Großer Test: BMW iX xDrive40

19. Mai 2022
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:BMW
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:326 PS
Testverbrauch:24,3 kWh/100km
Modelljahr:2022
Grundpreis:81.500 Euro

Wo soll man anfangen beim BMW iX, dem neuen Aushängeschild der Münchner Strom-Abteilung? Zunächst einmal bei der Info, dass er nicht die bestehenden Groß-SUV X5 und X7 ersetzen soll, sondern ein eigenständiges Modell darstellt. Dann ist da die Grundausrichtung: BMW hat versucht, ein ­Auto für die Zukunft zu bauen – und hier etwa auch auf die nachhaltige Herstellung geachtet. Das spricht natürlich Menschen an, die diesen Schritt bewusst gehen wollen – und dieser BMW ­polarisiert, sowohl im Außenauftritt als auch im Interieur-Design.

So sehr der iX einen optisch fordert, so souverän fährt der neue Stromer. Bei dieser Fahrqualität denkt man eher an die Luxus-Tochter Rolls-Royce als an die Münchner Zentrale. Kein Wunder, wurden doch Aspekte von den Briten übernommen, wie etwa Reifen mit Schaumstoff­einlage zur Geräuschreduktion. 

Apropos Dämmung: Da der Motorsound fehlt, sind knarzfreie Verarbeitung und wenig Windgeräusch besonders wichtig, auch hier kann der iX überzeugen – der Strom-SUV wird durch eine Karbon-Karosserie nochmals gegen Verwindung verstärkt. Trotz Einsatz von Leichtbau-Materialien kommt der Wagen auf maximal drei Tonnen, zudem darf er anständige 2500 Kilo ziehen. Auch der drei Meter lange Radstand ist eine Ansage.

Zu haben ist der neue Über-Stromer in zwei Motor/Batterie-Kombinationen, beide mit Allradantrieb. Das Flaggschiff „50“ hat 523 PS und eine Netto-Batteriekapazität von 105 kWh, wir haben zum Test den „40er“ ausgefasst, der immer noch feine 326 PS (und viel wichtiger: 630 Nm Drehmoment) auf die Räder wuchtet, allerdings nur mehr 71 kWh speichern kann. 

Zwar ist man – wie oben beschrieben – auf der Langstrecke ultra-komfortabel unterwegs, doch nach etwa 250 Kilometern muss wieder geladen werden, was die Premium-Erwartung doch etwas in Mitleidenschaft zieht. Ist man hingegen nur selten auf hohe Reichweiten angewiesen, ist die Basis-Version absolut zu empfehlen. So der iX gefällt – und man ihn sich leisten kann. Natürlich ist er mit einem Basispreis von fast 80.000 Euro teuer, aber im Grunde konkurrenzlos: Die deutsche Nobel-Konkurrenz ist spürbar billiger und kleiner, rangiert bei Komfort und Fahreigenschaften eine Klasse darunter. Und Teslas Model X ist teurer und (reichweiten-)stärker.

Motor & Getriebe – Die beiden E-Motoren liefern genug Vortrieb, ohne es zu ­übertreiben. Der Fahr-Modus „D“ sorgt nur vorausschauend für Rekuperation, „B“ bremst bis zum Stillstand, ermöglicht Einpedal-Fahren. Gut ­dosierbar beim Rangieren. Künstlicher E-Sound aktivierbar.  

Fahrwerk & Traktion – Top-Abstimmung des Adaptiv-Fahrwerks: komfortabel, dabei nie schwammig. Im Sport-Setting mit hohen Dynamik-Reserven samt willigem Einlenken. Sehr sicheres Fahrverhalten, keine ­Lastwechsel- Tücken. Lenkung: feinfühlig, direkt bei flotter Fahrt, leichtgängig beim Rangie­ren. 1A-Bremsen, tadellose Traktion. 

Bedienung & Multimedia – Sportlich-komfortable Sitzposition, 1A-Bedienung. Großer ­Lenkrad- Verstellbereich. Die bequemen Sitze bieten ausreichend Seitenhalt, einzig die recht kurzen Schenkelauflagen missfallen. Gelungene Steuerung des übersichtlich und logisch aufgebauten Multimediasystems: Es stehen der große Touchscreen mit leicht zu treffenden Icons, Drehregler, Knöpfe sowie eine ausgezeichnete Sprach- ­sowie Gestensteuerung (optional) parat. Serie: kabelfreies Apple CarPlay & induktives Handyladen. Übersicht nach hinten mau (Rückfahrka­mera aufpreisfrei). Viele Ablagen. Großer Wendekreis. 

Innen- & Kofferraum – Erhabene Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen. Das gute Raumge­fühl wird durch den Entfall des Mitteltunnels deutlich verbessert. Der große Kofferraum ist sehr gut nutzbar. Lobenswert: Die 2:1:2 ge­teilten Fondlehnen lassen sich sowohl von Reihe zwei als auch vom Kofferraum aus entriegeln, die Ladefläche bleibt stets eben.

Dran & Drin – Für einen BMW gar nicht so schlecht ausgerüstet: Zum Serienumfang gehören Standklimatisierung, 20 Zoll-Aluräder, Navigation, 14,9 Zoll-Monitor, WLAN, DAB-Tuner, Sprachsteuerung, E-Heckklappe, Adaptiv-Fahrwerk sowie luftgefederte Hinterachse. Einige Extras, die thematisch in Paketen zusammengefasst sind. Rund 200 PS & 200 Kilometer mehr Reichweite bringt der xDrive50 für 20.000 Euro Aufpreis. Sehr gute ­Verarbeitung, ausgefallene (etwa ­Interieur- Design „Loft“ für 504 Euro extra) und hochwertige Materialien.

Schutz & Sicherheit – Zum normalen Airbag-Aufgebot gesellt sich eine Vielzahl an Assistenzsystemen (Spurführungs-, Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent, Abstandsregel-Tempomat), die mittels „Driving Assistant Professional“ ergänzt werden können (zum Beispiel Lenkeingriff bei Ausweichmanövern und Abstandsregel-Tempomat mit Stop & Go).   

Reichweite & Laden – Da der Test-Verbrauch bei Winterkälte deutlich über der Werksangabe lag, war die versprochene Reichweite nicht drin – angstfrei können nur 250 Kilometer erreicht werden. Positiv: An geeigneten Ladesäulen können 150 kW aufgenommen werden. 

Preis & Kosten – Das deutlich stärkere Tesla Model X ist um einiges teurer, die kleine­ren Audi e-tron und Mercedes EQC sind günstiger. Die garantieähnliche Gewährleistung gilt zwei Jahre. Service alle zwei Jahre (Vierjahres-Paket für 792 Euro). Nur 28 BMW-Händler kümmern sich in Österreich um E-Autos. Kein Hit beim Stromverbrauch. 

Hat man so noch nicht gesehen: Futuristisches iX-Cockpit mit großem Lenkrad, übersichtlichem Widescreen und Wohnzimmer-Feeling

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Wo soll man anfangen beim BMW iX, dem neuen Aushängeschild der Münchner Strom-Abteilung? Zunächst einmal bei der Info, dass er nicht die bestehenden Groß-SUV X5 und X7 ersetzen soll, sondern ein eigenständiges Modell darstellt. Dann ist da die Grundausrichtung: BMW hat versucht, ein ­Auto für die Zukunft zu bauen – und hier etwa auch auf die nachhaltige Herstellung geachtet. Das spricht natürlich Menschen an, die diesen Schritt bewusst gehen wollen – und dieser BMW ­polarisiert, sowohl im Außenauftritt als auch im Interieur-Design. So sehr der iX einen optisch fordert, so souverän fährt der neue Stromer. Bei dieser Fahrqualität denkt man eher an die Luxus-Tochter Rolls-Royce als an die Münchner Zentrale. Kein Wunder, wurden doch Aspekte von den Briten übernommen, wie etwa Reifen mit Schaumstoff­einlage zur Geräuschreduktion.  Apropos Dämmung: Da der Motorsound fehlt, sind knarzfreie Verarbeitung und wenig Windgeräusch besonders wichtig, auch hier kann der iX überzeugen – der Strom-SUV wird durch eine Karbon-Karosserie nochmals gegen Verwindung verstärkt. Trotz Einsatz von Leichtbau-Materialien kommt der Wagen auf maximal drei Tonnen, zudem darf er anständige 2500 Kilo ziehen. Auch der drei Meter lange Radstand ist eine Ansage. Zu haben ist der neue Über-Stromer in zwei Motor/Batterie-Kombinationen, beide mit Allradantrieb. Das Flaggschiff „50“ hat 523 PS und eine Netto-Batteriekapazität von 105 kWh, wir haben zum Test den „40er“ ausgefasst, der immer noch feine 326 PS (und viel wichtiger: 630 Nm Drehmoment) auf die Räder wuchtet, allerdings nur mehr 71 kWh speichern kann.  Zwar ist man – wie oben beschrieben – auf der Langstrecke ultra-komfortabel unterwegs, doch nach etwa 250 Kilometern muss wieder geladen werden, was die Premium-Erwartung doch etwas in Mitleidenschaft zieht. Ist man hingegen nur selten auf hohe Reichweiten angewiesen, ist die Basis-Version absolut zu empfehlen. So der iX gefällt – und man ihn sich leisten kann. Natürlich ist er mit einem Basispreis von fast 80.000 Euro teuer, aber im Grunde konkurrenzlos: Die deutsche Nobel-Konkurrenz ist spürbar billiger und kleiner, rangiert bei Komfort und Fahreigenschaften eine Klasse darunter. Und Teslas Model X ist teurer und (reichweiten-)stärker.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Die beiden E-Motoren liefern genug Vortrieb, ohne es zu ­übertreiben. Der Fahr-Modus „D“ sorgt nur vorausschauend für Rekuperation, „B“ bremst bis zum Stillstand, ermöglicht Einpedal-Fahren. Gut ­dosierbar beim Rangieren. Künstlicher E-Sound aktivierbar.   Fahrwerk & Traktion - Top-Abstimmung des Adaptiv-Fahrwerks: komfortabel, dabei nie schwammig. Im Sport-Setting mit hohen Dynamik-Reserven samt willigem Einlenken. Sehr sicheres Fahrverhalten, keine ­Lastwechsel- Tücken. Lenkung: feinfühlig, direkt bei flotter Fahrt, leichtgängig beim Rangie­ren. 1A-Bremsen, tadellose Traktion.  Bedienung & Multimedia - Sportlich-komfortable Sitzposition, 1A-Bedienung. Großer ­Lenkrad- Verstellbereich. Die bequemen Sitze bieten ausreichend Seitenhalt, einzig die recht kurzen Schenkelauflagen missfallen. Gelungene Steuerung des übersichtlich und logisch aufgebauten Multimediasystems: Es stehen der große Touchscreen mit leicht zu treffenden Icons, Drehregler, Knöpfe sowie eine ausgezeichnete Sprach- ­sowie Gestensteuerung (optional) parat. Serie: kabelfreies Apple CarPlay & induktives Handyladen. Übersicht nach hinten mau (Rückfahrka­mera aufpreisfrei). Viele Ablagen. Großer Wendekreis.  Innen- & Kofferraum - Erhabene Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen. Das gute Raumge­fühl wird durch den Entfall des Mitteltunnels deutlich verbessert. Der große Kofferraum ist sehr gut nutzbar.…

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FAZIT

Überragend komfortabler Elektro-SUV für ausgefallene Geschmäcker und dicke Brieftaschen.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

2 Synchronmotoren, Systemleistung 326 PS (240 kW), Dauerleistung 139 PS (102 kW), max. Drehmoment 630 Nm, Akku (netto) 71 kWh, Allradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 4953/1967/1695 mm, Radstand 3000 mm, 5 Sitze, Wendekreis 12,8 m, Reifendimension 235/60 R 20 (Testwagen-Bereifung 255/50 R 21), Kofferraumvol. 500–1750 l, Leergewicht (EU) 2440 kg, zul. Gesamtgewicht 3010 kg, max. Anh.-Last 2500 kg, 0–100 km/h 6,1 sec, 60–100 km/h 3,7 sec, Spitze 200 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 28, Service verschleißabhängig (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch kombiniert 19,4 kWh, Testverbrauch 24,3 kWh, Reichweite Norm/Test 425/290 km, Ladedauer bei 11 kW (100%) 7,25 Std, bei 150 kW Gleichstrom (80%) 34 Min

sieben Airbags, Spurführungs-, Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent, Abstandsregel-Tempomat, City-Notbremsassistent, Rückfahrkamera, LED-Licht, Innen- und Außenspiegel autom. abblend., Einparkhilfe v+h, Kunstlederpolsterung, E-Vordersitze (Memory fahrerseitig), Zweizonen-Klimaautom., Standklimatisierung (auch via App), Audiosystem mit 16 LS, Navigation, 14,9 Zoll-Touchscreen, E-Heckklappe, Aluräder 20 Zoll, Adaptiv-Fahrwerk etc.

Laser-Licht € 2016,–, Österreich-Paket (Lenkrad, Vorder- und äußere Rücksitze sowie Armauflagen heizb., Rundumkameras, Einpark-Assistent, digitaler Fahrzeugschlüssel, Vierzonen-Klima etc.) € 3132,–, Innovations-Paket (Abstandsregel-Tempomat mit Stop & Go, Headup-Display, Augment Reality für Navigation, Laser-Licht, Gestensteuerung etc.) € 4752,–, schlüsselloser Zu-­gang € 1056,–, Lenkradheizung € 300,–, Premi­um-Sound ab 708,–, Lederpolsterung € 3528,–, Sitzlüftung/-Massage € 858,–/1212,–, Panorama-Glasdach € 3330,–, 21/22 Zoll-Aluräder ab € 1764,–/3174,–, Metallic-Lack € 1056,– etc.    

2 Kommentare

  1. Auch wenn es vielleicht an der Farbe liegt – aber vü schiacha geht nimma.

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