Großer Test: Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Platin 7-Sitzer

11. Januar 2021
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Kia
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:201 PS
Testverbrauch:7,4 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:62.900 Euro

Vor 18 Jahren brachte Kia in Europa den ersten Sorento auf den Markt, damals baute er noch auf einem Leiterrahmen. Jetzt ist die vierte Generation startklar, und die basiert auf der neuen Midsize-SUV-Plattform des koreanischen Konzerns – nicht nur in Sachen Styling sieht man, dass Kia auch in den USA umtriebig ist: „Midsize“ bedeutet hier satte 4,8 Meter Länge, also schön zwischen BMW X3 und X5 platziert.

Je einen Zentimeter legte der Sorento bei Länge, Breite und Höhen gegenüber dem Vorgänger zu, der Radstand wuchs um 35 Millimeter. Deutlich vergrößert zeigt sich der Kofferraum, das Plus beträgt hier mehr als 200 Liter. Etwas geringer als beim alten Modell ist die Bodenfreiheit,zudem lässt sich der permanente Allrad nun nicht mehr auf 50:50-Durchtrieb sperren. Dafür gibt es zusätzlich zu vier Fahrprogrammen für die Straße drei verschiedene Offroad-Modi – für Schnee, Matsch und Sand.

Wie gehabt hat der Diesel­motor nur vier Zylinder, ist aber jetzt komplett aus Alu und dadurch 38 Kilo leichter. Dazu werden die gut 200 Pferde nun von einem Doppelkupplungs-Getriebe portioniert – das ist unüblich in diesem Segment, funktioniert in der Praxis aber tadellos inklusive feinfühligem Kriech-Modus.

Apropos Rangieren: Wer in eine seitlich beengte Parklücke einfahren möchte oder aus einer solchen heraus, kann den Kia-SUV auch per Fernbedienung starten und geradeaus vor- und zurück bewegen. Man kennt dieses Feature etwa von BMW, beim Sorento funktioniert es jedoch nicht ganz so kompliziert.

Überhaupt überrascht, wie viele Technik-Features ­dieser Koreaner an Bord hat, vor allem in Sachen Sicherheit wird so ziemlich jedes Assistenzsystem serienmäßig kredenzt, bis hin zu einer „Ausgangssperre“ für die Fond-Passagiere, falls sich von hinten ein Fahrzeug nähert. 

Eher nur ein Gag: über die Lautsprecher einspielbaren „Sound of Nature“-Klanglandschaften – das feine ­Bose-System sollte man besser mit Musikwiedergabe betrauen. Schon viel sinnvoller ist das Einblenden des Rückspiegel-Bilds inklusive totem Winkel in die digitalen Rundinstrumente – entweder statt des Tachos beim Links- oder statt des Drehzahlmessers beim Rechtsblinken. 

Billig ist der neue Sorento freilich nicht, sparen kann man sich nur die 1000 Euro Aufpreis für die dritte Sitzreihe, die obendrein etwa 90 Liter Kofferraum kostet. Doch der große SUV ist luxuriös ausgestattet und bietet markentypisch sieben Jahre Garantie. Und gegen Jahresende wird der Sorento wirklich modern – dann kommen nämlich die Hybrid- und Plug In-Versionen.

Motor & Getriebe – Der große Vierzylinder-Diesel wird nur beim Hochdrehen laut, die Fahrleistungen sind in der Praxis nicht so bescheiden, wie die Papierwerte vermuten lassen, vor allem der spontane Antritt gefällt. Flott und weich schaltende Doppelkupplung, feinfühlig beim Rangieren.

Fahrwerk & Traktion – Relativ straff abgestimmt, dafür erträgliche Seitenneigung in schnell genommenen Kurven – das Heck wird dann auch bei Lastwechsel nicht nervös. Lenkung: präzise und für einen SUV recht direkt. Gute Bremsen. Selbstredend tadellose Traktion. 

Bedienung & Multimedia – Gute Sitzposition, ordentliche Ergonomie, die Funktionen, die man über die Lenkrad-Tasten steuert, sind schnell durchschaut. Das Multimediasystem mit Drehreglern und Menütasten ist einfach zu bedienen, dazu gute Sprachsteuerung. Viele kleine Features, die den Alltag erleichtern: Fahrersitz fährt zum Ein- und Ausstieg automatisch zurück, Beifahrersitz auch von links zu verstellen, Headup-Display, sensorgesteuerte E-Heckklappe, hochauflösende Rundumkameras. Minus: Auto Hold-Funktion der E-Parkbremse nicht permanent aktivierbar. Gebläse-Steuerung und USB-Slots auch in der (optionalen) dritten Sitzreihe. Viele große Ablagen, Becherhalter in Fondtüren.

Innen- & Kofferraum – Viel Platz in den beiden Haupt-Sitzreihen, in der zweiten ist nur die Kopffreiheit mittelmäßig – doch die Lehnen sind in der Neigung verstellbar, die 2:1 geteilte Bank dazu um 14 Zentimeter verschiebbar. Trotz Haltegriff an der C-Säule twas mühsamer Zugang zu den optionalen Plätzen sechs und sieben (bei Nichtbedarf verschwinden diese im Boden) – dort sitzt man bis auf die stark angewinkelten Beine ganz gut. Kofferraum sehr groß und gut nutzbar, stets ebene Fläche, praktisches Fach für nicht benötigte Abdeck-Rollo. Minus: hohe Ladekante. Plus: Anhängelast jetzt auf 2600 Kilo gestiegen.

Dran & Drin – Lückenlos bestückt, von Leder über alle erdenklichen E-Helfer bis hin zu Sitzklimatisierung vorne und Sitzheizung hinten ist viel Luxus aufpreisfrei. Ohne dritte Sitzreihe 1000 Euro billiger. Solide Verarbeitung, kaum Hartplastik, die Dekor-Materialien an den Türverkleidungen und über dem Handschuhfach wirken allerdings billig.

Schutz & Sicherheit – Sechs Airbags plus einer zwischen den Vorderstizen, dazu alle klassenüblichen Assistenzsysteme an Bord – es wird sogar das Öffnen der Fondtüren blockiert, wenn sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Die aktive Spurführung funktioniert gut, der Spurhalte-Warner ist freilich etwas zu nervös, ebenso der Kollisions-Warner.

Preis & Kosten – Konzern-Bruder Hyundai Santa Fe ist mit weniger Ausstattung auch günstiger zu haben. Billiger sind die kleineren Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC, aber nicht einmal ansatzweise so luxuriös bestückt, gleiches gilt für die auch siebensitzig erhältlichen Volkswagen-Drillinge Seat Tarraco, Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace. Kia-Plus: sieben Jahre Garantie. Lange Service-Intervalle, genug Stützpunkte. Relativ gesehen vernünftiger Wertverlust.

Hübsch anzusehen und großteils auch anzugreifen. 12,3 Zoll große Digital-Instrumente hinterm Lenkrad, in der Mitte ein 10,25 Zoll-Touchscreen. Der Getriebe-Drehregler erinnert an frühere Jaguar/Land Rover.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Vor 18 Jahren brachte Kia in Europa den ersten Sorento auf den Markt, damals baute er noch auf einem Leiterrahmen. Jetzt ist die vierte Generation startklar, und die basiert auf der neuen Midsize-SUV-Plattform des koreanischen Konzerns – nicht nur in Sachen Styling sieht man, dass Kia auch in den USA umtriebig ist: „Midsize“ bedeutet hier satte 4,8 Meter Länge, also schön zwischen BMW X3 und X5 platziert. Je einen Zentimeter legte der Sorento bei Länge, Breite und Höhen gegenüber dem Vorgänger zu, der Radstand wuchs um 35 Millimeter. Deutlich vergrößert zeigt sich der Kofferraum, das Plus beträgt hier mehr als 200 Liter. Etwas geringer als beim alten Modell ist die Bodenfreiheit,zudem lässt sich der permanente Allrad nun nicht mehr auf 50:50-Durchtrieb sperren. Dafür gibt es zusätzlich zu vier Fahrprogrammen für die Straße drei verschiedene Offroad-Modi – für Schnee, Matsch und Sand. Wie gehabt hat der Diesel­motor nur vier Zylinder, ist aber jetzt komplett aus Alu und dadurch 38 Kilo leichter. Dazu werden die gut 200 Pferde nun von einem Doppelkupplungs-Getriebe portioniert – das ist unüblich in diesem Segment, funktioniert in der Praxis aber tadellos inklusive feinfühligem Kriech-Modus. Apropos Rangieren: Wer in eine seitlich beengte Parklücke einfahren möchte oder aus einer solchen heraus, kann den Kia-SUV auch per Fernbedienung starten und geradeaus vor- und zurück bewegen. Man kennt dieses Feature etwa von BMW, beim Sorento funktioniert es jedoch nicht ganz so kompliziert. Überhaupt überrascht, wie viele Technik-Features ­dieser Koreaner an Bord hat, vor allem in Sachen Sicherheit wird so ziemlich jedes Assistenzsystem serienmäßig kredenzt, bis hin zu einer „Ausgangssperre“ für die Fond-Passagiere, falls sich von hinten ein Fahrzeug nähert.  Eher nur ein Gag: über die Lautsprecher einspielbaren „Sound of Nature“-Klanglandschaften – das feine ­Bose-System sollte man besser mit Musikwiedergabe betrauen. Schon viel sinnvoller ist das Einblenden des Rückspiegel-Bilds inklusive totem Winkel in die digitalen Rundinstrumente – entweder statt des Tachos beim Links- oder statt des Drehzahlmessers beim Rechtsblinken.  Billig ist der neue Sorento freilich nicht, sparen kann man sich nur die 1000 Euro Aufpreis für die dritte Sitzreihe, die obendrein etwa 90 Liter Kofferraum kostet. Doch der große SUV ist luxuriös ausgestattet und bietet markentypisch sieben Jahre Garantie. Und gegen Jahresende wird der Sorento wirklich modern – dann kommen nämlich die Hybrid- und Plug In-Versionen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der große Vierzylinder-Diesel wird nur beim Hochdrehen laut, die Fahrleistungen sind in der Praxis nicht so bescheiden, wie die Papierwerte vermuten lassen, vor allem der spontane Antritt gefällt. Flott und weich schaltende Doppelkupplung, feinfühlig beim Rangieren. Fahrwerk & Traktion - Relativ straff abgestimmt, dafür erträgliche Seitenneigung in schnell genommenen Kurven – das Heck wird dann auch bei Lastwechsel nicht nervös. Lenkung: präzise und für einen SUV recht direkt. Gute Bremsen. Selbstredend tadellose Traktion.  Bedienung & Multimedia - Gute Sitzposition, ordentliche Ergonomie, die Funktionen, die man über die Lenkrad-Tasten steuert, sind schnell durchschaut. Das Multimediasystem mit Drehreglern und Menütasten ist einfach zu bedienen, dazu gute Sprachsteuerung. Viele kleine Features, die den Alltag erleichtern: Fahrersitz fährt zum Ein- und Ausstieg automatisch zurück, Beifahrersitz auch von…

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FAZIT

Großer und luxuriöser Familien-SUV um vergleichsweise kleines Geld.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
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R4, 16V, Turbo, 2151 ccm, 201 PS (148 kW) bei 3800/min, max. Drehmoment 440 Nm bei 1750–2750/min, Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4810/1900/1700 mm, Radstand 2815 mm, 7 Sitze, Wendekreis 11,6 m, Reifendimension 255/45 R 20 (Testwagen-Bereifung Continental Premium Contact 6), Tank­inhalt 67 l (AdBlue: 14 l), Reichweite 905 km, Kofferraumvolumen 187/ 821–2011 l, Leergewicht (EU) 1954 kg, zul. Gesamtgewicht 2600 kg, max. Anh.-Last 2500 kg, 0–100 km/h 9,2 sec, Spitze 202 km/h, Steuer (jährl.) € 1261,44, Werkstätten in Österreich 113, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch (kombiniert) 6,8 l, Testverbrauch 7,4 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 178/195 g/km

sechs Airbags plus ­Center- Airbag v, autonomes Notbremssystem, aktiver Spurführungs-, Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent, Ausstiegs-Warner, Müdigkeitserkennung, Radar-Tempomat mit Stop & Go-Funktion, Verkehrszeichen-Erkennung, Headup-Display, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik, autom. Niveauregulierung, Bergabfahrhilfe, Klimaautomatik, digitale Instrumente, 10,25 Zoll-Touchscreen-Multimediasystem mit AUX/USB/-Schnittstelle und 12 LS, Android Audio & Apple CarPlay, Navigation, DAB-Tuner, Bose-Sound, Bluetooth für Telefon und Audio, digitale Instrumente, induktives Handy-Laden, el. Panorama-Hub/Schiebedach, Außenspiegel el. klappbar, autom. abblend. Innenspiegel, Einparkhilfe v+h, Lederpolsterung, E-Vordersitze (fahrerseitig mit Memory), Sitzheizung v/h, Sitzkühlung v, Rückfahrkamera, 360 Grand-Kamera, Einpark-Automatik, Licht- und Regensensor, schlüsselloser Zugang, heizbares Multifunktions-Lederlenkrad, 20 Zoll-Aluräder, sensorgesteuerte E-Heckklappe etc. 

Metallic-/Pearl-Lackierung € 800,–/ 900,–

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