Großer Test: Citroën C4 PureTech 130 EAT8 Shine

9. Juni 2021
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Citroën
Klasse:Kompaktwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:131 PS
Testverbrauch:6,8 l/100km
Modelljahr:2021
Grundpreis:27.350 Euro

Dass der Citroën C4 eine Melange aus verschiedensten Karosserie-Formen ist und gleichzeitig als Vertreter der konventionellen Kompaktklasse recht gute Praxiseigenschaften hat, konnten wir bereits bei der ersten Ausfahrt im letzten Heft feststellen. Damals fuhren wir den nicht allzu reichweitenstarken, jedoch flott aufgeladenen Stromer, eine Kostprobe bekamen wir auch vom überzeugenden Diesel. Plug-In-Hybrid oder Vollhybrid ist keiner geplant. 

Diesmal fassten wir den mittleren Benziner in Kombination mit der Achtgang-Automatik aus. Vollends überzeugen kann diese Motor/Getriebe-Kombination nicht: Beim Anfahren und bei niedrigen Drehzahlen wirkt der kleine Dreizylinder hier und da unkultiviert, erst bei höheren Touren kommt er in Schwung. Zugegeben: Die Messlatte liegt besonders hoch, denn der mü­he­los wirkende E-Antrieb passt besser zum Gesamtkonzept des C4. Das gilt auch für den Diesel, der darüber hinaus den perfekten Compagnon für gemütliche Autobahn-Etappen abgibt.

Im aktuellen TV-Spot zum C4 schlagen die Franzosen eine Brücke zum GS (Bauzeitraum 1970 bis 1986, Story dazu in der nächsten Ausgabe), der eine für viel Federungskomfort sorgende Hydropneumatik verbaut hatte. Auch der neue Franzose bietet ein besonderes Kuschel-Fahrwerk, vom Citroën „Advanced Comfort“-Fe­derung genannt. Von einer Fahrwerks-Revolution zu sprechen, wäre über­trieben, tolle Filter-Eigenschaften bietet es aber allemal. 

Stichwort Nutzbarkeit: Vorne sowie hinten sitzt es sich bequem, im Kofferraum findet man trotz abfallender Dachlinie für die meisten Ladegüter ausreichend Platz. 

Ganz deutlich unterscheidet sich der C4 von herkömmlichen Kompakten beim Feeling hinter dem Steuer: Mit einem kompromisslosen Fokus auf Komfort lädt er zum gelassenen Cruisen ein, die gekonnte Mischung aus klassischer und moderner Bedienung sowie das einzigartig geformte Lenkrad versprühen Avantgarde-Charme statt Dynamik, was diesem Citroën ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. 

Schade, dass das nicht auch auf das Heck-Design zutrifft, hier herrscht Verwechslungsgefahr mit dem Honda Civic. Noch ­dazu wirken beim Benziner die zwei kleinen Auspuff-Endrohre etwas verloren. 

Wie auch immer, der C4 ist etwas für Komfort-orientierte Kunden. Wer Dynamik sucht, greift besser zum einzigen echten Konkurrenten, dem frisch geliftete Hyundai i30 Fastback. 

Motor & Getriebe – Der Turbo-Dreizylinder geht zunächst verhalten ans Werk, sorgt bei Vollgas aber für ausreichend Vortrieb. Die Auto­matik schaltet recht weich, wirkt aber müde und patzt hier und da auch. ­Ruppiges Anspringen aus dem Start/Stopp-Stillstand. Manuelles Anwählen der Gänge über Schaltwippen am Lenkrad möglich.

Fahrwerk & Traktion – Sauber abgestimmtes Fahrwerk mit Fokus auf Komfort, dennoch kaum Wank-Neigung. Zu hohe Kurvengeschwindigkeiten ­kündigen sich mit sanftem Untersteuern früh an. ESP agiert humorlos, keine Tücken bei Lastwechsel. Relativ indirekte und leichtgängige Lenkung ohne viel Fahrbahn-Feedback. Bremsen und Traktion ­tadellos. 

Bedienung & Multimedia – Komfortable Sitze und Sitzposition, da leicht erhöht mit guter Sicht auf die Straße. Minimalistisch gehaltene Digital-Armaturen mit überschaubaren Individualisierungs-Möglichkeiten. An sich ge­­lungenes Bedienkonzept, auch wenn das Multimediasystem ­etwas unübersichtlich ist. Neben dem Touchscreen steht ein Drehregler für die Lautstärke parat. Smartphone-Integration klappt nur über Kabel (kompatibel mit Apple CarPlay und Android Auto). Simple Sprachsteuerung, induktive Handy-Ladestation kostet Aufpreis. Lobenswert: Sehr viele und auch gut nutzbare Ablagen in der Mittel­konsole, schlüsselloser Zugang ohne Türgriff-Drücken, Headup-Display. Minus: kein Heckscheibenwischer. 

Innen- & Kofferraum – Gute Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen, hinten gefällt die recht großzügige Kniefreiheit. Kofferraum auf Golf-Niveau, die ­Beladung gelingt ob der nicht allzu hohen Ladekante gut, dank doppeltem Ladeboden (samt Kellerfach) ebene Ladefläche. Die Fond­lehnen sind im Verhältnis 2:1 umlegbar, dazu gibt es eine Skidurchreiche.   

Dran & Drin – Im zweithöchsten Trimm „Shine“ sind beispielsweise Navi, Head-up-Display, Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang und 18-Zöller mit an Bord, für beheizbare Vordersitze muss man allerdings ­aufzahlen. Kann man auf optische Spielereien und bei diesem Benziner auf Automatik verzichten, empfiehlt sich die rund 3000 Euro bil­lige­re, zweitniedrigste Ausstattungslinie „Feel“. Solide Verarbeitung, großteils angenehme Materialien.

Schutz & Sicherheit – Übliches Airbag-Aufgebot, dazu LED-Scheinwerfer, Radar-Tempomat und Spurhalte-Assistent (letzterer auch schon in der Basis-Aus­stattung „Live“). Mittels Drive-Assist-Paket Plus (heißt: Spurführungs-Assistent und Querverkehrswarner) für überschaubare 496 Euro zum Klassen-Maximum aufrüstbar.

Preis & Kosten – Als viertüriges Crossover-Coupé mit großer Heckklappe recht ­wenig Konkurrenz-Druck. Preislich OK, der etwas schwächere Hyundai i30 Fastback ist etwas günstiger. Vertretbarer Praxis-Verbrauch, bezogen auf Kilometerleistung lange Service-Intervalle, ­ausreichend Werkstätten. Die zweijährige Garantie ist auf bis zu fünf Jahre erweiterbar (maximaler Kostenpunkt 550 Euro). Nicht allzu schlechte Werthaltung zu erwarten.  

Noble Wohlfühl-Umgebung zum fairen Preis: komfortabel, optisch ansprechend und dennoch praktisch

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Dass der Citroën C4 eine Melange aus verschiedensten Karosserie-Formen ist und gleichzeitig als Vertreter der konventionellen Kompaktklasse recht gute Praxiseigenschaften hat, konnten wir bereits bei der ersten Ausfahrt im letzten Heft feststellen. Damals fuhren wir den nicht allzu reichweitenstarken, jedoch flott aufgeladenen Stromer, eine Kostprobe bekamen wir auch vom überzeugenden Diesel. Plug-In-Hybrid oder Vollhybrid ist keiner geplant.  Diesmal fassten wir den mittleren Benziner in Kombination mit der Achtgang-Automatik aus. Vollends überzeugen kann diese Motor/Getriebe-Kombination nicht: Beim Anfahren und bei niedrigen Drehzahlen wirkt der kleine Dreizylinder hier und da unkultiviert, erst bei höheren Touren kommt er in Schwung. Zugegeben: Die Messlatte liegt besonders hoch, denn der mü­he­los wirkende E-Antrieb passt besser zum Gesamtkonzept des C4. Das gilt auch für den Diesel, der darüber hinaus den perfekten Compagnon für gemütliche Autobahn-Etappen abgibt. Im aktuellen TV-Spot zum C4 schlagen die Franzosen eine Brücke zum GS (Bauzeitraum 1970 bis 1986, Story dazu in der nächsten Ausgabe), der eine für viel Federungskomfort sorgende Hydropneumatik verbaut hatte. Auch der neue Franzose bietet ein besonderes Kuschel-Fahrwerk, vom Citroën „Advanced Comfort“-Fe­derung genannt. Von einer Fahrwerks-Revolution zu sprechen, wäre über­trieben, tolle Filter-Eigenschaften bietet es aber allemal.  Stichwort Nutzbarkeit: Vorne sowie hinten sitzt es sich bequem, im Kofferraum findet man trotz abfallender Dachlinie für die meisten Ladegüter ausreichend Platz.  Ganz deutlich unterscheidet sich der C4 von herkömmlichen Kompakten beim Feeling hinter dem Steuer: Mit einem kompromisslosen Fokus auf Komfort lädt er zum gelassenen Cruisen ein, die gekonnte Mischung aus klassischer und moderner Bedienung sowie das einzigartig geformte Lenkrad versprühen Avantgarde-Charme statt Dynamik, was diesem Citroën ein Alleinstellungsmerkmal verleiht.  Schade, dass das nicht auch auf das Heck-Design zutrifft, hier herrscht Verwechslungsgefahr mit dem Honda Civic. Noch ­dazu wirken beim Benziner die zwei kleinen Auspuff-Endrohre etwas verloren.  Wie auch immer, der C4 ist etwas für Komfort-orientierte Kunden. Wer Dynamik sucht, greift besser zum einzigen echten Konkurrenten, dem frisch geliftete Hyundai i30 Fastback. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der Turbo-Dreizylinder geht zunächst verhalten ans Werk, sorgt bei Vollgas aber für ausreichend Vortrieb. Die Auto­matik schaltet recht weich, wirkt aber müde und patzt hier und da auch. ­Ruppiges Anspringen aus dem Start/Stopp-Stillstand. Manuelles Anwählen der Gänge über Schaltwippen am Lenkrad möglich. Fahrwerk & Traktion - Sauber abgestimmtes Fahrwerk mit Fokus auf Komfort, dennoch kaum Wank-Neigung. Zu hohe Kurvengeschwindigkeiten ­kündigen sich mit sanftem Untersteuern früh an. ESP agiert humorlos, keine Tücken bei Lastwechsel. Relativ indirekte und leichtgängige Lenkung ohne viel Fahrbahn-Feedback. Bremsen und Traktion ­tadellos.  Bedienung & Multimedia - Komfortable Sitze und Sitzposition, da leicht erhöht mit guter Sicht auf die Straße. Minimalistisch gehaltene Digital-Armaturen mit überschaubaren Individualisierungs-Möglichkeiten. An sich ge­­lungenes Bedienkonzept, auch wenn das Multimediasystem ­etwas unübersichtlich ist. Neben dem Touchscreen steht ein Drehregler für die Lautstärke parat. Smartphone-Integration klappt nur über Kabel (kompatibel mit Apple CarPlay und Android Auto). Simple Sprachsteuerung, induktive Handy-Ladestation kostet Aufpreis. Lobenswert: Sehr viele und auch gut nutzbare Ablagen in der Mittel­konsole, schlüsselloser Zugang ohne Türgriff-Drücken, Headup-Display. Minus: kein Heckscheibenwischer.  Innen- & Kofferraum - Gute Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen, hinten gefällt die recht großzügige Kniefreiheit. Kofferraum auf Golf-Niveau, die ­Beladung…

6.9

FAZIT

Golfklasse eigenständig und nicht zu teuer: ein praktischer Individualist für Komfort-Fans.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R3, 12V, Turbo, 1199 ccm, 131 PS (96 kW) bei 5500/min, max. Drehmoment 230 Nm bei 1750/min, Achtgang-Automatik, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4355/ 1800/1520 mm, Radstand 2670 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,9 m, Reifendimension 195/60 R 18, Tankinhalt 50 l, Reichweite 735 km, Kofferraumvolumen 380–1250 l, Leergewicht (EU) 1353 kg, zul. Gesamtgewicht 1755 kg, max. Anh.-Last 1200 kg, 0–100 km/h 10,2 sec, Spitze 200 km/h, Steuer (jährl.) € 432,– Werkstätten in Österreich 116, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch (kombiniert) 5,8 l, Testverbrauch 6,8 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 130/156 g/km

Front-, vordere Seiten- und durchgehende Kopfairbags, City-Notbrems-Assistent, Toterwinkel-Warner, Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Abstandsregel-Tempomat inkl. Stauassistent, Headup-Display, LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera, Einparkhilfe h, Zweizonen-Klimaautomatik, Teilleder-Komfortsitze, digitale Armaturen, 10 Zoll Touchscreen-Multimedia mit USB/Bluetooth-Schnittstelle und 4 LS, Apple CarPlay & Android Auto, DAB-Tuner, Navigation, Bluetooth für Telefon und Audio, el. verstell-, beheiz- und klappbare Außenspiegel, Innenspiegel autom. abblendend, Multifunktions-Lederlenkrad, getönte Fondscheiben, schlüsselloser Zugang, 18 Zoll-Aluräder etc.

Drive-Assist-Paket Plus (Spurführungs-Assistent, Querverkehrswarner) € 496,–, Park-Assistent plus Rundumkameras € 521,–, Alarmanlage € 310,–, Winterpaket (Windschutzscheibe, Lenkrad u. Vordersitze heizb.) € 756,–, Farbakzente auf Schürzen etc. € 124,–, E-Glas-Schiebedach € 922,–, Lederpolsterung € 310,–, Metallic-Lack ab € 620,–, Anhängekupplung € 409,–, HiFi-Sound € 434,–, Sitzheizung vorne € 310,–, induktives Handyladen € 248,–, Lenkradheizung € 136,– etc. 

1 Kommentare

  1. Der Hyundai i30 Fastback, der noch flacher ist als der an sich schon zu flache i30 kann doch keine Konkurrenz für den C4 sein.
    Leider ist er mit Automatik unverhältnismäßig teuer.
    MfG J

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