Großer Test: Renault Captur TCe 130 EDC

3. April 2020
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Renault
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:130 PS
Testverbrauch:6,9 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:27.390 Euro

Man kann darüber streiten, ob nun der Captur 2013 das Segment der City-SUV begründet hat oder nicht, eineinhalb Milli­onen verkaufte Exemplare bis heute schrieben jedenfalls eine Erfolgsstory – jeder fünfte weltweit erworbene Renault ist mittlerweile ein Captur.

Der jetzt startende Nachfolger ist eine Schuhnummer größer (Länge plus 11 Zentimeter) und auch optisch erwachsener sowie muskulöser geworden, mit größeren LED-Leuchten in C-Form, breiteren Schultern und niedrigerer Dachlinie. Das Maßband bestätigt das Wachstum vor allem in gestiegener Kniefreiheit – besonders im Fond, wo die verschiebbare Bank auf Wunsch klassenunüblich viel Bewegungsfreiheit schafft.

Zulegen konnte auch das Kofferraumvolumen, selbst wenn die Fondbank ganz nach hinten geschoben ist, wird das Plus gegenüber der ersten Captur-Generation spürbar, konkret lautet es auf 55 Liter. Dass die Ladekante nun etwas höher liegt – geschenkt!

Erkennbar gewonnen hat der französische City-SUV auch bei der Haptik im Innenraum, von den Sitzbezügen über die meisten Oberflächen bis hin zum Schalter-Feedback wirkt alles hochwertiger als bisher. Da kann sich manch (deutscher) Mitbewerber eine dicke Scheibe abschneiden.

Und der Kunde hat die Wahl – von feinen Stoffbezügen wie bei unserem „Edition One“ über bunte Elemente via Aufpreis-liste bis hin zu noblem Holz und hochwertig gestepptem Leder beim „Initiale Paris“ (leider nur zu haben für den teuren Top-Benziner mit 155 PS). Auch ­außen lässt sich der Captur bunt abmischen, durch ein farblich abgesetztes Dach (schwarz, weiß, grau oder orange) entstehen unglaublich viele Kombinationsmöglichkeiten.

Aus der relativ bunten Antriebspalette haben wir uns den mittleren Benziner gepickt – keine schlechte Wahl, wäre da nicht das beim „Edition One“ für den schwächeren der beiden Vierzylinder obligatorische Doppelkupplungs-Getriebe. Von der Kreuzung sanft und flott wegzukommen, ist eine ziemliche Challenge bei aktivem Start/Stopp-System und eingeschalteter „Auto Hold“-Funktion der elektrischen Parkbremse.

Auch unterwegs hat man das Gefühl, dass die Automatik oft Zeit & Leistung kostet. Doch im Grunde reicht auch schon die 800 Euro günstigere „Intens“-Mitgift – und da lassen sich dann die 2200 Euro für den Sprung von manuellem Getriebe auf Doppelkupplung im wahrsten Sinne sparen. Ansonsten kann man dem neuen Captur wenig vorwerfen, hat er doch auch in Sachen Fahrgefühl, Geräuschdämmung und Komfort gegenüber seinem Vorgänger spürbar zugelegt. Und beim getesteten 130 PS-Benziner geht das nicht einmal mit einer Preissteigerung einher.

Motor & Getriebe – Laufruhiger und nur höhertourig lauter Vierzylinder, befriedigende Fahrleistungen. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet relativ langsam, das Anfahren und Rangieren passiert bei aktiviertem Start/Stopp und „Auto Hold“ unharmonisch und zu aggressiv.

Fahrwerk & Traktion – Trotz optionaler 18-Zöller (551 Euro extra) werden ­Straßenschäden gut geschluckt, erträgliche Seitenneigung in flotten Kurven, ­dabei keine Tücken beim Gaswegnehmen. Traktion meist problemlos, klassenüblich kein Allrad zu haben. Gut dosierbare, wirkungsvolle Bremsen. Lenkung: präzise und halbwegs direkt, aber geringe Rückmeldung und Rückstellkräfte.

Bedienung & Multimedia – Die Steuerung des Multimediasystems geriet besser als beim Vorgänger, zumal mit dem getesteten 9,3 Zoll-Touchscreen. Alt, aber gut: die Audio-Fernbedienung via Lenkrad-Satellit. Volle Smartphone-Integration sowie induktives Handyladen serienmäßig, dazu passable Sprachsteuerung. Fein: viele Ablagen, E-Parkbremse mit „Auto Hold“-Funktion, USB-Anschlüsse und Luftauslässe auch im Fond. Nicht so gut: mühsame Sitzverstellung, Lade als Handschuhfach bisweilen störend. 

Innen- & Kofferraum – Gutes Platzangebot für Passagiere und Gepäck, dank (um 15 Zentimeter) verschiebbarer Fondbank bei Bedarf viel ­Fond-Kniefreiheit. Kofferraum groß genug, Ladekante etwas hoch, dafür dank doppel­tem Boden (mit großem Fach darunter) ebene Fläche auch nach Umlegen der 2:1-Fondlehnen.

Dran & Drin – Als „Edition One“ sehr anständige Mitgift, aber nicht mit Schaltgetriebe zu haben – diese Möglichkeit (Ersparnis 2200 Euro) gibt es bei der Ausstattungsstufe drunter, beim 800 Euro billigeren ­„Intens“, dem u.a. Einparkhilfe vorne, induktives Handyladen, Dachreling, der große Touchscreen (9,3 statt 7 Zoll), die ­Rückfahr-
kamera und die elektrische Parkbremse fehlen. Praktisch alles davon lässt sich freilich als Option individuell dazu ordern, obendrein noch genug weitere Features. Solide Verarbeitung, für diese Fahrzeugklasse hochwertige Materialien.

Schutz & Sicherheit – Unauffälliges Airbag-Aufkommen, dazu gibt es LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik und ein paar Assistenzsysteme, gegen Aufpreis aufrüstbar bis zum Klassen-Maximum – so auch mit Abstandsregel-Tempomat samt Stop & Go-Funktion.

Preis & Kosten – Preislich im unteren Drittel der Klasse angesiedelt, billiger gibt es dort kaum einen vergleichbaren Vierzylinder. Praxis-Verbrauch gerade noch im Rahmen. Jahres-Service Pflicht, immerhin dichtes Werkstatt-Netz. Fein: vier Jahre (bzw. 100.000 Kilometer) ­Garantie – gegen 299 Euro auf fünf Jahre erweiterbar. Vermutlich gute Werthaltung.

Digitale Instrumente sind ab der dritten Ausstattungsstufe Serie, beim „Edition One“ dazu der größere der beiden Touchscreens. Die „schwebende Mittelkonsole“ fürs Automatik-Modell kostet 150 Euro extra und bringt zusätzliche Ablagen.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Man kann darüber streiten, ob nun der Captur 2013 das Segment der City-SUV begründet hat oder nicht, eineinhalb Milli­onen verkaufte Exemplare bis heute schrieben jedenfalls eine Erfolgsstory – jeder fünfte weltweit erworbene Renault ist mittlerweile ein Captur. Der jetzt startende Nachfolger ist eine Schuhnummer größer (Länge plus 11 Zentimeter) und auch optisch erwachsener sowie muskulöser geworden, mit größeren LED-Leuchten in C-Form, breiteren Schultern und niedrigerer Dachlinie. Das Maßband bestätigt das Wachstum vor allem in gestiegener Kniefreiheit – besonders im Fond, wo die verschiebbare Bank auf Wunsch klassenunüblich viel Bewegungsfreiheit schafft. Zulegen konnte auch das Kofferraumvolumen, selbst wenn die Fondbank ganz nach hinten geschoben ist, wird das Plus gegenüber der ersten Captur-Generation spürbar, konkret lautet es auf 55 Liter. Dass die Ladekante nun etwas höher liegt – geschenkt! Erkennbar gewonnen hat der französische City-SUV auch bei der Haptik im Innenraum, von den Sitzbezügen über die meisten Oberflächen bis hin zum Schalter-Feedback wirkt alles hochwertiger als bisher. Da kann sich manch (deutscher) Mitbewerber eine dicke Scheibe abschneiden. Und der Kunde hat die Wahl – von feinen Stoffbezügen wie bei unserem „Edition One“ über bunte Elemente via Aufpreis-liste bis hin zu noblem Holz und hochwertig gestepptem Leder beim „Initiale Paris“ (leider nur zu haben für den teuren Top-Benziner mit 155 PS). Auch ­außen lässt sich der Captur bunt abmischen, durch ein farblich abgesetztes Dach (schwarz, weiß, grau oder orange) entstehen unglaublich viele Kombinationsmöglichkeiten. Aus der relativ bunten Antriebspalette haben wir uns den mittleren Benziner gepickt – keine schlechte Wahl, wäre da nicht das beim „Edition One“ für den schwächeren der beiden Vierzylinder obligatorische Doppelkupplungs-Getriebe. Von der Kreuzung sanft und flott wegzukommen, ist eine ziemliche Challenge bei aktivem Start/Stopp-System und eingeschalteter „Auto Hold“-Funktion der elektrischen Parkbremse. Auch unterwegs hat man das Gefühl, dass die Automatik oft Zeit & Leistung kostet. Doch im Grunde reicht auch schon die 800 Euro günstigere „Intens“-Mitgift – und da lassen sich dann die 2200 Euro für den Sprung von manuellem Getriebe auf Doppelkupplung im wahrsten Sinne sparen. Ansonsten kann man dem neuen Captur wenig vorwerfen, hat er doch auch in Sachen Fahrgefühl, Geräuschdämmung und Komfort gegenüber seinem Vorgänger spürbar zugelegt. Und beim getesteten 130 PS-Benziner geht das nicht einmal mit einer Preissteigerung einher.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Laufruhiger und nur höhertourig lauter Vierzylinder, befriedigende Fahrleistungen. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet relativ langsam, das Anfahren und Rangieren passiert bei aktiviertem Start/Stopp und „Auto Hold“ unharmonisch und zu aggressiv. Fahrwerk & Traktion - Trotz optionaler 18-Zöller (551 Euro extra) werden ­Straßenschäden gut geschluckt, erträgliche Seitenneigung in flotten Kurven, ­dabei keine Tücken beim Gaswegnehmen. Traktion meist problemlos, klassenüblich kein Allrad zu haben. Gut dosierbare, wirkungsvolle Bremsen. Lenkung: präzise und halbwegs direkt, aber geringe Rückmeldung und Rückstellkräfte. Bedienung & Multimedia - Die Steuerung des Multimediasystems geriet besser als beim Vorgänger, zumal mit dem getesteten 9,3 Zoll-Touchscreen. Alt, aber gut: die Audio-Fernbedienung via Lenkrad-Satellit. Volle Smartphone-Integration sowie induktives Handyladen serienmäßig, dazu passable Sprachsteuerung. Fein: viele Ablagen, E-Parkbremse mit „Auto Hold“-Funktion, USB-Anschlüsse und Luftauslässe auch im Fond. Nicht so gut: mühsame Sitzverstellung, Lade als Handschuhfach bisweilen störend. …

7.1

FAZIT

Moderner City-SUV – fast schon ein Kandidat für ein vollwertiges Familienauto.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, Turbo, 1333 ccm, 130 PS (96 kW) bei 5000/min, max. Drehmoment 240 Nm bei 1600/min, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, L/B/H 4230/1800/1580 mm, Radstand 2640 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,1 m, Reifendimension 215/60 R 17 (Testwagen-Bereifung Continental WinterContact 215/ 55 R 18), Tankinhalt 48 l, Reichweite 700 km, Kofferraumvolumen 422/536–1334 l, Leergewicht 1335 kg, zul. Gesamtgewicht 1816 kg, max. Anh.-Last 1200 kg, 0–100 km/h 9,6 sec, Spitze 193 km/h, Steuer (jährl.) € 538,56, Werkstätten in Österreich 176, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch (kombiniert) 6,3 l, Testverbrauch 6,9 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 141/159 g/km

sechs Airbags, Notbrems­assistent mit Fußgänger-Erkennung, Spur-halte-Warner und -Assistent, Voll-LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik, Berganfahrhilfe, Verkehrszeichen-Erkennung, Klimaautomatik, Navigation, schlüsselloser Zugang, Multimediasystem mit 9,3 Zoll-Touchscreen und 6 LS sowie DAB-Tuner und Bedien-Satellit am Lenkrad, Android Auto & Apple CarPlay, Vordersitze höhenverstellbar, wählbare Fahrprofile, Tempo­mat, Licht- und Regensensor, In­nen- und Außenspiegel aut. abblendend, vier E- Fensterheber, el. verstell-, heiz- und klappbare Außenspiegel, 17 Zoll-Alufelgen, abgedunkelte Fondscheiben, E-Parkbremse, Einparkhilfe v/h, Rückfahrkamera, induktives Handyladen, Dachreling etc.

Toterwinkel-Warner € 188,– (inkl. Abstandsregel-Tempomat € 625,–, inkl. Einpark-Automatik und 360 Grad-Kameras € 751,–), Lederpolsterung inkl. Sitzheizung v und E-Fahrersitz € 1625,–, Lenkrad-Heizung € 125,–, Metallic-Lack ab € 563,–, Bose-Sound € 625,–, Panorama-Glasschiebedach € 925,– etc

1 Kommentare

  1. Ich bin genau dieses Modell mit dieser Motor-Getriebekombination probegefahren und kann die Motor-Getriebe-Wertung absolut nicht nachvollziehen.
    Das Auto geht hervorragend und das ganze Drumherum hat mich so begeistert, dass ich am liebsten gar nicht mehr ausgestiegen wäre.
    Für mich eines der schönsten Autos, dass es derzeit gibt.
    Geworden ist es letzten Endes dann doch ein Captur 1.2 TCe EDC von August 2018 mit 1.800 Kilometern auf dem Tacho. 6.500 Euro Preisunterschied konnte ich nicht außer Acht lassen.
    Leider habe ich aufgrund der aktuellen Situation kaum Gelegenheit, mit dem Auto zu fahren. Insgesamt seit dem Kauf am 13. März 109 (!) Kilometer, wobei die Heimfahrt allein 90 Kilometer war.
    Wömöglich muss ich mit 2.000 Kilometern das zweite Jahresservice machen. 🙁
    Aber das ist jetzt nicht so wichtig.
    MfG J

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