Großer Test: Honda e Advance

28. September 2020
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Honda
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Hinterrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:154 PS
Testverbrauch:17,6 kWh/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:37.990 Euro

In den kleinen Klassen poppen derzeit besonders viele neue Elektroautos auf. Kleinwagen sind meist Zweitautos, die Besitzer fahren vergleichsweise wenig und verfügen oft über eine eigene Garage. Reichweiten- oder Lade-Probleme tangieren diese Gruppe also nicht besonders. Deshalb kommt der neue Honda e mit einer Batterie­kapazität von 35,5 kWh aus. Wenig im Vergleich zu manchem Konkurrenten, für die Zielgruppe sollten 200 Kilometer Reichweite aber genügen. Vorteile: ­geringeres Gewicht, damit re­duzierter Stromverbrauch und bes­­­­seres Handling.

Der letzte Punkt wird durch eine extrem direkte Lenkung samt Mini-Wendekreis und nicht zuletzt vom Heckantrieb weiter verstärkt. Die bulligen 315 Newtonmeter Drehmoment des 154 PS starken Honda e „Advance“ treffen also vor allem bei Nässe nicht auf hilflos scharrende Vorder­räder.

Außerdem eignen sich Kleinwagen durchaus zu Kultfahrzeugen, siehe Fiat 500 oder Mini. Und genau in deren Kerbe schlägt der Honda e: mit gelungenem Retro-Design à la Kindchenschema. Wer den süßen Kleinen erblickt, noch dazu im aufpreisfreien „Charge Yellow“, der schließt ihn sofort ins Herz und möchte ihn am liebsten ein wenig knuddeln. Für Umarmungen jeder Art eignen sich am besten glatte Flächen, deshalb gibt es einklappbare Türgriffe und überhaupt keine Außenspiegel.

Informationen darüber, was sich hinter dem Auto abspielt, bringen kleine Außen-Kameras, deren Bilder innen auf zwei Monitoren wiedergegeben werden. Die sind optimal platziert und liefern gestochen scharfe Bilder im größeren Winkel als gewohnt. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs wandert das Blickfeld automatisch einen Tick nach unten, sodass man den Randstein ins Bild bekommt, gleichzeitig die Ereignisse hinter dem Auto aber nicht völlig aus den Augen verliert. Eine Top-Lösung, noch dazu serienmäßig und mit 90 Prozent besserer Aerodynamik als herkömmliche Außenspiegel.

Eine weitere Innovation ist der Armaturenträger, der praktisch nur aus Bildschirmen mit oder ohne Touch-Funktion besteht. Das verwirrt nur anfangs, die meisten User werden die intuitive Bedien-Logik schnell durchschauen und sich dann an den zahlreichen Info-Varianten erfreuen.

Fassen wir zusammen: Der City-Stromer Honda e tritt in einer vielversprechenden Klasse an, hat definitiv Kult-Potenzial und überrascht mit technischen Innovationen. Die richtigen Weichen zum Erfolg hat Honda ­also gestellt. 

Motor & Getriebe – Der Elektromotor schiebt kräftig und leise an, sein sattes Dreh­moment wird vom Eingang-Getriebe ruckfrei verwaltet. Die Motor­bremswirkung ist vierstufig über Lenkrad-Paddels justierbar, dazu gibt es eine „Einzelpedal-Funktion“ – die über nochmals verstärkte Rekuperation die Bremse fast unnötig macht.

Fahrwerk & Traktion – Tiefer Schwerpunkt, optimale Gewichtsverteilung und relativ langer Radstand bringen guten Federungskomfort und narrensicheres Fahrverhalten. Dazu lenkt der Honda e über seine direkte Lenkung enorm agil ein. Sehr gute Traktion dank Heckantrieb, solide Bremsen.

Bedienung & Multimedia – Die Mischung aus Digital-Cockpit, zwei Breitband-Touchscreens (jener auf der Beifahrerseite ist abschaltbar) und wohnlichen Holz-Applikationen ist gelungen. Die wichtigsten Elemente sind übersichtlich gruppiert, Drehregler für Radio und Klima hat man nicht wegrationalisiert. Gut funktionierende Sprachsteuerung, volle Smartphone-Anbindung, aber kein induktives Handyladen. DAB-Tuner mit fallweisen Empfangs-Problemen. Wuchtig-solides Gestühl, das aber wenig Seitenhalt bietet.

Innen- & Kofferraum – Im Vergleich zum Außenformat gute Platzverhältnisse, die Kopffreiheit geht trotz serienmäßigem Panoramadach in Ordnung. Eher kleiner Kofferraum mit hoher Ladekante, die Fondlehne ist nur im Ganzen (immerhin ohne Stufe) umklappbar. Flaches Kellerfach für Ladekabel & Co., genug Ablagen.

Dran & Drin – Das serienmäßige Verwöhn-Programm reicht weit über die Grenzen der Kleinwagen-Klasse hinaus, nur wenige Extras (etwa Lederpolsterung) bestellbar. Praktisch: Schuko-Steckdose für Geräte bis 1500 Watt, HDMI-Anschluss. Verzicht auf 18 PS und etwas Ausstattung (Modell „e“ statt „e Advance“) spart 3000 Euro.

Schutz & Sicherheit – Im Gegensatz zum ebenfalls neuen Jazz e:HEV konventionelle Airbag-Bestückung, dafür bis zum Stehkragen voll mit Assistenzsystemen. Der Innenspiegel-Monitor und jene für die ­Außenspiegel liefern gestochen scharfe Kamerabilder.

Reichweite & Laden – Aus Gewichtsgründen ist die Batteriekapazität mit 35,5 kWh eher kompakt, das reicht für rund 200 Kilometer Reichweite. Wechselstrom-Laden nur einphasig mit maximal 6,6 kW, an Gleichstrom kann man dagegen bis zu 100 kW zuführen.

Preis & Kosten – Unauffälliger Verbrauch, der auf der Autobahn nicht wesentlich steigt. Preislich etwa auf dem (hohen) Niveau des Renault ZOE – aber kräftiger und besser ausgestattet. Die Elektroauto-Förderung spart 3300 Euro, NoVA und Kfz-Steuer sowie Sachbezug fallen nicht an, Vorsteuerabzug für Selbständige und Firmen möglich. Drei Jahre Garantie, acht auf die Batterie.

Cockpit im Raumschiff Honda: nur auf den ersten Blick ein Overkill

[vc_row][vc_column][vc_column_text]In den kleinen Klassen poppen derzeit besonders viele neue Elektroautos auf. Kleinwagen sind meist Zweitautos, die Besitzer fahren vergleichsweise wenig und verfügen oft über eine eigene Garage. Reichweiten- oder Lade-Probleme tangieren diese Gruppe also nicht besonders. Deshalb kommt der neue Honda e mit einer Batterie­kapazität von 35,5 kWh aus. Wenig im Vergleich zu manchem Konkurrenten, für die Zielgruppe sollten 200 Kilometer Reichweite aber genügen. Vorteile: ­geringeres Gewicht, damit re­duzierter Stromverbrauch und bes­­­­seres Handling. Der letzte Punkt wird durch eine extrem direkte Lenkung samt Mini-Wendekreis und nicht zuletzt vom Heckantrieb weiter verstärkt. Die bulligen 315 Newtonmeter Drehmoment des 154 PS starken Honda e „Advance“ treffen also vor allem bei Nässe nicht auf hilflos scharrende Vorder­räder. Außerdem eignen sich Kleinwagen durchaus zu Kultfahrzeugen, siehe Fiat 500 oder Mini. Und genau in deren Kerbe schlägt der Honda e: mit gelungenem Retro-Design à la Kindchenschema. Wer den süßen Kleinen erblickt, noch dazu im aufpreisfreien „Charge Yellow“, der schließt ihn sofort ins Herz und möchte ihn am liebsten ein wenig knuddeln. Für Umarmungen jeder Art eignen sich am besten glatte Flächen, deshalb gibt es einklappbare Türgriffe und überhaupt keine Außenspiegel. Informationen darüber, was sich hinter dem Auto abspielt, bringen kleine Außen-Kameras, deren Bilder innen auf zwei Monitoren wiedergegeben werden. Die sind optimal platziert und liefern gestochen scharfe Bilder im größeren Winkel als gewohnt. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs wandert das Blickfeld automatisch einen Tick nach unten, sodass man den Randstein ins Bild bekommt, gleichzeitig die Ereignisse hinter dem Auto aber nicht völlig aus den Augen verliert. Eine Top-Lösung, noch dazu serienmäßig und mit 90 Prozent besserer Aerodynamik als herkömmliche Außenspiegel. Eine weitere Innovation ist der Armaturenträger, der praktisch nur aus Bildschirmen mit oder ohne Touch-Funktion besteht. Das verwirrt nur anfangs, die meisten User werden die intuitive Bedien-Logik schnell durchschauen und sich dann an den zahlreichen Info-Varianten erfreuen. Fassen wir zusammen: Der City-Stromer Honda e tritt in einer vielversprechenden Klasse an, hat definitiv Kult-Potenzial und überrascht mit technischen Innovationen. Die richtigen Weichen zum Erfolg hat Honda ­also gestellt. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der Elektromotor schiebt kräftig und leise an, sein sattes Dreh­moment wird vom Eingang-Getriebe ruckfrei verwaltet. Die Motor­bremswirkung ist vierstufig über Lenkrad-Paddels justierbar, dazu gibt es eine „Einzelpedal-Funktion“ – die über nochmals verstärkte Rekuperation die Bremse fast unnötig macht. Fahrwerk & Traktion - Tiefer Schwerpunkt, optimale Gewichtsverteilung und relativ langer Radstand bringen guten Federungskomfort und narrensicheres Fahrverhalten. Dazu lenkt der Honda e über seine direkte Lenkung enorm agil ein. Sehr gute Traktion dank Heckantrieb, solide Bremsen. Bedienung & Multimedia - Die Mischung aus Digital-Cockpit, zwei Breitband-Touchscreens (jener auf der Beifahrerseite ist abschaltbar) und wohnlichen Holz-Applikationen ist gelungen. Die wichtigsten Elemente sind übersichtlich gruppiert, Drehregler für Radio und Klima hat man nicht wegrationalisiert. Gut funktionierende Sprachsteuerung, volle Smartphone-Anbindung, aber kein induktives Handyladen. DAB-Tuner mit fallweisen Empfangs-Problemen. Wuchtig-solides Gestühl, das aber wenig Seitenhalt bietet. Innen- & Kofferraum - Im Vergleich zum Außenformat gute Platzverhältnisse, die Kopffreiheit geht trotz serienmäßigem Panoramadach in Ordnung. Eher kleiner Kofferraum mit hoher Ladekante, die Fondlehne ist nur im Ganzen (immerhin ohne Stufe) umklappbar. Flaches…

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FAZIT

Optisch und technisch erfrischend innovativer City-Stromer.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

Permanentmagnet-Synchronmotor, Spitzenleistung 154 PS (113 kW), Dauerleistung 82 PS (60 kW), max. Drehmoment 315 Nm, Lithium-Ionen-Akku 35,5 kWh, Hinterradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 3894/1752/1512 mm, Radstand 2530 mm, 4 Sitze, Wendekreis 9,2 m, Reifendimension v 205/45 R 17, h 225/45 R 17 (Testwagen-Bereifung Michelin Pilot Sport 4), Kofferraumvolumen 171–861 l, Leergewicht (EU) 1543 kg, zul. Gesamtgewicht 1870 kg, max. Anh.-Last – kg, 0–100 km/h 8,3 sec, 60–100 km/h 5,0 sec, Spitze 145 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 56, Service alle 20.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Norm-/Testverbrauch 17,8/17,6 kWh, Reichweite Norm/Test 210/200 km, Ladedauer bei 6,6 kW (100%) 4:06 Std., bei 100 kW Gleichstrom (80 %) 30 min

 Front- und vordere Seiten­airbags, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Notbremsassistent inkl. Kollisionswarner, Spurverlassens-Warner, Spurhalte- und Spurführungs-Assistent, Abstandsregel-Tempomat, Toterwinkel-Warner, Querverkehrs-Assistent, Einpark-Automatik, Verkehrszeichen-Erkennung, LED-Scheinwerfer, Fernlicht-Assistent, Licht- und Re­­gensensor, akustische Einparkhilfe v+h, Rückfahr- und Rundumkamera, Rückspiegel-Kameras, Klimaautomatik, digitalisiertes Cockpit, Infotainmentsystem inkl. zwei 12,3 Zoll-Touchscreens, Audioanlage mit 376 W und 8 LS, DAB-Tuner, Apple CarPlay & Android Auto, Bluetooth mit Sprachsteuerung, HDMI-Slot, 4 USB-Slots, Lenkrad-Heizung, E-Parkbremse inkl. Auto-Hold, ­Pa­­norama-Glasdach, abgedunkelte hintere Scheiben, Alarmanlage, 17 Zoll-Aluräder etc.

Lederausstattung Schwarz oder Braun € 1690,–, Innendekor Bronze-Design € 690,–, Beleuchtungs-Paket € 590,–, A-Säulenverkleidung Blau oder Silber € 1590,–, Schutzleisten rundum) € 850,–, 16 Zoll-Räder (verbrauchsgünstiger) € 0,–, 17 Zoll-Räder „Gunpowder Black“ € 1090,–, Metallic-Lack € 660,–

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