Ford will seine Position in Europa in den kommenden Jahren deutlich stärken. Im Rahmen eines Treffens mit europäischen Händlern und Partnern präsentierte der Hersteller eine neue Strategie, die neue Modelle, digitale Dienste und vernetzte Technologien umfasst. Im Mittelpunkt stehen sowohl Privatkunden als auch Unternehmen. Gleichzeitig fordert Ford realistischere regulatorische Rahmenbedingungen für den Übergang zur Elektromobilität.
Ford Pro soll Unternehmen produktiver machen
Eine zentrale Rolle spielt künftig Ford Pro. Die Nutzfahrzeugsparte entwickelt sich laut Ford vom klassischen Fahrzeughersteller zum Produktivitätspartner für Unternehmen. Vernetzte Dienste und Fahrzeugdaten sollen dabei helfen, Ausfälle frühzeitig zu erkennen und die Betriebszeit von Fahrzeugen zu erhöhen. Bereits heute sind laut Ford mehr als 1,2 Millionen europäische Fahrzeuge vernetzt und senden täglich Millionen Statusdaten. Neu sind sogenannte Dealer Uptime Services. Händler überwachen dabei den Fahrzeugzustand aktiv, kontaktieren Kunden proaktiv und bereiten Werkstatttermine inklusive Ersatzteilen bereits vor dem Werkstattbesuch vor. Pilotprojekte sollen gezeigt haben, dass sich Reparaturzeiten um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen.
Neue Nutzfahrzeuge für harte Einsätze und Städte
Mit dem Ranger Super Duty bringt Ford eine besonders robuste Version seines erfolgreichen Pick-ups nach Europa. Das Modell richtet sich unter anderem an Rettungsdienste, Forstwirtschaft, Bergbau oder militärische Anwendungen. Der Ranger Super Duty bietet ein Gesamtzuggewicht von bis zu acht Tonnen, eine Anhängelast von 4,5 Tonnen sowie fast zwei Tonnen Nutzlast. Zusätzlich erhält das Modell ein Heavy-Duty-Fahrwerk, mehr Bodenfreiheit und zusätzlichen Unterbodenschutz. Für urbane Einsätze kündigt Ford außerdem den neuen Transit City an. Der rein elektrische Transporter wurde speziell für Städte mit Zufahrtsbeschränkungen entwickelt. Er soll Unternehmen einen möglichst einfachen und kostengünstigen Einstieg in die Elektromobilität ermöglichen und wird in mehreren Varianten erhältlich sein.
Fünf neue Pkw bis 2029
Auch bei den Pkw plant Ford eine große Modelloffensive. Bis Ende 2029 sollen fünf komplett neue Fahrzeuge für Europa eingeführt werden. Dazu zählt ein neues Mitglied der Bronco-Familie, das ab 2028 in Valencia produziert werden soll. Außerdem kündigt Ford einen kleinen Elektro-Kleinwagen sowie einen elektrischen Kompakt-SUV an. Zwei weitere Crossover-Modelle sollen das Portfolio ergänzen. Die neuen Fahrzeuge sollen laut Ford stark von der eigenen Rallye- und Offroad-DNA geprägt sein und speziell auf europäische Straßen und Kunden abgestimmt werden.
Gleichzeitig nutzt Ford die Präsentation für Kritik an aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa. Der Hersteller fordert einen flexibleren Übergang zur Elektromobilität und warnt davor, Kunden zu schnell in Richtung vollelektrischer Fahrzeuge zu drängen. Laut Ford könnten zu ambitionierte Ziele dazu führen, dass Verbraucher ältere Fahrzeuge länger behalten. Deshalb spricht sich Ford dafür aus, auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender weiterhin als wichtigen Teil der Transformation zu unterstützen. Zudem fordert das Unternehmen einen stärkeren Ausbau der Ladeinfrastruktur, insbesondere für Gewerbekunden und Nutzfahrzeuge.
Foto: Werk
