Im Rückspiegel: ALLES AUTO vor zehn Jahren, KW 31.

3. August 2016
2.994 Views
Feature

Um wirklich beurteilen zu können, wie gut moderne Autos sind, lohnt sich des öfteren ein Blick zurück. Und der Mix an fahrbaren Untersätzen, der sich vor zehn Jahren in unserem Fuhrpark bot, zeigt schön, was heute alles besser ist – und was nicht.

DSC03767Da gab es als ziemliches Highlight einmal diesen Mini. Schwer zu sagen, ob sich die Briten bei einem Auto
mit diesem Namen bewusst für einen elendslangen Zusatznamen entschieden, denn die Kiste hieß tatsächlich: Mini Cooper S John Cooper Works GP-Kit. Ja, alle Schriftzüge gingen sich auf der Heckklappe aus, das war nicht das Problem. Auch nicht der Zugang zum Thema. GP-Kit hat sich der Kleine redlich verdient. Noch mehr Leistung, dazu weniger Gewicht dank fehlender Rückbank, deren Platz eine Domstrebe einnahm, dieser Mini war durchaus ein ernstzunehmender Straßensportler.

DSC03769Nur auch er hatte an der grundsätzlichen Problematik zu leiden, unter der damals alle Minis litten: Dem faden Basismotor. Dieser mit einem Kompressor bestückte Vierzylinder aus dem Chrysler Neon hatte einfach eine öde Charakteristik. Manch einer verglich sein Drehverhalten mit einer sehr weit verbreiteten Freizeitbeschäftigung, wo aber dann der Höhepunkt fehle. Was lernen wir jedenfalls aus dem Auto? Der aktuelle Mini hat definitiv den besseren Motor. Vom Fahrvergnügen war der alte, deutlich kleinere aber eine ganz andere Welt.

 

Diese silbernen und schwarzen und grauen Mäuse waren Teil unseres damaligen Vergleichstests. Wir blickten in die Welt der Kompakt-SUV, die damals boomte, und heute immer noch boomt.

DSC03779

Sie ist ein wenig wie das Herpes der Autowelt, doch gerade an diesen Modellen hier, dem Honda CR-V, dem Kia Sportage und dem Hyundai Tucson, kann man schön erkennen, was sich in der Zwischenzeit alles getan hat. Die aktuellen Versionen spielen ganz vorne mit. Die damaligen hingegen waren, na ja, eh OK. Unvergessen das speckige Nintendoplastik im Innenraum. Die mermelnden Dieselmotoren, noch weitgehend frei von Drehmoment. Oder das stoische Fahrverhalten: Man hatte nie das Gefühl, das Lenkrad sei mit irgendetwas von der Lenkung verbunden. Und dann neigten sich die Kandidaten so sehr, dass das innere Antriebsrad hoffnungslos durchdrehte und man gefühlt immer langsam wurde, je mehr man aufs Gas stieg. Was lernen wir jedenfalls aus diesen Autos? Die Asiaten haben abnormal viel dazugelernt, zählen heute zu den Top-Vertretern des Segments. Und der Chevy Captiva im Hintergrund? Den gibt es gar nicht mehr, nachdem GM den Europa-Einsatz dieser Marke kurze Zeit später kappte.

DSC03780

Ja und dann gab es noch den Aston Martin DB9. Hübsch anzusehen, selbst heute noch. Und abgesehen davon, dass der Importeur schon laaange keine Salzburger Kennzeichen mehr hat, lehrt uns dieser Brite vor allem eines: Wenn etwas wirklich schön ist, dann bleibt es das auch. Und zwar über Jahre. Es reift vielleicht, aber es kommt nie aus der Mode. Und daher verwundert es auch kaum, dass erst vor wenigen Wochen die Produktion des DB9 nach unglaublichen 13 Jahren endgültig auslief. Und das muss ein aktueller Neuwagen diesem Sportler erst einmal nachmachen.

Kommentar abgeben