Werte in Klammer für Version mit Automatik-Getriebe, Aufpreis 1700 Euro)

*erst ab zweiter Ausstattungsstufe „Active“ zu haben 

Basispreis in € 24.400,–**
Zyl./Ventile pro Zyl. 3/4
Hubraum in ccm 1199
PS/kW bei U/min 131/96 bei 5500
Nm bei U/min 230 bei 1750
Getriebe 8-Gang-Aut.
L/B/H, Radst. in mm 4055/1745/1430, 2540
Kofferraum/Tank in l 265 / 44
Leergewicht in kg 1233
0–100 km/h in sec 8,7
Spitze in km/h 208
Normverbrauch in l (Mix) 5,4/4,0/4,4
CO2-Ausstoß in g/km 103

**erst ab dritter Ausstattungsstufe „Allure“ zu haben

Basispreis in € 19.100,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1499
PS/kW bei U/min 102/75 bei 3500
Nm bei U/min 250 bei 1750
Getriebe 6-Gang, man.
L/B/H, Radst. in mm 4055/1745/1430, 2540
Kofferraum/Tank in l 265 / 41
Leergewicht in kg 1165
0–100 km/h in sec 10,2
Spitze in km/h 188
Normverbrauch in l (Mix) 3,7/2,9/3,2
CO2-Ausstoß in g/km 85

Wie sich der neue Peugeot 208 im direkten Vergleich mit seiner Konkurrenz von Renault, Kia, Opel und VW schlägt, haben wir im aktuellen Heft herausgefunden.

3 Kommentare

  1. Mutig gestylt, tolle Farben und ein attraktiver Innenraum. Alle drei Eigenschaften machen ihn leider für den Großteil der Kaufinteressenten uninteressant. Der Österreichische Autofahrer liebt unbunte Farben, fade Innenräume und biederes äh zeitloses Design. Anders kann man die Verpolosierung dieser Autoklasse nicht erklären.

    • Wesentlich umfangreichere Konfiguratinsmöglichkeiten was Motor, Getriebe und Ausstattung anbelangt?
      MfG J

  2. Von den umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten kommt aber im wirklichen Leben nix an. Gibt es für den Polo eigenlich eine andere Farbe als Silber?

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