Großer Test: Hyundai i10 1,2

1. April 2020
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Hyundai
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:84 PS
Testverbrauch:6,4 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:17.390 Euro

Die Chancen, Hyundais Kleinstwagen i10 mit seinem direkten Vorgänger zu verwechseln, sind gering: Sowohl außen als auch ­innen hat sich mächtig viel getan. Beim Exterieur fällt er mit eigenständigen Design-Merk­malen wie den runden LED-Tagfahrlichtern auf, im Innenraum sticht vor allem das dreidimensionale Wabenmuster der Verkleidung hervor.
Der Testwagen macht ­einen auf dicke Hose und zeigt im höchsten „Level 4“-Trimm, was bei Hyundai in einem Kleinstwagen alles möglich ist. Richtig vermissen kann man hier nur mehr ­einen Abstandsregel-Tempomaten oder einen Toterwinkel-Warner. Ansonsten lässt sich im i10 eigentlich gar nicht mehr sagen, in welcher ­Fahrzeugklasse man denn sitzt.
Das liegt wohl auch an der souveränen Fahrwerksabstimmung. Der kleine Koreaner fährt komfortabel und sicher, in schnellen Kurven wundert man sich, welche Geschwindigkeiten möglich sind (eine sportliche N-Line soll übrigens im Sommer kommen). Erwachsen macht den i10 auch, dass er Scheibenbremsen rundum vorweisen kann.Wie so oft gibt es aber nach intensiverer Auseinandersetzung eine Schwachstelle beim Testwagen, und die ist wohl oder übel der Motor: Als Vierzylinder-Sauger ist er zwar fein ­dirigierbar und auch sehr kultiviert, ­richtig Power hat er allerdings (auch ob langer Übersetzung des Fünfgang-Getriebes) nicht, obwohl no­­minell 84 PS stark. Trotz nur einer knappen Tonne Lehrgewicht kommt der kleine Hyundai nicht wirklich in die Gänge.
Ausreichend ist der 1200er-Motor gerade einmal für die Stadt, auf der Landstraße oder auf der Autobahn hat man hingegen seine liebe Mühe, vor allem wenn es ans Überholen geht. Die oftmals tiefe Gaspedalstellung mündete dann auch in einen hohen Verbrauch, innerorts kommt man dagegen mit knapp über fünf Liter aus.Im Bereich der Nutzbarkeit kann der neue i10 hingegen vollends überzeugen: Die Bedienung klappt genauso, wie man sich das vorstellt, es sind viele prakti­sche Ablagen vorhanden (vor allem die horizontale auf der Beifahrerseite fällt positiv auf), im Fond ist die Beinfreiheit mehr als akzeptabel. Und da der kleine Hyundai ausschließlich als Fünftürer zu haben ist, kann man auch seinen Fond problemlos entern.
Ein durchaus gelungener Kleinstwagen also. Für alle, die nicht auf allzu viel Power angewiesen sind, ist auch die getestete Motorisierung zu empfehlen. Als Alternative gäbe es noch einen Dreizylinder mit 67 PS. Oder, wenn man bis Sommer auf den N-Line wartet, Letzteren auch aufgeladen – und dann mit 100 PS und vor allem 172 Nm bereits bei 1500 Touren.

Motor & Getriebe – Geschmeidig hochdrehender und laufruhiger Vierzylinder-Sauger. Ziemlich brustschwach, sprich: wenig durchzugsfreudig. Lang übersetztes Fünfgang-Getriebe mit exakten Schaltwegen und gut posi­ti­oniertem Ganghebel. 

Fahrwerk & Traktion – Komfortable Fahrwerks-Abstimmung, trotzdem nicht unsportlich. Agiles Einlenken, kaum Untersteuern in flotten Kurven – und dann auch keine Anfälligkeit in Sachen Lastwechsel-Reaktionen. Gute ­Traktion (auch weil wenig Drehmoment). Feinfühlige und recht direkte Lenkung. Gute Bremsen. 

Bedienung & Multimedia – Die aufrechte Sitzposition und die niedrige Gürtellinie ermöglichen eine gute Sicht auf die Straße. Das bequeme Gestühl bietet guten Seitenhalt und eine praktische Armlehne für den Fahrer. Kleines Manko: Lenkrad nicht reichweitenverstellbar. Die ­Bedienung (via Touchscreen, Drehregler und Knöpfe) ist schnell erlernt und lässt keine Fragen offen. Klar ablesbarere Analog-Armaturen. Sehr viele Ablagen inklusive rutschfestem Boden für einen der beiden Becherhalter. Fein: große horizontale Ablage über dem Handschuhfach für Krimskrams des Beifahrers. Smartphone-Integration ab Level 3, induktives Handyladen beim Level 4.

Innen- & Kofferraum – Sehr angenehmes Raumgefühl, vor allem hinten überraschend viel Platz. Im Klassenschnitt gutes Kofferraum-Volumen. Das Gepäckabteil ist dazu noch gut nutzbar. 2:1 umlegbare Fondlehnen, dann fast ebener Ladeboden. 

Dran & Drin – Mit Rückfahrkamera, großem Multimediabildschirm samt DAB-Tuner, schlüssellosem Zugang, automatischer Klima und vielem mehr wirklich tolle Serien-Mitgift in der teuersten Version Level 4. Level 3 (1500 Euro günstiger) hat auch schon 8 Zoll-Touchscreen, Smartphone-Anbindung, Sitzheizung vorne und Lenkrad-Heizung. Bis auf Metallic-Lackierung und Navigation gibt es keine Extras. Tadellose Verarbeitung, Materialen der Fahrzeugklasse entsprechend. Aufpreis für (Stufenlos-)Automatik: nur 1000 Euro. 

Schutz & Sicherheit – Bis auf Radar-Tempomat und Toterwinkel-Warner ist beim Level 4 alles mit an Bord, was man sich erwarten kann. Aber auch schon die deutlich billigere Basis – Level 1 – kommt mit Spurhalte-Assis­tent. Mit durchgehenden Airbag-Vorhängen, Front- und vorderen Seitenairbags gutes Luftpolster-Aufkommen.

Preis & Kosten – Nicht wirklich billig, weder ein voll ausgestatteter (und stärkerer) Renault Twingo noch ein (etwas schwächerer) VW Up sind teurer. Ein vergleichbarer Suzuki Ignis ist ebenfalls eine Spur billiger, genauso ein gleich motorisierter Kia Picanto. Insgesamt recht ­hoher Testverbrauch, vor allem überland. Durchaus dichtes Werkstattnetz, fünf Jahre Garantie ohne Kilometer-Begrenzung. Durchschnittliche Wiederverkaufs-Aussichten.

Praktisches i10-Cockpit, Armaturen mit „Chequered Flag“- Muster im Hintergrund sind für die gebotene Motorleistung etwas übertrieben.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Chancen, Hyundais Kleinstwagen i10 mit seinem direkten Vorgänger zu verwechseln, sind gering: Sowohl außen als auch ­innen hat sich mächtig viel getan. Beim Exterieur fällt er mit eigenständigen Design-Merk­malen wie den runden LED-Tagfahrlichtern auf, im Innenraum sticht vor allem das dreidimensionale Wabenmuster der Verkleidung hervor. Der Testwagen macht ­einen auf dicke Hose und zeigt im höchsten „Level 4“-Trimm, was bei Hyundai in einem Kleinstwagen alles möglich ist. Richtig vermissen kann man hier nur mehr ­einen Abstandsregel-Tempomaten oder einen Toterwinkel-Warner. Ansonsten lässt sich im i10 eigentlich gar nicht mehr sagen, in welcher ­Fahrzeugklasse man denn sitzt. Das liegt wohl auch an der souveränen Fahrwerksabstimmung. Der kleine Koreaner fährt komfortabel und sicher, in schnellen Kurven wundert man sich, welche Geschwindigkeiten möglich sind (eine sportliche N-Line soll übrigens im Sommer kommen). Erwachsen macht den i10 auch, dass er Scheibenbremsen rundum vorweisen kann.Wie so oft gibt es aber nach intensiverer Auseinandersetzung eine Schwachstelle beim Testwagen, und die ist wohl oder übel der Motor: Als Vierzylinder-Sauger ist er zwar fein ­dirigierbar und auch sehr kultiviert, ­richtig Power hat er allerdings (auch ob langer Übersetzung des Fünfgang-Getriebes) nicht, obwohl no­­minell 84 PS stark. Trotz nur einer knappen Tonne Lehrgewicht kommt der kleine Hyundai nicht wirklich in die Gänge. Ausreichend ist der 1200er-Motor gerade einmal für die Stadt, auf der Landstraße oder auf der Autobahn hat man hingegen seine liebe Mühe, vor allem wenn es ans Überholen geht. Die oftmals tiefe Gaspedalstellung mündete dann auch in einen hohen Verbrauch, innerorts kommt man dagegen mit knapp über fünf Liter aus.Im Bereich der Nutzbarkeit kann der neue i10 hingegen vollends überzeugen: Die Bedienung klappt genauso, wie man sich das vorstellt, es sind viele prakti­sche Ablagen vorhanden (vor allem die horizontale auf der Beifahrerseite fällt positiv auf), im Fond ist die Beinfreiheit mehr als akzeptabel. Und da der kleine Hyundai ausschließlich als Fünftürer zu haben ist, kann man auch seinen Fond problemlos entern. Ein durchaus gelungener Kleinstwagen also. Für alle, die nicht auf allzu viel Power angewiesen sind, ist auch die getestete Motorisierung zu empfehlen. Als Alternative gäbe es noch einen Dreizylinder mit 67 PS. Oder, wenn man bis Sommer auf den N-Line wartet, Letzteren auch aufgeladen – und dann mit 100 PS und vor allem 172 Nm bereits bei 1500 Touren. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Geschmeidig hochdrehender und laufruhiger Vierzylinder-Sauger. Ziemlich brustschwach, sprich: wenig durchzugsfreudig. Lang übersetztes Fünfgang-Getriebe mit exakten Schaltwegen und gut posi­ti­oniertem Ganghebel.  Fahrwerk & Traktion - Komfortable Fahrwerks-Abstimmung, trotzdem nicht unsportlich. Agiles Einlenken, kaum Untersteuern in flotten Kurven – und dann auch keine Anfälligkeit in Sachen Lastwechsel-Reaktionen. Gute ­Traktion (auch weil wenig Drehmoment). Feinfühlige und recht direkte Lenkung. Gute Bremsen.  Bedienung & Multimedia - Die aufrechte Sitzposition und die niedrige Gürtellinie ermöglichen eine gute Sicht auf die Straße. Das bequeme Gestühl bietet guten Seitenhalt und eine praktische Armlehne für den Fahrer. Kleines Manko: Lenkrad nicht reichweitenverstellbar. Die ­Bedienung (via Touchscreen, Drehregler und Knöpfe) ist schnell erlernt und lässt keine Fragen offen. Klar ablesbarere Analog-Armaturen. Sehr viele Ablagen inklusive rutschfestem Boden für einen der…

7.1

FAZIT

Bis auf den mauen Antritt überzeugender Kleinstwagen.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, 1197 ccm, 84 PS (61,8 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 118 Nm bei 4200/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 3670/1680/1480 mm, Radstand 2425 mm, 5 Sitze, Wendekreis 9,8 m, Reifendimension 195/45 R 16 (Testwagen-Bereifung ­Bridgestone Blizzak LM005), Tankinhalt 36 l, Reichweite 565 km, Kofferraumvolumen 252–1050 l, Leergewicht 1007 kg, zul. Gesamtgewicht 1430 kg, max. Anh.-Last –, 0–100 km/h 12,6 sec, 60–100 km/h (im 4. Gang) 14,7 sec, Spitze 171 km/h, Steuer (jährl.) € 428,54, Werkstätten in Österreich 148, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 5,8 l, Testverbrauch 6,4 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 132/147 g/km

Front- und vordere Seitenairbags, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Spurhalte- und Brems-Assistent, Auffahr-Warner mit Fußgänger-Erkennung, Berganfahrhilfe, LED-Tagfahrlicht, Licht- und Regensensor, autom. Fernlicht, el. klappb. Außenspiegel, vier E-Fensterheber, 8 Zoll Touchscreen-Multimediasystem mit USB-Slot und 4 LS, Android Audio & Apple Car Play, DAB-Tuner, 16 Zoll-Aluräder, Klimaautomatik, induktives Handyladen, heizb. Multifunktions-Lederlenkrad, Tempomat, Einparkhilfe h, Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang, abgedunkelte Fondscheiben, induktives Handyladen etc. 

Navigationssystem € 990,–, Metallic-Lack € 450,– 

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