Ferrari kann sich über mangelndes Kundeninteresse nicht beklagen. Die Auftragsbücher des Sportwagenherstellers sind für das gesamte Jahr 2027 gefüllt, neu bestellte Fahrzeuge werden damit frühestens 2028 ausgeliefert. Die bewusst begrenzte Jahresproduktion von rund 15.000 Autos sorgt weiterhin für lange Wartezeiten, stabile Exklusivität und offenbar wenig Zurückhaltung bei zahlungskräftigen Käufern.
Neue Modelle halten die Nachfrage hoch
Ferrari spricht von einer gesunden Nachfrage in allen Regionen. Dazu trägt auch der laufende Umbau der Modellpalette bei. Der Amalfi, der 849 Testarossa sowie 296 Speciale und 296 Speciale A befinden sich derzeit in der Einführungsphase. Gleichzeitig laufen Modelle wie 296 GTS, Roma Spider, SF90 XX und SF90 XX Spider aus. Parallel werden die Auslieferungen des limitierten F80 hochgefahren. Eine offene Aperta-Version dürfte ebenfalls in Vorbereitung sein, offiziell bestätigt ist sie bislang jedoch nicht. Der Purosangue wurde zuletzt um die Option Handling Speciale ergänzt, während der neue 12Cilindri Manuale bereits bei seiner Präsentation ausverkauft gewesen sein soll. Auch beim Luce scheint die öffentliche Diskussion um Elektroantrieb und Gestaltung die Kundschaft kaum abzuschrecken. Ferrari bezeichnet das Modell als Meilenstein und Erweiterung des Produktportfolios, nennt jedoch weiterhin nur wenige Details zur Nachfrage. Das für 2026 vorgesehene Kontingent soll bereits vergeben sein.
Weniger Auslieferungen, aber volle Bücher
Die langen Lieferzeiten stehen einem leichten Rückgang bei den tatsächlichen Auslieferungen gegenüber. Im ersten Halbjahr 2026 brachte Ferrari insgesamt 6.802 Fahrzeuge zu Kunden und damit 285 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Fast die Hälfte der ausgelieferten Fahrzeuge entfiel auf Europa, den Nahen Osten und Afrika. Beim Antrieb dominierten weiterhin reine Verbrenner mit einem Anteil von 70 Prozent. Die restlichen 30 Prozent waren Hybridmodelle. Vollelektrische Fahrzeuge spielen in diesen Zahlen noch keine Rolle. Für 2026 hatte Ferrari insgesamt fünf Modellpremieren angekündigt. Bislang wurden der Amalfi Spider, der Luce und der 12Cilindri Manuale vorgestellt. Ob das Einzelstück HC25 als vierte Neuheit mitzählt, ist offen. Rund um Maranello gesichtete Prototypen deuten zudem auf eine schärfere Variante des 296 hin. Wann eine mögliche offene Version des F80 erscheint, ist ebenfalls noch nicht bekannt.
Knappheit bleibt Teil des Geschäftsmodells
Ferrari hält weiterhin an seiner Strategie fest, die Produktion nicht stark auszuweiten. Die begrenzte Stückzahl soll die Exklusivität der Marke sichern und verhindert, dass der Markt mit Fahrzeugen übersättigt wird. Gleichzeitig entstehen dadurch lange Wartezeiten und Spielraum für hohe Preise. CEO Benedetto Vigna spricht von der vollständigsten Modellpalette in der Geschichte des Unternehmens. Dazu tragen auch Fahrzeuge wie der Purosangue und der Luce bei, die das Angebot über klassische Sportwagen hinaus erweitern. Während Traditionalisten diese Entwicklung kritisch sehen, sprechen die gefüllten Auftragsbücher gegen ein nachlassendes Interesse. Wer heute einen neuen Ferrari bestellt, muss sich daher auf Geduld einstellen. Frühestens 2028 dürfte das Fahrzeug ausgeliefert werden – sofern überhaupt ein Produktionsplatz verfügbar ist.
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