Großer Test: Toyota Aygo X 1.0 Pulse

5. Oktober 2022
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Toyota
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:72 PS
Testverbrauch:4,9 l/100km
Modelljahr:2022
Grundpreis:18.190 Euro

Zum X-Man mag es beim Toyota Aygo X nicht reichen, zum X-Männlein allemal. Ein schlauer Schachzug der Japaner, ihr 3,7 Meter kurzes Nesthäkchen in der neuesten Generation ausschließlich als Crossover zu präsentieren – „Aygo X“ soll deshalb auch „Aygo Cross“ ausgesprochen werden. Kleinstwagen sind derzeit ja ins Out geraten, weil Autohersteller sie mangels Verdienstspanne reihenweise aussortieren und Europas Politik meint, mit der Förderung schweren (Elektro- und Hybrid-)Geräts die Welt retten zu müssen. Aber SUV gehen immer, auch die kleinsten von ihnen.

Außerdem macht der Aygo X optisch was her. Mit seinem auffällig-kantigen Design, den gedrungenen Proportionen, den großen 17 Zoll-Alurädern und serienmäßiger Zweifarben-La­ckierung schafft er es, gleichzeitig herzig und ernstzunehmend aus der Wäsche zu schauen. 

Und weil er nun auf der Plattform des Yaris aufbaut, fährt er sich deutlich erwachsener als sein Vorgänger, der sich die Technik mit den ebenfalls eingestellten Ci­troën C1 und Peugeot 108 geteilt hat.

OK, im Detail merkt man ihm Sparbemühungen an – die Türen schlagen blechern zu, innen dominiert pures Hartplastik, und im Fond gibt es nur Ausstellfenster –, aber nicht vergessen: Wir sprechen hier von einem prinzipiell vollwertigen Auto, das in der Basisversion nur 14.890 Euro kostet. Und im getesteten „Pulse“ gibt es für 17.490 Euro unter anderem Klimaanlage, Adaptiv-Tempomat, Verkehrszeichen-Erkennung, Spurführungs-As­sistent und Rückfahrkamera. Zu­­dem kann man derzeit vom Preis jeder Ausstattungs-Variante nochmals 1250 Euro an „Aygo X Bonus“ abziehen.

Wer Turboschub-geeicht oder von mächtigem Elektro-Drehmoment verwöhnt ist, dem werden Antritt und Durchzug des 72 PS schwachen Dreizylinder-Saugmotörchens mehr als mau erscheinen. Immerhin klingt das Aggregat dezent sportlich, mit dem griffgünstig platzierten Schalthebel lässt es sich leicht bei Laune halten, und vor allem: Es verbraucht so gut wie nichts.

Der Normwert von 4,8 Litern wurde im Test um einen vernachlässigbaren Zehntelliter überboten, und das auch nur aufgrund des Autobahn-Anteils unserer Verbrauchs-Teststrecke. Wer sich primär im städtischen Umland bewegt, kommt mit 4,5 Litern durch. 

Dieser Verbrauchs-Vorteil äußert sich nicht nur in selbst heutzutage kleinen Spritrechnungen, sondern auch in einer Normverbrauchsabgabe (NoVA) von null Prozent und der für einen thermischen Antrieb kleinstmöglichen Kfz-Steuerlast von 86,40 Euro pro Jahr. Womit bewiesen wäre, dass Ressourcen-Schonung auch ohne ­aufwändige Technik möglich ist.    

Motor & Getriebe – Der Dreizylinder-Sauger knurrt ansatzweise sportlich und gibt sich drehfreudig, hat aber wenig Temperament – vor allem im unteren Tourenbereich nimmt er nur unwillig Fahrt auf. Das Schaltgetriebe ist mittellang übersetzt und recht exakt, der Hebel angenehm hoch platziert und liegt damit hervorragend zur Hand.

Fahrwerk & Traktion – Für einen Auto-Zwerg sehr ausgewogene Federung, dazu geht es mit der direkt-präzisen Lenkung agil ums Eck. Übertreibt man es, schiebt der Aygo X harmlos über die Vorderräder. Akzeptable Bremsleistung, tadellose Traktion (hier „hilft“ das geringe Drehmoment). Plus: angenehm kleiner Wendekreis.

Bedienung & Cockpit – Das Cockpit ist Blech- und Hartplastik-dominiert, aber sympathisch gestaltet. Abgesehen von ein paar markentypisch versteckten Schaltern (Sitzheizung, Fernlicht-Automatik etc.) ist alles gut zu erreichen und übersichtlich. Logisch-einfache Menüführung, simple Sprachsteuerung. Gegen Aufpreis gibt es Smartphone-Anbindung, induktives Laden und mehrere Online-Dienste inklusive Over-the-air-Updates. Minus: schlechte Sicht nach schräg hinten.

Innen- & Kofferraum – Der Innenraum des (stets viersitzigen) Aygo X ist eindeutig auf die Vornesitzenden ausgerichtet. Die verfügen über sehr ordentliche Bewegungsfreiheit, während es im – via kleinen Türausschnitten mühsam zu enternden Fond – eng zugeht. Der Kofferraum ist groß genug, allerdings muss Gepäck erst über die hohe Ladekante gewuchtet und dann mangels Zwischenboden tief nach unten abgelegt werden, nach dem Umlegen der 1:1-Lehnen entsteht eine Stufe. Ablagen in ausreichender Größe und Anzahl. Kleinstwagen-typische Minuspunkte: Das Lenkrad ist einzig in der Höhe verstellbar, hinten gibt es lediglich Ausstellfenster, und die elektrischen Fensterheber müssen ohne One-Touch-Automatik auskommen.

Dran & Drin – In der zweitbesten von vier Ausstattungen („Pulse“) ordentlich bestückt, Extras sind nur in Form von vier fair kalkulierten Paketen erhältlich. Auch mit Stoff-Faltdach (2760 Euro Aufpreis samt verbesserter Ausstattung) und/oder Stufenlos-Automatik (1200 Euro) erhältlich. Einfache Materialien, tadellose Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit – In Sachen Airbags bietet der Aygo X den Klassen-Standard von sechs Stück, bei den Assistenzsystemen liegt er mit Adaptiv-Tempomat, Spurführungs-Assistent und Verkehrszeichen-Erkennung jedoch weit darüber. Lediglich ein Toterwinkel-Warner ist nicht erhältlich.

Preis & Kosten – Etwas preisgünstiger als Suzuki Ignis und Fiat Panda – diese ­beiden sind im Gegensatz zum Aygo X auch mit Allrad erhältlich, dann aber wesentlich teurer. Sehr geringer Praxis-Verbrauch, niedrige Betriebskosten, solide Werthaltung. Jährliche Service-Intervalle, die bei Marken-Treue aber bis zu zehn Jahre Garantie bringen.

Der einfach gestrickte, aber hübsch angerichtete Arbeitsplatz ist übersichtlich und geräumig

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Zum X-Man mag es beim Toyota Aygo X nicht reichen, zum X-Männlein allemal. Ein schlauer Schachzug der Japaner, ihr 3,7 Meter kurzes Nesthäkchen in der neuesten Generation ausschließlich als Crossover zu präsentieren – „Aygo X“ soll deshalb auch „Aygo Cross“ ausgesprochen werden. Kleinstwagen sind derzeit ja ins Out geraten, weil Autohersteller sie mangels Verdienstspanne reihenweise aussortieren und Europas Politik meint, mit der Förderung schweren (Elektro- und Hybrid-)Geräts die Welt retten zu müssen. Aber SUV gehen immer, auch die kleinsten von ihnen. Außerdem macht der Aygo X optisch was her. Mit seinem auffällig-kantigen Design, den gedrungenen Proportionen, den großen 17 Zoll-Alurädern und serienmäßiger Zweifarben-La­ckierung schafft er es, gleichzeitig herzig und ernstzunehmend aus der Wäsche zu schauen.  Und weil er nun auf der Plattform des Yaris aufbaut, fährt er sich deutlich erwachsener als sein Vorgänger, der sich die Technik mit den ebenfalls eingestellten Ci­troën C1 und Peugeot 108 geteilt hat. OK, im Detail merkt man ihm Sparbemühungen an – die Türen schlagen blechern zu, innen dominiert pures Hartplastik, und im Fond gibt es nur Ausstellfenster –, aber nicht vergessen: Wir sprechen hier von einem prinzipiell vollwertigen Auto, das in der Basisversion nur 14.890 Euro kostet. Und im getesteten „Pulse“ gibt es für 17.490 Euro unter anderem Klimaanlage, Adaptiv-Tempomat, Verkehrszeichen-Erkennung, Spurführungs-As­sistent und Rückfahrkamera. Zu­­dem kann man derzeit vom Preis jeder Ausstattungs-Variante nochmals 1250 Euro an „Aygo X Bonus“ abziehen. Wer Turboschub-geeicht oder von mächtigem Elektro-Drehmoment verwöhnt ist, dem werden Antritt und Durchzug des 72 PS schwachen Dreizylinder-Saugmotörchens mehr als mau erscheinen. Immerhin klingt das Aggregat dezent sportlich, mit dem griffgünstig platzierten Schalthebel lässt es sich leicht bei Laune halten, und vor allem: Es verbraucht so gut wie nichts. Der Normwert von 4,8 Litern wurde im Test um einen vernachlässigbaren Zehntelliter überboten, und das auch nur aufgrund des Autobahn-Anteils unserer Verbrauchs-Teststrecke. Wer sich primär im städtischen Umland bewegt, kommt mit 4,5 Litern durch.  Dieser Verbrauchs-Vorteil äußert sich nicht nur in selbst heutzutage kleinen Spritrechnungen, sondern auch in einer Normverbrauchsabgabe (NoVA) von null Prozent und der für einen thermischen Antrieb kleinstmöglichen Kfz-Steuerlast von 86,40 Euro pro Jahr. Womit bewiesen wäre, dass Ressourcen-Schonung auch ohne ­aufwändige Technik möglich ist.    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der Dreizylinder-Sauger knurrt ansatzweise sportlich und gibt sich drehfreudig, hat aber wenig Temperament – vor allem im unteren Tourenbereich nimmt er nur unwillig Fahrt auf. Das Schaltgetriebe ist mittellang übersetzt und recht exakt, der Hebel angenehm hoch platziert und liegt damit hervorragend zur Hand. Fahrwerk & Traktion - Für einen Auto-Zwerg sehr ausgewogene Federung, dazu geht es mit der direkt-präzisen Lenkung agil ums Eck. Übertreibt man es, schiebt der Aygo X harmlos über die Vorderräder. Akzeptable Bremsleistung, tadellose Traktion (hier „hilft“ das geringe Drehmoment). Plus: angenehm kleiner Wendekreis. Bedienung & Cockpit - Das Cockpit ist Blech- und Hartplastik-dominiert, aber sympathisch gestaltet. Abgesehen von ein paar markentypisch versteckten Schaltern (Sitzheizung, Fernlicht-Automatik etc.) ist alles gut zu erreichen und übersichtlich. Logisch-einfache Menüführung, simple Sprachsteuerung. Gegen Aufpreis gibt es Smartphone-Anbindung, induktives Laden und mehrere Online-Dienste inklusive Over-the-air-Updates. Minus: schlechte Sicht nach schräg hinten.…

6.9

FAZIT

Fesch, modern und ganz schön vollwertig für einen Auto-Zwerg.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R3, 12V, 998 ccm, 72 PS (53 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 93 Nm bei 4400/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, L/B/H 3700/1740/1510 mm, Radstand 2430 mm, 4 Sitze, Wendekreis 9,4 m, Reifendimension 175/65 R 17, Tankinhalt 35 l, Reichweite 715 km, Kofferraumvolumen 231–829 l, Leergewicht (EU) 1015 kg, zul. Gesamtgewicht 1360 kg, max. Anh.-Last – kg, 0–100 km/h 15,6 sec, 60–100 km/h (im 4. Gang) 15,8 sec, Spitze 158 km/h, Steuer (jährl.) € 86,40, Werkstätten in Österreich 141, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 4,8 l, Testverbrauch 4,9 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 109/113 g/km

Fahrer- und Beifahrerairbag, Seitenairbags v, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Adaptiv-Tempomat, Spurhalte-, Spurführungs-, Notbrems- und Aufmerksamkeits-As­sistent, Verkehrszeichen-Erkennung, Geschwindigkeitsbegrenzer, Berganfahrhilfe, Rückfahrkamera, manuelle Klimaanlage, teildigitales Cockpit, 8 Zoll Multimedia-Display, DAB-Radio mit Bluetooth und 4 LS, Sprachsteuerung, Multifunktions-Lederlenkrad, E-Fensterheber v, Sitzheizung v, heizbare E-Außenspiegel, Licht- und Fernlichtsensor, abgedunkelte Fondscheiben, Fernbedien-Zentralsperre, 17 Zoll-Aluräder etc.

Komfortpaket Pulse (schlüsselloser Zugang, Regensensor, Klimaautomatik) € 780,–, Sichtpaket (LED-Projektionsscheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, Parksensoren v+h) € 780,–, Smart Connect Paket (9 Zoll Multimedia-Display, Navigation, Android Auto & Apple CarPlay kabellos, diverse Online-Dienste, induktives Handy-La­den, Ambientelicht in Mittelkonsole) € 780,–, Sonderlackierung „Chili Red“ € 240,–  

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