Mercedes

Grundsatz-E-Klärung

24. November 2020
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Alles Klartext

Immer wieder wird uns vorgeworfen, wir würden der Elektro-Mobilität ablehnend, wenn nicht gar feindlich gegenüberstehen – was ab­solut nicht der Fall ist. Ganz gerade heraus: Wir haben nichts gegen Elektroautos – warum auch? „ALLES AUTO“ schließt ja schon vom Namen her keine Varianten aus. Wir orakeln und deuten aber nicht an den Fakten herum, sondern bemühen uns, sie ausgewogen zu beurteilen. Was oft nicht leicht ist, weil das Thema E-Mo­bilität von Marketing- und Ideo­logie-Kitsch umwuchert ist – hervorragend geeignet, den Blick auf die reale Situation famos zu ver­bauen.

Die Autohersteller selbst sind daran nicht ganz unbeteiligt: Der Hinweis auf die Second-Life-An­wendung der Batterien oder ihr Recycling ist beinahe in jedem PR-Text enthal­ten. Tatsache ist: Erstere gibt es nach wie vor nur in Versuchsmo­dellen, für Zweiteres exis­tieren bis dato nur Pilot-Anlagen. Oder auch die Darstellung, man würde die Batterien selbst fertigen: Die Zellen kommen in Wahrheit ausschließlich aus Asien, in Europa wer­den sie nur zu Akku-Packs zusammengesetzt. Ab und zu kriegen wir auch wirklich dreis­te Argumentationen zu hören – etwa, dass die Stunden an Ladezeit gar kein Ver­lust, son­dern ein zusätz­liches Freizeit-Geschenk des Herstellers an den Kunden seien. Wer das ernsthaft vertritt, sollte bei der Ge­­hirnwäsche eventuell einmal auf das Schon­pro­gramm zurückschalten.

Zwanghafte Lobhudelein helfen der E-Mo­bilität nicht auf die Sprünge – im Gegenteil: Das Verschleiern von Fakten verärgert die Menschen, macht sie misstrauisch und ver­ursacht am Ende mehr Ablehnung, als diese Technik verdienen würde. Wer die Tes­t­berichte in ALLES AUTO durchblättert, wird feststellen: Wir haben noch nie ein Elek­tro-Fahrzeug wegen seiner Antriebsart schlecht bewertet. Es gelten die gleichen Kriterien wie für jeden Verbrenner-Pkw auch, etwa Fahrverhalten, Kom­fort, Sicherheit, Kosten etc. Dass wir das System der Elektromobilität selbst kritisch betrach­ten, ist unsere Aufgabe – genauso wie wir jede andere Technologie gleichermaßen nüchtern analysieren.

Selbstverständlich sprechen wir die Sorgen der Konsumenten in Sachen E-Mobilität an, etwa ­Lade-Problematik, Reichweiten-Angst oder Fahrzeug-Restwerte. Auch finden wir es fragwürdig, mit Steuergeldern Anschaf­fung und Betrieb von Autos zu för­­dern, die sich ein Durchschnittsver­diener selbst dann noch kaum leisten kann. Dass die Allgemeinheit den Erhalt von elektrisch be­­triebenen Supersport-Limousinen und SUV mit 500 oder mehr PS und bis zu drei Tonnen Gewicht ­mit­finanziert, ist eigentlich absurd.

Und dass die EU beschlossen hat, einfach nur die Emissionen, die während des Fahr­be­triebs anfallen, zu erfassen und die der Produktion (von Fahrzeug und Antriebs­ener­gie) auszuklammern, ist Realitätsver­weigerung – was Umwelt- und Klima-Probleme nur auf dem Papier löst. Hinterfragenswert finden wir auch die umfassende Heilsverkündung von der absoluten Eignung des E-Autos als Verkehrsmittel für jeden. Von der generell Planeten-rettenden Eigenschaft der Stromer ganz zu schweigen. Beides ist – mit Ver­laub und auf gut Ameri­kanisch gesagt – Bullshit. Ob je­mand tatsäch­­­lich der geeignete Kunde für ein Strom-Fahrzeug ist, sollten unserer Ansicht nach seine persönlichen Ansprüche und die Art der Fahrzeug-Nutzung entscheiden – nicht aber Politik oder Konzern-PR. Genau deshalb liefern wir objektive Tests und Analysen.

Foto: Daimler

29 Kommentare

  1. Ich wollte mich zu diesem Thema eigentlich nicht mehr zu Wort melden, aber aufgrund der letzten Ereignisse muss es sein. Es gibt in jedem Test und in jedem Artikel über Elektroautos einen Hinweis auf die Umweltschäden durch die Rohstoffgewinnung für Batterien. Es gibt und gab in den letzten Jahren in keinem Test und in keinem Artikel einen Hinweis auf Umweltschäden durch die Ölförderung und das nicht nur in AA. Man muss dazu nur die Begriffe „Nigeria“ und „Erdölförderung“ in eine Suchmaschine eingeben und kann dann ua. nachlesen, dass durch die Erdölförderung in diesem Land die Lebenserwartung um fast 10Jahre gesunken ist. Auch Ereignisse wie der Untergang der Exxon Valdez und der Bohrinsel Deep Water Horizon sind aus der medialen Wahrnehmung verschwunden, um nur zwei Beispiele zu erwähnen. Es ist sehr traurig für mich, dass die ganzen Umwelt- und Gesundheitprobleme, die durch die Förderung, den Transport und durch die Verbrennung von raffiniertem Erdöl verursacht werden einfach unter den Tisch gekehrt werden, um den Eindruck der heilen Benzin- und Dieselwelt zu erzeugen. Noch trauriger ist jedoch für mich, dass sich Universitätsprofessoren, die sich ihr ganzes Leben lang nicht einen Tinnef darum geschi….. haben, was durch Erdöl angerichtet wird sich jetzt plötzlich Sorgen um die Menschen und die Umwelt machen, wenn es um die Elektromobilität geht.

    • In welchem ALLES AUTO-Test eines Elektroauto war je etwas über die Umweltschäden durch die Rohstoffgewinnung zu lesen?

      • Hallo, der Hinweis auf die Tests war tatsächlich nicht korrekt und ich nehme ihn mit Bedauern zurück. Stattdessen würde ich schreiben: „Bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Umweltschäden durch die Rohstoffgewinnung für Batterien hinzuweisen“.

        • Naja, das aber nicht aus Eigeninitiative, sondern als Reaktion auf die oberflächlichen Medien und Menschen, die wiederum bei jeder Gelegenheit betonen, dass das E-Auto Allheilmittel in Sachen Klimarettung ist. Kein Mensch betont dagegen, dass Erdölförderung und -verwendung klimafreundlich sind, also muss man dem auch nichts entgegen setzen.

  2. Zitat: >>>Ab und zu kriegen wir auch wirklich dreis­te Argumentationen zu hören – etwa, dass die Stunden an Ladezeit gar kein Ver­lust, son­dern ein zusätz­liches Freizeit-Geschenk des Herstellers an den Kunden seien.<<<
    Gibt es tatsächlich Zeitgenossen, die sowas von sich geben? Die sollten schleunigst professionelle Hilfe aufsuchen. Für mich ist das das mit weitem Abstand größte Argument gegen ein Elektroauto.
    Ich stelle mir das gerade bildlich vor, auf der Autobahn auf der Fahrt in den Urlaub bei strömendem Regen.
    MfG J

  3. Ich denke schon dass man dann, wenn man Elektromobilität und Umweltbelastung ins Spiel bringt man das auch bei Verbrennungsmotoren tun sollte. Ansonsten passiert das, was sich ua. in den Leserbriefen zeigt, nämlich dass die Menschen glauben nur die Produktion und der Betrieb von Elektroautos belastet die Umwelt. Im Prinzip ist es aber ohnehin egal. Das Elektroauto ist durch und wird Teil der zukünftigen Moblität sein.

    • Ich befürchte, dass das Elektroauto über kurz oder lang allein die zukunftige (individuelle) Mobilität darstellen wird. Mit dem jetzigen Stand der Technik rosige Aussichten.
      MfG J

  4. Lieber Johann, ich verstehe deine Befürchtungen nicht. Niemand wird gezwungen ein Elektroauto zu kaufen und es wird auch nicht „von oben verordnet“. Jeder kann weiterhin für sich selbst entscheiden womit er fahren möchte. Außerdem können sich Durchschnittsverdiener ein Elektroauto ja kaum leisten, wie etwa die Renault Zoe, die es derzeit nach Abzug der Förderungen ab rd 23.000 Euro gibt. Oder nehmen wir den Nissan Leaf mit einem Listenpreis ab 29.990 Euro. Praktisch unbezahlbar.

    • Mozl, genau hier sieht man die aktuellen Krücken. Ohne die aktuellen Förderungen sind E-Autos massiv teurer in der Anschaffung – vielleicht nicht ganz unleistbar, aber erstens sind 23.000 Euro auch nicht für jeden so einfach zu bezahlen und zweitens schreibst Du hier über einen Kleinwagen – der Durchschnitts-Familienvater muss Klassen höher gustieren.
      Weiters sind die meisten „günstigen“ E-Auto für einen großen Teil der Österreicher*innen nicht als „einziges Fahrzeug in der Familie“ geeignet – wegen der Reichweite. Sämtliche E-Autos mit realistischer(!) Reichweite >300km sind tatsächlich in preislichen Regionen, die ich nicht mehr als für jeden leistbar bezeichnen würde.

  5. Lieber Rolex, lass dich bitte nicht von diesem Förderneid anstecken, der hier immer wieder geschürt wird. Die Republik und nunmehr auch die Hersteller möchten den Anteil an Elektroautos erhöhen und fördern deren Verkauf daher. Für dich als Käufer zählt nur das was du am Ende für ein Produkt bezahlst. Auch würde ich einen Nissan Leaf nicht als Kleinwagen bezeichnen und eine Familie, die sich einen Zweitwagen leisten kann lebt sicher nicht von einem einzigen Durchschnittsverdiener. Gerade was die Zweitwagen anbelangt könnten viele Verbrenner bereits durch ein Elektroauto ersetzt werden. Diese Fahrzeuge werden üblicherweise immer nur für Kurzstrecken genutzt.

    • Ich habe in meinem vorigen Posting nicht von mir und nicht von Zweitwagen-Käufern gesprochen. Da gilt, was ich oben geschrieben habe.
      Für unseren Haushalt, wo es zwei Autos gibt, kann ich mir ein E-Auto als Zweitwagen wegen der von Dir vorgebrachten Argumente schon vorstellen. Zumindest habe ich mir mal Gedanken über die Installation einer Wallbox oder zumindest einer zusätzlichen Steckdose in der Garage gemacht.

    • Ach ja, und bezüglich „Förderneid“: ich sehe diese Förderungen durchaus als sinnvoll – und notwendig. Anders würde kaum ein Privater ein E-Auto kaufen. Und es ist auch einmalein Argument gegen die andere, aktuelle Steuer-Tendenz – die nämlich die Verbrenner zunehmend teurer macht. Allerdings: der preisliche Einstieg in die Automobilität wird dadurch auch teurer, als sie bisher war. Da helfen die Förderungen auch nichts. Und scheinbar will die Politik das auch so. Um wiederum Öffis attraktiver dastehen zu lassen.

  6. Guten Morgen Rolex, wenn du über eine eigene Garage verfügst hast du schon einmal die große Hürde der Lademöglichkeit genommen. Die Autoindustrie hat uns über viele Jahre Komplettlösungen angeboten. Das ist einerseits gut, hat aber auch den Nachteil, dass wir mit Autos herumfahren, die wir hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Reichweite überhaupt nicht brauchen. Das ist so wie wenn du das ganze Jahr lang mit Gummistiefel herumläufst, weil es einmal regnen könnte. Ich meine gerade bei einem Zweitauto braucht man keine Komplettlösung. Entweder man fährt es als Hobby, etwa ein Cabrio, oder es wird, wie ich bereits oben erwähnt habe, nur für Kurzsstrecken benötigt (Haushaltsbesorgungen, Kinder chauffieren,, den besoffenen Ehemann vom Dorfwirt abholen usw.). Für Zweiteres bietet sich ein Elektroauto an und ich finde es gut, dass du wenigstens einmal darüber nachdenkst. Sollte sich nach eurer Bedarfsprüfung herausstellen, dass es doch ein Verbrenner sein soll so ist das auch recht. Ich fände es nur schade, wenn du dich durch die permante Miesmache der Elektromobilität davon abhalten lassen würdest ein Elektroauto überhaupt in Betracht zu ziehen. So wie es derzeit aussieht wird die Elektromobilität auch noch in den kommenden Jahren begünstigt bleiben während die Verbrenner durch die geplante NOVA-Reform – und nicht nur dadurch – immer teuerer werden.

  7. Guten Morgen, zwecks Stimmungsmache hier ein aktuelles Update der geplanten Zulassungsverbote für Autos mit Verbrennungsmotoren. Weitere Länder werden folgen:

    Dänemark 2030
    Großbritannien 2035
    Frankreich 2040
    Indien 2030
    Irland 2030
    Island 2030
    Israel 2030
    Kanada 2040
    Niederlande 2030
    Norwegen 2025
    Schottland 2032
    Schweden 2030
    Slowenien 2030
    Taiwan 2035

  8. Ahoi, mir sind da noch drei Fragen an die Chefredaktion eingefallen:
    1. Kritisiert wird, dass Elektroautos gefördert werden derern Anschaffung und Betrieb sich ein Durchschnittsverdiener selbst dann kaum leisten kann. Die Förderung von Elektroautos für Privatpersonen sieht derzeit so aus, dass die Anschaffung von Fahrzeugen mit einem Brutto-Listenpreis von über 50 tsd. Euro für das Basismodell ohne Sonderausstattung von der Förderung ausgeschlossen sind. Der tatsächliche Kaufpreis liegt nach Abzug der Förderung und eines allfälligen Nachlasses deutlich darunter. Dazu meine Frage: Gibt es Erfahrungen bzw. Statistiken dazu, was ein Durchschnittsverdiener im Schnitt für Anschaffung und Betrieb eines KFZ ausgibt?
    2. Kritisiert wird, dass die Allgemeinheit den Erhalt (also die Entgegennahme) von Supersport-Limousinen und SUV mit 500 PS und mehr und bis zu 3 Tonnen Gewicht mitfinanziert. Bei Privatautos gilt die bereits oben beschriebene Wertgrenze; für die Anschaffung von Firmen-Elektroautos beträgt die genau gleich definierte Wertgrenze 60 tsd Euro. Meine Frage dazu: Welche Supersport-Limousine bzw welchen SUV mit 500 PS und mehr und bis zu 3 Tonnen Gewicht bekomme ich um einen Listenpreis bis 60 tsd. Euro für das Basismodell ohne Sonderausstattung?
    3. Gibt es, abgesehen von den oben erwähnten Förderungen, noch andere Förderungen der Allgemeinheit (also aller Steuerzahler) mit der der Ankauf eines Elektroautos gefördert wird?

    • Hier die Antworten:

      Ad 1) Ja, solche Statistiken gibt es, den genauen Preis-Mittelwert weiß ich nicht, aber der durchschnittliche Privatkäufer gibt garantiert deutlich unter 30.000 Euro aus, wenn ich mich recht erinnere. Und da reden wir von einem Erstauto, E-Autos sind in der Regel Zweitautos. Die Frage stellt sich daher, warum man Menschen unter die Arme greifen muss, die die finanzielle Power haben sich ein Zweitauto um wohl rund 30.000 Euro zu kaufen. Sozial gerecht ist das nicht.

      Ad 2)
      Ersetze das etwas unglückliche Wort „Erhalt“ durch „Unterhalt“. Die Allgemeinheit finanziert natürlich den Betrieb der E-Autos, weil dem Staat dadurch Einnahmen verloren gehen im Vergleich zu einem Verbrenner. Stichwort Kfz-Steuer, bei gewerblicher Nutzung auch Ust und Sachbezug.

      Ad 3) Ja, gibt es, indirekt. Die öffentliche Hand fördert (abgesehen von Steuer-Erleichterungen) öffentliche E-Ladestationen und private Ladesäulen. Aber keine Tankstellen. Von E-Fuel-Forschung ganz zu schweigen.

  9. Bei all der regen Diskussion Für und Wider Batterieautos – hat sich auch schon mal ernsthaft wer überlegt, woher der Strom für eine breite Masse an E-Autos herkommen soll? Und jetzt bitte nicht von Wind und Sonne phantasieren, denn das funktioniert nur bei idealen Verhältnissen und auch nur unter aktiver Preisstützung durch die Allgemeinheit. Und auch nicht das Märchen von der Wasserkraft, deren Ausbau am Ende ist, was wir unseren Grünaktivisten verdanken können. Wenn wir also Dürrnrohr und Gaskraftwerke nicht wieder anwerfen wollen, denn dann würde sich der Elektroschmäh schon gar nicht mehr ausgehen, müssen wir also Atomstrom aus dem Ausland importieren, denn der ist CO2-frei. In Summe ein wirklich durchdachtes Konzept.
    Um jetzt einen Shitstorm über meinem Haupte zu vermeiden, möchte ich anmerken, dass auch ich nicht glaube, dass der Verbrennungsmotor die Ideallösung für alle Zukunft ist. Aber eine Wende mit der Brechstange in so kurzer Zeit herbeiführen zu wollen, finde ich vertrottelt. Und das Alles noch dazu am Rücken der Steuer-zahlenden Masse, die noch arbeiten geht. Klassenkampf im 3. Jahrtausend. Denn von LKW´s mit teilweise sinnbefreiten Transporten, von der Unfähigkeit aller Staatsbahnen, einen termingerechten Warentransport anzubieten, von massenhaften riesigen Dreckschleudercontainerschiffen oder dem Flugverkehr ist nirgends die Rede.

  10. Hallo Weuzi, die Antworten auf deine Fragen findest du hier:

    https://faktencheck-energiewende.at/wp-content/uploads/sites/4/FC_Mob18_kl_Web.pdf

    Vorab: Wenn 10% der PKW Elektroautos sind, wird der Strombedarf um lediglich 1,8% steigen. Diese Marktdurchringung weden wir aus heutiger Sicht in zehn Jahren erreichen. Der um 1,8% höhere Strombedarf verteilt sich somit auf zehn Jahre. Das ist bitte auch gleich ein Hinweis auf deine Sorge, dass hier in kurzer Zeit mit der Brechstang eine Wende herbeigeführt werden soll. Das trifft schlichtweg nicht zu.

    Es gibt zwei Krankheitsbilder, die man den Menschen iZm der Elektromobilität eingeimpft hat: Reichweitenangst und Angst vor Stromarmut.

    Dein Hinweis auf die sonstigen Emissionäre ist völlig richtig. Allerdings wirkt sich das nur geringfügig auf unsere CO2-Bilanz aus. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, um die Energiewende zu schaffen. Wir müssen nicht die Welt retten, was wir als kleines Land ohnehin nicht können.

  11. Hallo Enrico, danke für die Antworten. Ad 1) Es geht bitte nicht um den Preismittelwert, sondern darum, dass sich ein Durchschnittsverdiener die Anschaffung und den Unterhalt (dessen Vergünstigung du unter Ad 2 kritisierst) nicht leisten kann. Wenn ein Erstkäufer angeblich deutlich unter 30 tsd Euro ausgibt, warum kann er sich dann keine Renault Zoe oder einen Nissan Leaf leisten? Ein Elektroauto als Zweitauto wurde in der Ansicht von AA überhaupt nichts kritisiert und es gab daher auch keine Frage dazu. Ad 2) Ich ersetze das Wort „Erhalt“ ganz sicher nicht durch „Unterhalt“, weil es mit Absicht verwendet wurde, um die Stammtische zu bedienen. Nachdem in diesem „Letzten Wort“ die Ansicht von AA niedergeschrieben wurde, also die Meinung der gesamten Redaktion und der Eigentümer, darf ich wohl davon ausgehen, dass jedes Wort geprüft wurde (auch die Beschimpfungen). Im Übrigen gibt das Wort „finanzieren“ die von dir gewählte Interpretation nicht her. Bei einer Finanzierung fließt Geld. Eine Steuer- und Abgabenbegünstigung (die bekanntlich nicht nur Elektroautos erhalten) ist keine Finanzierung. Auch hier wurde mit dem Hinweis darauf, dass die Allgemeinheit den Erhalt von Supersportwagen-Limousinen und SUV bis 3 Tonnen mitbezahlt nur polemischer Wind erzeugt, der jedoch – und das ist das eigentlich Überraschende für mich – gemeinsam mit den Beschimpfungen von der gesamten Redaktion und dem Eigentümer mitgetragen wird.

    • Hallo Mozl,
      um deutlich unter 30.000 Euro bekommst Du weder einen Leaf noch eine Zoe…es sei denn, Du bist bereits, für den Tank, der halt in diesem Fall Batterie heißt, Miete zu bezahlen. Beim Leaf bin ich mir nicht einmal da sicher.
      Beim Leaf bist Du, wenn Du die stärkere Batterie willst, schnell in Bereichen deutlich über 40.000 Euro. Und eine Urlaubsfahrt gleicht noch immer einer Expedition…
      MfG J

      • Lieber Johann, ich habe es bereits oben erwähnt, eine Zoe bekommst du derzeit nach Förderung ab rd. 23 tsd Euro inkl. Batterie. Den Twingo bekommst du sogar unter 15 tsd inkl. Batterie. Beide Fahrzeuge für den Durchschnittsverdiener unerschwinglich. Die Zoe ist übrigens wieder das meistverkaufte Elektroauto in Österreich nachdem die Tesla 3 Bestellungen abgearbeitet wurden. Den Leaf bietet Nissan aktuell um 29.990 an (Listenpreis ohne Abzug der Förderung bzw. Nachlass).

        • Also der Twingo ist zwar niedlich, jedoch weit von erstautotauglich entfernt.
          Und so ein Krösus, dass ich mir ein Zweitauto leisten kann und will, bin ich nicht.
          Die Zoe wiederum kostet in der ZEN-Ausführung laut Liste 34.090 Euro, wobei mir von der Motorleistung her die R110 völlig reichen würde.
          Aber auf die leistungsstärkere Batterie würde ich nicht verzichten wollen. Unter die ZEN-Ausstattung zu gehen, würde wiederum einen klaren Rückschritt bedeuten (mein Captur ist ein Intens).
          Bleibt noch immer die Frage, womit ich in den Urlaub fahren soll (nachdem bei vielen Tests geschrieben wird, dass man auf Autobahnen so zwischen 100 und 120 unterwegs ist, würde ich gerne wissen, wie die Reichweite bei Ausnutzung des Autobahnlimits aussieht).

          • Mahlzeit Johann, selbstverständlich beurteilst du das aus deiner Sicht. Es hat aber nicht jeder Käufer bzw. jede Käuferin das gleiche Anforderungsprofil an ein Auto. Mir ging es um die allgemeine Ansicht von AA, dass sich ein Durchschnittsverdiener die Anschaffung und den Betrieb eines Elektroautos trotz Förderung kaum leisten kann.

  12. Auch wenn es jetzt langsam persönlich wird, versuche ich, noch einmal zu antworten. Fakt ist: Der Durchschnittsverdiener tut sich schwer ein Elektroauto zu kaufen. Punkt. Auch weil er oder sie sich oft einen Verbrenner parallel dazu behalten muss.
    Das Wort Erhalt wurde mit Absicht gewählt? Ja, natürlich. Der Erhalt eines Autos ist ein wichtiger Punkt bei den Kosten. Dass Du es mit „Entgegennehmen“ interpretierst, ist Dein Problem, Polemik bringst allein Du hier ins Spiel. Kein Mensch bekommt für das Entgegennehmen eines Autos Geld. Aber wenn Du es so sehen möchtest, bitte.
    Ob „finanzieren“, „subventionieren“, „mitzahlen“ oder sonst etwas ist egal, der Steuerzahler beteiligt sich an den Kosten für E-Autos. Auch das ist ein Fakt, ob Dir die Formulierung passt oder nicht.
    Und wo um alles in der Welt hast Du in diesem „Letzten Wort“ Beschimpfungen gelesen?
    Kopfschüttel……

  13. Hallo Enrico,
    Hier die Definition des Wortes Erhalt im Duden. Das Wort Erhalt hat mit dem Wort Erhaltung nichts zu tun: https://www.duden.de/rechtschreibung/Erhalt.
    Ansonsten lasse ich das auf sich beruhen da hier die Emotionen hoch gehen und nehme zur Kenntnis, dass Bullshit kein Schimpfwort ist.

    • Korrektur: Ich meinte natürlich das Wort „Erhalt“ hat mit „Unterhalt“ nichts zu tun.

      • Laut Duden ist das Wort „Erhalt“ ein Synonym für „Erhaltung“. Dazu müsstest Du freilich ein bisserl runterscrollen bei Deinem Link. Aber offensichtlich tust Du Dir schwer über den Tellerrand zu schauen und liest nur das, was Du lesen willst.

  14. Hallo, du warst es, der das Wort „Erhalt“ mit „Unterhalt“ gleichgestellt hat. Dazu müsstest du nur wissen – oder nachlesen – was du am 1. Dezember unter Ad 2) weiter oben geschrieben hast. Mithin wird das unglückliche Wort „Erhalt“ durch den Hinweis auf das Synonym „Erhaltung“ auch nicht glücklich. Und bitte halte dich damit zurück womit ich mir schwer tue und womit nicht. Sonst müsste ich in ähnlicher Manier antworten und das wollen wir hoffentlich beide nicht. Ihr habt entschieden eure Kollektivmeinung zur Elektromobilität der Allgemeinheit mehr emotional als sachlich näherzubringen. Eine Kritik daran sehe ich nicht als Majestätsbeleidigung.

    • Genau. Ich stelle das Wort Erhalt mit Unterhalt gleich. Du nicht. Und zwar ganz bewusst. Und mit einer falschen Duden-Auslegung. Auch orte ich in Stefans Text kaum Emotionen, er ist ziemlich nüchtern und sachlich. Aber auch da steht es Dir frei, das anders zu sehen.

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