Großer Test Toyota bZ4X 2WD

11. Mai 2023
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Toyota
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:204 PS
Testverbrauch:24,0 kWh/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:51.290 Euro

Test Toyota bZ4X: Etwas verzögert hat sich der Marktstart des bZ4X (steht für Toyotas Strom-Submarke „be­yond Zero“ im mittleren Fahrzeug-Segment 4 und mit X-, ­also Crossover-Design), mangelhafte Radschrauben waren das Pro­blem – interessant, dass es in Zeiten wie diesen nicht nur elektronische Defekte gibt, die Autos lahmlegen. 

Thema Preis

Seit unserem ersten Kennenlernen vor einem halben Jahr haben die Tarife um satte 3000 Euro zugelegt, dafür ist jetzt Wechselstrom-Laden mit (im Segment überall üblichen) 11 kW möglich, die mickrigen 6,4 kW-Versionen haben es lediglich in homöopathischen Dosen nach Österreich geschafft – gut so.

Zum ersten Test bei uns trat der bZ4X in der 204 PS starken 2WD-Variante an, alternativ gibt es einen Allradler mit zwei Motoren für 218 PS, was 2880 Euro extra kostet – aber auch 42 Liter Kofferraumvolumen und rund 30 Kilometer Reichweite bei der Basisversion mit 18 Zoll-Rädern. So war auch unser Testwagen bestückt, wir hatten dazu noch das empfehlenswerte „Comfort“-Paket an Bord, das für knapp fünf Tausender schon ­eine Menge Verwöhn-Features mitbringt (siehe Liste unten). 

Mit fast 4,7 Metern Außenlänge ist der bZ4X ein ziemlich ausgewachsenes Auto – das zeigt sich auch beim Blick auf die Fondbank, auf der man epochale Kniefreiheit genießt. Die ist eigentlich sogar zu viel des Guten, denn der Kofferraum kann vom Volumen her keine Akzente setzen. Da fragt man sich, warum Toyota die Rücksitze nicht weiter vorne montiert oder verschiebbar ausgeführt hat. 

Keine Klagen gibt es in ­Sachen Ergonomie, das Cockpit bietet genug echte Knöpfe – und die wenigen in Softtouch ausgeführten Schalter sind gut zu treffen. Auch das in Peugeot-Manier gestaltete Digital-Cockpit über dem Lenkrad wirkt nach etwas Gewöhnung schlüssig.

Thema Stromverbrauch

Als größter und wichtigster Kritikpunkt im ersten Praxis-Test erwies sich der Stromverbrauch des Nippon-Crossover. Lag er bei den Schnupperfahrten im sommerlichen Skandinavien noch nahe der Werksangabe, war die jetzt im Winter – trotz serienmäßiger Wärmepumpe – nicht ansatzweise zu erfahren. Damit schmolz auch die im Prospekt attraktive Reichweite auf Durchschnitts-Niveau.

Dennoch: Toyotas später Erstling in Sachen E-Mobilität ist durchaus gelungen. Und wie man die perfektionistischen
Ja­­paner kennt, werden sie auch das mit dem Strom-Durst noch in den Griff bekommen. Die genaue Bewertung des Test Toyota bZ4X lesen Sie unten.

Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Jänner/Februar 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Motor & Getriebe

Leise und bullig legt das Strom-Aggregat los, bis zum Autobahn-Tempo bleibt der Vortrieb druckvoll. Für die Rekuperation gibt es zwei Stufen, „Ein-Pedal“-Fahren ist nicht möglich. 

Fahrwerk & Traktion

Straff abgestimmt, dennoch gut beim Stöße-Filtern. Wenig Seitenneigung in flotten Kurven, dabei auch keine Lastwechsel-Tücken. Lenkung leichtgängig, trotzdem gutes Fahrbahn-Feeling. Gut dosierbare und kräftige Bremsen, sogar mit belüfteten Scheiben hinten. Traktion auf trockener Fahrbahn sehr gut, bei Nässe kompetent und feinfühlig agierendes ESP – es erstickt auch Untersteuern im Keim.

Bedienung & Multimedia

Ordentliche Sitzposition, das Digital-Display überm Lenkrad ist ganz gut ablesbar – der Bordcomputer darin über Lenkrad-Tasten halbwegs easy zu durchschauen und zu steuern. Beim „Comfort“ ­großer zentraler Touchscreen, leider ohne Drehregler – die Softtouch-Leiste darunter ist aber recht gut zu bedienen, dazu gibt es genug echte Knöpfe. Fein:  zwei USB-C-Buchsen auch hinten, brauchbare Sprachsteuerung, Standklimatisierung aus der Ferne via App. Minus: keine Ladestopp-Planung bei Routenführung, unscharfe Kamera-Bilder. Genug Ablagen, aber kein Handschuhfach. Smartphone-Anbindung Serie, induktives Handyladen bei „Comfort“-Paket.  

Innen- & Kofferraum

Genug Bewegungsfreiheit vorne, im Fond toller Beinraum, die mittel­mäßige Kopffreiheit lässt sich über neigungsverstellbare Lehnen etwas verbessern. Kofferraum ausreichend groß und über recht niedrige Ladekante und weit aufschwingende Heckklappe (elektrisch bei „Comfort“-Paket) gut zu beladen, dank doppeltem Boden keine Stufe nach Umlegen der 2:1-Fondlehne, Ladefläche aber nicht ganz eben.   

Dran & Drin

Passable Basis-Ausstattung, eine angemessene Portion Luxus bringt aber erst das „Comfort“-Paket. Noch mehr Verwöhn-Features bietet das darauf aufbauende „Executive“-Paket – nur dann gibt es gegen 2040 Euro ein Glasdach, Einzel-Optionen darüber hinaus nicht. Angenehm anmutende Materialien, solide Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit

Ordentliche Airbag-Ausrüstung inklusive Zentralpolster. Volle Latte an Assistenzsystemen nur durch Zukauf des „Comfort“-Pakets, die Sicherheits-Helfer funktionieren in der Praxis recht gut.

Reichweite & Laden

Passable Reichweite. Wechselstrom-Laden mit maximal 11 kW, eine Akku-Füllung dauert dann viereinhalb Stunden. Bei 150 kW Gleichstrom ist eine 80 Prozent-Ladung in 30 Minuten erreicht. Serie: Schuko- und Mode-3-Ladekabel sowie Wärmepumpe.

Preis & Kosten

Der VW ID.4 ist etwas teurer sowie etwas besser bestückt und hat eine etwas größere Batterie. Mehr Leistung und Ausstattung bieten die spürbar teureren Korea-Brüder Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 sowie der Nissan Ariya (mit kleinerem Akku). Vorerst kann man den bz4X nur im Leasing haben. Ebenfalls ein Toyota-Unikum: bis zu zehn Jahre Garantie. Praxis-Stromverbrauch kein Hit. Jahresservice Pflicht, landesweit stehen dafür genug Werkstätten zur Wahl. 

Test Toyota bZ4X (Cockpit)

Strom-Toyota innen: Instrumente überm Lenkrad à la Peugeot, den großen Multimedia-Schirm gibt es beim „Comfort“-Paket, ebenso wie die induktive Ladeschale unter einer transparenten Klappe.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test Toyota bZ4X: Etwas verzögert hat sich der Marktstart des bZ4X (steht für Toyotas Strom-Submarke „be­yond Zero“ im mittleren Fahrzeug-Segment 4 und mit X-, ­also Crossover-Design), mangelhafte Radschrauben waren das Pro­blem – interessant, dass es in Zeiten wie diesen nicht nur elektronische Defekte gibt, die Autos lahmlegen.  Thema Preis Seit unserem ersten Kennenlernen vor einem halben Jahr haben die Tarife um satte 3000 Euro zugelegt, dafür ist jetzt Wechselstrom-Laden mit (im Segment überall üblichen) 11 kW möglich, die mickrigen 6,4 kW-Versionen haben es lediglich in homöopathischen Dosen nach Österreich geschafft – gut so. Zum ersten Test bei uns trat der bZ4X in der 204 PS starken 2WD-Variante an, alternativ gibt es einen Allradler mit zwei Motoren für 218 PS, was 2880 Euro extra kostet – aber auch 42 Liter Kofferraumvolumen und rund 30 Kilometer Reichweite bei der Basisversion mit 18 Zoll-Rädern. So war auch unser Testwagen bestückt, wir hatten dazu noch das empfehlenswerte „Comfort“-Paket an Bord, das für knapp fünf Tausender schon ­eine Menge Verwöhn-Features mitbringt (siehe Liste unten).  Mit fast 4,7 Metern Außenlänge ist der bZ4X ein ziemlich ausgewachsenes Auto – das zeigt sich auch beim Blick auf die Fondbank, auf der man epochale Kniefreiheit genießt. Die ist eigentlich sogar zu viel des Guten, denn der Kofferraum kann vom Volumen her keine Akzente setzen. Da fragt man sich, warum Toyota die Rücksitze nicht weiter vorne montiert oder verschiebbar ausgeführt hat.  Keine Klagen gibt es in ­Sachen Ergonomie, das Cockpit bietet genug echte Knöpfe – und die wenigen in Softtouch ausgeführten Schalter sind gut zu treffen. Auch das in Peugeot-Manier gestaltete Digital-Cockpit über dem Lenkrad wirkt nach etwas Gewöhnung schlüssig. Thema Stromverbrauch Als größter und wichtigster Kritikpunkt im ersten Praxis-Test erwies sich der Stromverbrauch des Nippon-Crossover. Lag er bei den Schnupperfahrten im sommerlichen Skandinavien noch nahe der Werksangabe, war die jetzt im Winter – trotz serienmäßiger Wärmepumpe – nicht ansatzweise zu erfahren. Damit schmolz auch die im Prospekt attraktive Reichweite auf Durchschnitts-Niveau. Dennoch: Toyotas später Erstling in Sachen E-Mobilität ist durchaus gelungen. Und wie man die perfektionistischen Ja­­paner kennt, werden sie auch das mit dem Strom-Durst noch in den Griff bekommen. Die genaue Bewertung des Test Toyota bZ4X lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Jänner/Februar 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Leise und bullig legt das Strom-Aggregat los, bis zum Autobahn-Tempo bleibt der Vortrieb druckvoll. Für die Rekuperation gibt es zwei Stufen, „Ein-Pedal“-Fahren ist nicht möglich.  Fahrwerk & Traktion Straff abgestimmt, dennoch gut beim Stöße-Filtern. Wenig Seitenneigung in flotten Kurven, dabei auch keine Lastwechsel-Tücken. Lenkung leichtgängig, trotzdem gutes Fahrbahn-Feeling. Gut dosierbare und kräftige Bremsen, sogar mit belüfteten Scheiben hinten. Traktion auf trockener Fahrbahn sehr gut, bei Nässe kompetent und feinfühlig agierendes ESP – es erstickt auch Untersteuern im Keim. Bedienung & Multimedia Ordentliche Sitzposition, das Digital-Display überm Lenkrad ist ganz gut ablesbar – der Bordcomputer darin über Lenkrad-Tasten halbwegs easy zu durchschauen und zu steuern. Beim „Comfort“ ­großer zentraler Touchscreen, leider ohne Drehregler – die Softtouch-Leiste darunter ist…

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FAZIT

Familien-SUV mit Strom-Antrieb – solide, aber in vielen Punkten nur Mittelmaß.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
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Synchronmotor, Spitzenleistung 204 PS (150 kW), Dauerleistung 99 PS (73 kW), max. Drehmoment 266 Nm, Akku (netto) 71,4 kWh, Vorderradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v/h (bel.)

L/B/H 4690/1860/1600 mm, Radstand 2850 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,4 m, Reifendimension 235/60 R 18, Kofferraumvolumen 452–k. A. l, Leergewicht (EU) 1895 kg, zul. Gesamtgewicht 2465 kg, max. Anh.-Last 750 kg

0–100 km/h 7,5 sec, 60–100 km/h 3,8 sec, Spitze 160 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 140, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 14,4 kWh, Testverbrauch 24,0 kWh, Reichweite Norm/Test 513/300 km, Ladedauer bei 11 kW (100%) 4:30 Std, bei 150 kW Gleichstrom (80%) 30 Min

sechs Airbags plus Knieairbag Fahrer und Zentralairbag vorne, Notbrems-Assistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Adaptiv-Tempomat mit Stau-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Innenspiegel autom. abblendend, Licht- und Fernlichtsensor, Rückfahrkamera, el. klappbare Außenspiegel, LED-Scheinwerfer, digitale Instrumente 7 Zoll, Multimediasystem mit 8 Zoll-Touchscreen, DAB-Tuner, Sprachsteuerung, Soundsystem mit 6 LS, Android Auto & Apple CarPlay (kabellos), Zweizonen-Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, Aluräder 18 Zoll, Wärmepumpe etc.

Comfort-Paket (Aufmerksamkeits-Assistent, Querverkehrs- und Toterwinkel-Warner, Rundumkamera, Park-Sensoren v+h, 12,3 Zoll-Touchscreen, Navigation, induktives Handyladen, Sitzheizung v, Lenkrad-Heizung, E-Heckklappe, Teillederpolsterung, Regensensor, abgedunkelte Fondscheiben etc.) € 4920,–, Executive-Paket (zus. Matrix-LED-Licht, Lederpolsterung, Sitzlüftung v, Sitzheizung h, E-Vordersitze, JBL-Sound, 20 Zoll-Räder etc.) € 8640,–, Metallic-Lack ab € 720,– etc.

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