EU-CO2-Vorgaben: VW-Chef droht mit etwa 100.000 Kündigungen

12. Oktober 2018
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Aktuelles

Vermutlich habt ihr es schon gelesen: Anfang dieser Woche hat sich der EU-Umweltrat darauf geeinigt, dass der Autoindustrie in der Zeit zwischen 2021 und 2030 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes aller Neuwagen um 35 Prozent vorgeschrieben werden soll.

Entsprechende Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten – vor allem aus der deutschen Auto-Industrie. Die bisher wohl drastischsten Worte fand VW-Chef Herbert Diess jetzt in einem Interview mit den Kollegen der Süddeutschen Zeitung:

Die Transformation in der Geschwindigkeit und mit den Auswirkungen ist kaum zu managen. (…) So eine Industrie kann schneller abstürzen, als viele glauben wollen.

so Diess wörtlich. Zudem stellte er in den Raum, sollten die 35 Prozent halten und so verabschiedet werden, wäre rund ein Viertel aller Jobs bei VW in Gefahr – das wären rund 100.000 Arbeitsplätze. 30 Prozent hingegen – also die Reduktion, auf die die Industrie von Anfang an gepocht hat – hielte er nach wie vor für vertretbar.

2 Kommentare

  1. Ich verstehe das Drohszenario mit dem Verlust von einhunderttausend Arbeitsplätzen ehrlich gesagt nicht. Es werden in Zukunft ja icht weniger Autos gebaut, sodern nur schadstoffärmere.

    • Lieber Mozl,
      könnte es vielleicht zutreffen, dass irgendwann eine Grenze erreicht wird, die mit normalen finanzierbaren Großserien – technischen Mitteln nicht mehr unterschritten werden kann? Wir haben doch mit Euro 6 ohnedies schon Autos, die hinten fast sauberere Abgase ausblasen als sie vorne angesaugt haben. Menschen und Tiere funktionieren da ganz anders. Schon die derzeitigen Werte liegen deutlich unter denen von Kalifornien, dem jahrzehntelangen Umweltvorbildland.
      Und nun sitzen ein paar technisch ahnungslose Europolitiker und würfeln weiter um Prozente – 20 – oh Gott, nein, 50 müssen möglich sein – niemals, technisch unmöglich – wir brauchen 30 – zu wenig – also wissts was: mach ma 35 und gehen zum Buffet. Einverstanden! Und die Industriebetriebe soll schauen wie sie das hinkriegen und die depperten Wähler sollen schauen, dass sie die Mehrkosten für diese erforderliche Ultratechnik auch derzahlen können. Wenn nicht, dann solln sie halt mit den Öffis fahren. Is eh besser fürs Klima. Und davor warnt halt die Industrie, dass utopische Forderungen zu utopischen Preiststeigerungen führen, die den Verkauf drastisch reduzieren könnten und damit Arbeitsplätze kosten.

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