Fix: Opel-Modelle künftig auf PSA-Plattformen. Unsicher: die Opel-Arbeitsplätze

7. November 2017
2.260 Views
Allgemein

Am Donnerstag wird PSA den Sanierungsplan für Opel veröffentlichen. Die Kernpunkte sind allerdings laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schon jetzt durchgesickert. Wie schon bei dem PSA-Konzern selbst will Chef Carlos Tavares auch bei den Rüsselsheimern eine durchaus harte Linie fahren. Passend dazu hat Opel-Chef Michael Lohscheller wie von Tavares gefordert einen Sanierungsplan erarbeitet, der einige harte Einschnitte vorsieht. So soll zum einen die Modellvielfalt reduziert werden. Modelle, die zu wenig Stückzahlen machen, werden gestrichen. Darunter fallen dem Vernehmen nach nicht nur der ohnehin nicht zu bekommende Ampera-e, sondern auch der Adam, der Karl und das Cabrio Cascada.

Die Modelle, die dann noch überbleiben, sollen künftig – wie schon der oben zu sehenden Crossland X – ausnahmslos auf PSA-Plattformen stehen. Streng nach dem Vorbild des VW-Konzerns, der ja immerhin auch vom Skoda Octavia bis zum Audi TT die selbe Plattform verwenden kann, soll auch bei der neusten PSA-Tochter Opel deutlich mehr Konzern-Architektur zum Einsatz kommen. Das betrifft dann wohl auch die Motoren. Tavares bezeichnete diese noch vor einiger Zeit als „nicht effizient genug“.

Überhaupt ist ihm das Thema Effizienz aus nahe liegenden Gründen sehr wichtig. Auch bei den Werken: In den französischen PSA-Werken sei sie um 50% höher als in denen von Opel, bemängelte er bei einem Besuch in den deutschen Fabriken. Dementsprechend hat sich auch bis heute nichts an der Einstellung von PSA geändert, die noch bis Ende 2018 geltende Job-Garantie für alle Opel-Mitarbeiter nicht zu verlängern.

Es wird aber freilich nicht nur beschnitten, sondern auch gewachsen: Neue Märkte, die unter dem GM-Regime noch Tabu waren, sollen erschlossen werden – allen voran natürlich der asiatische Markt. Zudem soll dem Entwicklungszentrum in Rüsselsheim in Zukunft erlaubt werden, auch Aufträge von fremden Firmen annehmen zu dürfen, wodurch dessen Zukunft gesichert werden soll.

Kommentar abgeben