Ford Fiesta 1,25i 16V Flair

9. Juli 2001
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Ford
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:75 PS
Testverbrauch:7,1 l/100km
Modelljahr:2000
Grundpreis:12.155 Euro

Ein Facelift im Wortsinn: Beim neuen Ford Fiesta wurde in erster Linie das Gesicht modifiziert – mit flott geschwungenen Scheinwerfer-Augen und einem grinsenden Lufteinlass-Mund. Außerdem bekam er Seitenairbags samt Kopfschutz sowie in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger spendiert. Die restlichen Änderungen fallen unter die Rubrik Details”: etwa die mit kräftigeren Seitenwülsten versehenen Vordersitze oder die zart verfeinerte Fahrwerks-Abstimmung.
Somit muss man in der Beurteilung des gesamten Autos vorwiegend auf alte Stärken und Schwächen zurückgreifen: Zu den dicken Pluspunkten des kleinen Kölners gehört zum Beispiel sein Fahrverhalten. Wenn es einen Kleinwagen gibt, der die Bezeichnung “GoKart” verdient, dann der Fiesta (und mit ihm natürlich Ka und Puma, die beide auf der gleichen Plattform rollen). So agil, neutral und kurvengierig ist kaum ein vergleichbares Auto. Kongenial: die auch um die Mittellage hochpräzise Lenkung und die knackig-exakte Schaltung.
Die Schwächen des Fiesta sind zum Großteil auf sein bereits recht stolzes Alter zurückzuführen. Dazu gehören etwa ein nach wie vor nicht verstellbares Lenkrad, Fensterheber, die One-Touch nicht kennen und gleich nach Abziehen des Zündschlüssels den Dienst versagen, viel unverkleidetes Blech im Kofferraum, ellenlange Gurtpeitschen vorne, Tankdeckel- und Kofferraum-Öffnung nur per Schlüssel etc. Die Lösung auf die Preisfrage: “Warum wurden diese Schwächen beim Facelift nicht beseitigt?” wird erst 2002 beantwortet – mit dem ganz neuen Fiesta.

TECHNIK
4-Zylinder-Reihe, 4-Ventil-Technik, 1242 ccm, 55 kW (75 PS) bei 5200/min, max. Drehmoment 110 Nm bei 4000/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Federbeine, hinten: Verbundlenkerachse, Längslenker, Stabilisator, Schraubenfedern, Teleskopdämpfer, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, L/B/H 3828/1634/1334 mm, Radstand 2446 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,3 m, Servo, Reifendimension 165/70 R 13, Tankinhalt 40 l, Reichweite (bis Tankreserve) 510 km, Kofferraumvol. 250-930 l, Leergew. 1030 kg, zul. Gesamtgew. 1450 kg, 0-100 km/h 12,7 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 13,3 sec, Spitze 170 km/h, CO2-Emission 161 g/km, Normverbr. (Stadt/außerorts/Mix) 8,7/5,8/6,9 l, Testverbr. 7,1 l ROZ 95
Preis: S 166.500,-

FAHREN & FÜHLEN
Der 1,25-Liter-16V-Vierzylinder ist spritzig und drehfreudig, Durchzug, Laufruhe und Geräuschdämmung gehören aber nicht zu seinen Stärken. Vom Feinsten dafür das Fahrwerk: straff, mit genügend Restkomfort, kurvengierig, neutral. Passend dazu: die direkt-exakte Lenkung und die knackige Schaltung. Die Bremsen: trotz Trommeln hinten wirksam, fading-resistent und gut dosierbar. Kaum Abroll-, dafür deutlich vernehmbare Windgeräusche. Straffe, einfach verstellbare Vordersitze mit gutem Seitenhalt, aber zu kurzer Schenkelauflage.

PLATZ & NUTZ
Der Fiesta-Innenraum: vorne wie hinten wenig Ellbogenfreiheit, im Fond muss man zudem den Kopf einziehen, dafür darf man die Beine vergleichsweise lang strecken. Der Kofferraum bietet ansehnliche Größe sowie eine durchschnittlich hohe Ladekante und lässt sich durch Vorklapp-Fondlehnen (2:1-Teilung) erweitern – allerdings ohne eine ebene Ladefläche zu ergeben. Gute Rundumsicht. Praxis-Minus: Lenkrad nicht höhenverstellbar, wenig Ablagen, Heckklappe und Tankdeckel nur mit Zündschlüssel zu sperren, ungewohnte Wischer-Betätigung.

DRAN & DRIN
Die Mitgift im Modell “Flair”: Servolenkung, geteilt umklappbare Fond-Lehnen, Radiovorbereitung inkl. 2 LS. Extras: stufenlose Automatik (CVT), Klimaanlage, Zentralsperre, Glasschiebedach, E-Fensterheber, beheizbare E-Außenspiegel, Fahrersitz-Höhenverstellung, beheizbare Frontscheibe, Kassetten- oder CD-Radio, Metallic. Navigationssystem als Zubehör. Ordentliche Verarbeitung, strapazfähige Materialien, wenig Mode-Mut im Innenraum.

SICHER & GRÜN
Fiesta-Sicherheit: Front- und Seitenairbags (mit Kopfschutz), vier Dreipunktgurte (vorne mit Straffern und Gurtkraftbegrenzern), höhenverstellbare Kopfstützen vorne (reichen bis 1,85 m Körpergröße). ABS und Fond-Kopfstützen gegen Aufpreis. Komplett abgehakter Umwelt-Check, sehr günstiger Verbrauch.

PREIS & WERT
Preislich wirkt der Fiesta “Flair” attraktiv, bei dürrer Grundausstattung allerdings. Der gut bestückte “Ghia” (Klima, ABS) kostet um 40 Tausender mehr. Garantie: ein Jahr fürs Fahrzeug (gegen Aufpreis auf bis zu drei Jahre verlängerbar), sechs gegen Rost, null für Mobilität. Dichtes Werkstatt-Netz, im Segment-Vergleich unterdurchschnittliche Werthaltung, Service und Ölwechsel alle 15.000 Kilometer.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL:
Nach wie vor gut zu fahren, neuerdings airbag-aufgerüstet, einige Detail-Schwächen blieben dem Fiesta aber trotz Facelift erhalten.”