Gran Turismo Sport – Infos und Eindrücke

26. Mai 2016
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Aktuelles

IMAG0730Das nächste Gran Turismo wird also nicht „7“, sondern „Sport“ heißen. Der Grund dafür ist ebenso simpel wie faszinierend: Polyphony Digital, also die Entwickler des Spiels, allen voran aber dessen Chef, Kazunori Yamauchi, haben sich so eng mit der FIA zusammengetan, wie es vorher noch nie auch nur denkbar gewesen wäre. Klar: Dass man in Spielen echte FIA-Rennligen nachfahren konnte, gab es schon lang. Doch Gran Turismo geht eine echte Partnerschaft mit der FIA ein, anstatt bloß einen Lizenzvertrag zu unterschreiben. Wenn GT Sport diesen Winter (am 16. November 2016) bei uns erscheint, wird man über das Spiel an Meisterschaften teilnehmen können, dessen Gewinner gemeinsam mit allen „echten“ Rennfahrern bei der einen, großen Preisgala der FIA geehrt werden und ihre Pokale erhalten. Die Top-Spieler in GT Sport werden also quasi auf eine Stufe mit Formel 1-Piloten, Rally-Stars und Langstrecken-Ikonen gestellt.

Außerdem bekommen Spieler die Möglichkeit innerhalb des Spiels eine digitale FIA-Rennlizenz zu erringen. Dafür müssen sie, ganz wie im echten Leben, bestimmte Prüfungen bestehen. Der Clou: Durch diese digitalen Lizenzen wird es deutlich leichter dann eine „echte“ FIA-Rennlizenz zu erhalten, da viele Bereiche der Prüfungen und Bedingungen dem Bewerber quasi gleich angerechnet werden. Das bedeutet nicht nur weniger Aufwand bzw. Hürden, sondern auch niedrigere Kosten! Der Haken: Aktuell stehen die entsprechenden Detail-Deals für diese Lizenzen wohl schon mit einigen europäischen Ländern, nicht aber mit Österreich (oder Deutschland, wenn wir schon dabei sind). Die Entwickler geloben aber, dass die Zahl der inkludierten Nationen bis zum Start – und darüber hinaus – noch deutlich wachsen wird.

 

Dennoch: Schon jetzt klingt dieses Konzept, das Turniere und Ligen nach Ländern und Herstellern, sowie einzelne Großevents vorsieht, unglaublich spannend. Für ausreichend Fairness soll dabei übrigens ein ausgeklügeltes Matchmaking-System sorgen, dass die Fahrer entsprechend ihrer Region, ihrem Alter und ihrem Können gegeneinander antreten lässt. Auf die entsprechende Renn-Netiquette achtet bei den normalen Rennen das Spiel selbst – verhängt im Zweifel über beide an einer Kollision beteiligten Autos Strafen. Sobald es allerdings wirklich ums eingemachte geht – man sich also den Titel-Rennen nähert, werden die Rennen nicht nur live in die Welt übertragen und tatsächlich von einem Menschen moderiert, es wird auch Stewards aus Fleisch und Blut geben, die über das Renngeschehen wachen und im Ernstfall – eben wie im echten Rennalltag – Strafen verhängen oder gar Disqualifikationen aussprechen werden.

i1IQm0e54CeLfuBNatürlich wurden uns direkt über dem Paddock-Bereich am Nürburgring, in dem schon reges Treiben für das bevorstehende 24h-Rennen herrschte, nicht nur schöne Pläne erzählt, sondern auch Tatsachen gezeigt … also das Spiel selbst. Auch wenn dieses erst zu 50% fertig war – was man anhand von Grafik-Unzulänglichkeiten auch noch gut sehen konnte – hinterließ es bereits einen tollen Eindruck. Die Fahrphysik ist erneut exzellent und erlaubt dank zahlreicher, teils in 10 Stufen regelbarer Fahrhilfen, dass sich auch Neulinge schnell über Erfolge freuen dürfen. Echte Cracks hingegen dürfen freilich auch alle Assistenten zum Zuschauen verdammen und sich ganz auf das feine Gefühl in ihren Händen und Füßen verlassen.

Nicht nur Rennen fahren darf man aber: Auch die Lackierungen und Beklebungen der Fahrzeuge (137, aufgeteilt in vier Gruppen werden es dann sein), dürfen nun nach Herzenslust gestaltet werden. Außerdem wurde der immer schon vorhandene Foto-Modus anständig aufgemotzt und ermöglicht dank der Kombination aus echten Fotos und den grandiosen 3D-Modellen Aufnahmen, die teilweise so gut wie unmöglich von echten Bildern zu unterscheiden sind.

 

Dennoch: Viele Bereiche des Spiels waren schlicht noch zu unfertig um darüber auch nur so etwas ähnliches wie ein Urteil fällen zu können. Manche fehlten gar ganz. So versprach Yamauchi, der bei den 24h in einem brandneuen BMW M6 GT3 des Walkenhort-Teams mitfährt, der ebenfalls vorgestellt wurde, dass bis zum Launch noch ein Schadens- und Wetter-Modell den Weg ins Game finden soll. In welchem Ausmaß wir das erwarten dürfen (also nur optische, oder auch mechanische Schäden usw.) ließ er aber noch offen. Ebenso, was das gute Stück dann kosten wird. Vor allem für mich eine spannende Frage. Gefühlt bietet es nämlich für einen Vollpreistitel etwas wenig Fleisch (137 Autos und 27 Strecken). Wie dem aber auch sei: Rennspielfans mit einer PS4 dürfen sich GT Sport schon jetzt als Pflichtkauf vormerken … vor allem, wenn sie mit der Idee liebäugeln, mal eine Rennlizenz machen zu wollen.

 

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