Gadget-Check: T-Mobile CarConnect

11. Januar 2018
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Leben

Moderne Autos werden immer smarter – erlauben Ihren Fahrern und Beifahrern immer mehr zu tun, während sie unterwegs sind. Zumindest digital. WLAN-Hotspots und Auto-eigene Apps machen selbst unsere vierrädrigen Begleiter zu Mitgliedern der Generation „always on“, während sich Versicherungen und Besitzer gleichermaßen über ständige GPS-Trackbarkeit der Vehikel freuen und auch besorgte Eigner von überall auf der Welt nachschaun können, ob eh alle Fenster zu und die Zentralverriegelung aktiviert ist.

Besitzer von „alten“ KFZ schauen hier aber freilich durch die Finger … oder etwa nicht? T-Mobile verspricht mit seinem CarConnect jedes Auto mit einem OBD-Stecker zum smarten Gefährt machen zu können. Wir haben den Praxistext gewagt. Installation und Einrichtung sind jedenfalls im Prinzip recht einfach. Das recht kleine Gerät, das an den OBD-Anschluss gesteckt werden will, wird in einer handlichen Schachtel samt gut bebilderter Anleitung geliefert und muss vor der Installation schlicht mit der beiliegenden Simkarte gefüttert werden. Als nächstes ist das eigene Smartphone zur Hand zu nehmen, die passende App zu installieren und der Barcode am CarConnect-Stick zu scannen. Dann einfach das Gerät in die OBD-Dose stecken, warten bis es eine Verbindung mit dem Internet herstellen konnte und schon sitzt man quasi in einem smarten Auto.

Einziger Haken natürlich: Je nachdem wo der OBD-Stecker im eigenen Auto sitzt, ist das Gerät nach Anschluss mehr oder weniger unsichtbar; mehr oder weniger im Weg. Besonders blöd läuft es für alle, bei denen besagter Stecker nicht im Fußraum, sondern hinter einer Abdeckung im Armaturenbrett ist – wie zum Beispiel bei einem Peugeot 207, siehe Bilder. Da kann es noch so schön sein einen WLAN-Hotspot im Auto zu haben … so würden wir nicht durch die Gegend fahren wollen.

 

Doch zurück zum Gerät selbst: der erwähnte Hotspot ist nur eine der Funktionen von CarConnect. Darüber hinaus könnt ihr darüber auch die Position eures Autos abrufen (sehr hilfreich wenn man nicht mehr genau weiß, wo man es geparkt hat oder natürlich, wenn es gestohlen wurde), Daten über gefahrene Routen einsehen (starke Beschleunigungen oder Bremsungen, Durchschnittsgeschwindigkeit usw.) und auch Daten über den Zustand eures Autos selbst abfragen – um genau zu sein über den Ladezustand der Batterie, die ungefähre Füllmenge des Tanks und etwaige Fehlermeldungen des Autos.

Im Großen und Ganzen verrichtete der Stick während unserer Testzeit dabei seinen Dienst zufriedenstellend – reagierte angemessen schnell und leistete sich keine Datenaussetzer. Es wäre in einem dicht besiedelten und vor allem mit solider Netzabdeckung gesegneten Bereich wie Wien – wo unser Test stattfand – aber auch tragisch gewesen, wäre letzteres tatsächlich eingetreten. Wie es in der Pampa aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Wenn wir aber schon über Netzabdeckung sprechen: das gute Stück kommuniziert auf selbem Wege wie ein Smartphone über mobile Datenverbindungen mit dem Internet (vorzugsweise LTE). Das heißt freilich auch, dass es mit einer einmaligen Investition nicht getan ist, will man sein altes Auto „smart“ machen. EsVertrag mit monatlichen Kosten will abgeschlossen werden. Dabei hat man die Wahl zwischen einem Entgelt von 3,49 Euro und einem Gerätepreis von 149,- Euro, oder 8,99 Euro pro Monat und Gerätekosten von 82,- Euro. Der Unterschied liegt im inkludierten Datenvolumen: 300 MB sind es bei ersterem Angebot, 6 GB bei zweiterem. Soll der Stick also zum Streamen von Videos reichen, um die Kids oder dringend zu beschäftigenden Mitfahrer höheren Alters bei Laune zu halten, ist dringend der teurere Tarif empfohlen. Allen anderen dürfte der kleinere reichen.

 

Schlusswort: 

In Hinblick darauf einen stets vorhandenen WLAN-Hotspot im Auto und zusätzlich das gute Gefühl eines Sicherheitsplus zu haben (wird der Stick vom Auto getrennt wird man ebenso am Handy alarmiert wie wenn sich der Wagen in Bewegung setzt), ist CarConnect für manche Anwender sicherlich eine feine Sache. Ein absolutes Muss stellt der gute Stück aber wohl kaum da.

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Profilbild von Johannes Posch

Filme, Videospiele, Technik, Autos, Speis und Trank ... meine Interessen lesen sich wie das 1x1 der Männer-Klischees. Aber so bin ich nun mal. ;) Und das zeigt sich auch in meinem bisherigen Werdegang: Hotelfachschule, dann Videospieljournalist (übrigens bis heute: www.gamers.at), anschließend einige Jährchen bei einer Unternehmensberatung und Digital-Marketing Agentur und nun also hier, bei Alles Auto. Hier darf ich seit Mai 2015 die Geschicke von allem das "online & digital" ist lenken und gestalten ... und "nebenbei" natürlich der Redaktion mit Tests, Fahrberichten und mehr meinen Stempel aufdrücken. Und dabei bin ich natürlich auch immer für Anregungen offen. Fragen und vor allem Anregungen sind also jederzeit willkommen. :)

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